Ingolstadt: Es ist das erste Oktoberwochenende an dem sich die jeweiligen Vertreterinnen der DSB-Mitgliedsverbünde zur Vollversammlung des Bundesausschusses Frauen im Sport treffen. Das Hauptthema ist die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen im Sport. ((<Renate-Schmidt.jpg;Bundesministerin Schmidt fordert: 'Frauen an die Spitze';)) Nur 18 Prozent der Stellen sind mit Frauen besetzt, obwohl über 40 Prozent der Sporttreibenden weiblich sind. 'Frauen an die Spitze', forderte Bundesministerin Renate Schmidt, die dieses Ungleichgewicht zusammen mit den DSB-Verantwortlichen ausmerzen möchte. Dafür startete der Dachverband am vergangenen Freitag die Kampagne „Sport tut Frauen gut – Frauen tun dem Sport gut“. Schmidt stellte klar, dass „Sporttreiben für Frauen eine Selbstverständlichkeit sein sollte und auch Frauen in Führungspositionen im Sport in Zukunft zur Normalität gehören sollten.“ Die Kampagne solle helfen, Frauen und Mädchen für den Sport neu zu gewinnen und zu begeistern und die traditionelle Geschlechterrollen zu überwinden, erklärte die Vorsitzende des Bundesausschusses Frauen im Sport, Ilse Ridder-Melchers. Begleitend zur Kampagne präsentierte der DSB ein Werkheft „Frauen tun dem Sport gut“. Damit bekommen Vereine und Verbände eine Art Anleitung an die Hand, die mit Best-Practice-Beispielen und Checklisten konkrete Möglichkeiten aufzeigen, wie Frauen sowohl auf der Mitglieder-Ebene als auch auf der Ebene der Führungspositionen besser eingebunden werden können. DSB-Präsident Manfred von Richthofen stellte sogar in Aussicht, dass Frauen bei einer Fusion von NOK und DSB Schlüsselpositionen einnehmen könnten. Die „völlig neuen Strukturen des deutschen Sports“ biete eine Chance für Frauen wie auch der DSB-Generalsekretär, Andreas Eichler, bekräftigte. Richthofen glaubt sogar, dass „einige Männer um ihre Posten fürchten müssen'. Der Alice-Profè-Preis, der für besonde Verdienste in der Frauenarbeit verliehen wird, ging in diesem Jahr an Ilse Bechthold für ihr langjähriges nationales und internationales Engagement im Sport, im speziellen in der Leichtathletik. Höhepunkt der Vollversammlung am Samstag war die Verabschiedung eines frauenpolitischen Positionspapiers. Darin heißt es: „Ziel [...] ist es, deutlich zu machen, was wir im Sport und durch den Sport leisten können: das Potential, das sich für den Sport durch die bessere Einbindung von Mädchen und Frauen bietet, im Interesse des Sportes vermehrt zu nutzen und damit [...] die weder in der Gesellschaft noch im Sport verwirklichte Gleichstellung von Männern und Frauen zu verwirklichen.“ Die nächste Vollversammlung wird vom 30. September bis 02. Oktober 2005 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) stattfinden. _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Foto: Bundesregierung