{{von Nico Sperle (RWTH Aachen/ Mitglied der FISU Studienkommission)}} ''Für drei Tage trafen sich SportwissenschaftlerInnen und HochschulsportvertreterInnen aus der ganzen Welt zur internationalen FISU Konferenz anlässlich der Universiade in Izmir mit dem Titel: „UNIVERSITY SPORT: PLATFORM FOR SHARING CULTURAL DIFFERNCES“.'' ((>fisu-konferenz.jpg;Deutschland hinkt in der Förderung junger SpitzensportlerInnen hinterher))In einer engagierten Rede startete Professor Claude-Louis Gallien (Frankreich), Vizepräsident des Internationalen Hochschulsportverbandes (FISU), die Wissenschaftsveranstaltung und unterstreicht die Notwendigkeit, Sport an den Universitäten und Hochschulen als Bildungsauftrag zu verstehen. Hierbei stellte er den potenziellen Erziehungswert des Hochschulsports, insbesondere im Hinblick auf Gesundheitserziehung und die Vermittlung der sogenannten „Soft Skills“ heraus. Professor Lawrence Rink (USA), weltweit renommierter Kardiologe und Sportmediziner, forderte einen flächendeckenden medizinischen Check für SpitzensportlerInnen und für FreizeitsportlerInnen, um, aus Sicht des Kardiologen, sportbedingte Risiken wie beispielsweise den plötzlichen Herztod zu vermeiden. Hierzu reiche schon ein einfacher Fragebogen aus, der Online bearbeitet und ausgewertet werden könnte. In einem vielbeachteten Hauptvortrag hielt Professor Dr. Christian Wopp, Universität Osnabrück, einen Ausblick auf künftige internationale gesellschaftlichen Entwicklungen und deren ganz besondere Einflüsse auf das Sportsystem, die Universitäten und den Sport an den Hochschulen. Der Hochschulsport habe hervorragende Perspektiven, wenn er unter Berücksichtigung globaler Entwicklungen die Funktion des Brückenbauers zwischen Hochschul- und Sportentwicklungen übernimmt. Vom Hochschulsport müsse erwartet werden, dass er sowohl zur Profilbildung der Hochschulstandorte beitrage - hierzu habe er herausragende und unverwechselbare Möglichkeiten - und gleichzeitig in seinem Bereich Schlüsselqualifikationen ausbilde. Peter Lynen, Mitarbeiter des Hochschulsportzentrums der RWTH Aachen und Präsident von ENAS (European Network of Academic Sports Services) referierte über „ECTS - Chancen und Herausforderungen für den Hochschulsport aus europäischer Sicht“ und stellte das besondere Profil des Hochschulsports für die Erlangung von „Soft Skills“ und damit zu Aspekten der bedeutenden Berufsbefähigung heraus. Dr. Verena Burk, Universität Tübingen und Mitglied der Kontrollkommission der FISU, stellte Ausschnitte einer internationalen Vergleichsstudie zur Fördersituation von SpitzensportlerInnen vor. Insbesondere im Bereich der Förderung von studierenden SpitzensportlerInnen habe Deutschland ein großes Nachholpotenzial. Hier könnten vor allem die Beispiele aus Australien und Frankreich inhaltliche Anstöße liefern, um in Deutschland den Weg des Nachteilsausgleich für die Doppelbelastung durch Studium und Spitzensport konsequent weiterzugehen. Die über 170 TeilnehmerInnen der FISU Konferenz aus Europa, Asien, Afrika und Amerika hörten anspruchsvolle und die Entwicklungen des internationalen Hochschulsports verbindende und befruchtende Vorträge. Damit wurde das Ziel des kulturellen Austauschs über Wissenschaftsbeiträge rund um den Hochschulsport inhaltlich bestens erfüllt. Der adh, vertreten mit drei wichtigen Beiträgen, hat nicht unwesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Die FISU Konferenz findet alle zwei Jahre statt und ist jeweils in die Sommer-Universiade eingebettet. Alternierend zur Konferenz findet in den geraden Jahren das FISU-Forum statt wie zuletzt 2004 in Lissabon (Portugal).