05.07.2008 | Kategorie: Archiv , 2008 ,

Familienduell auf dem Center Court der WUBC

Am Samstagnachmittag kam es zu heißen Begegnungen auf dem Centercourt der Studierenden-Weltmeisterschaft Beachvolleyball. Wer den Einzug ins Finale, das am Sonntag Nachmittag stattfindet, geschafft hat, erfahren Sie hier!

Die Halbfinalspiele am Nachmittag auf der Venue am Hafen begannen optimal für die deutschen Damen, Frederik Fischer und Julia Großner. Auf dem gut gefüllten Center Court waren die Zuschauer aus dem Häuschen. Die deutschen Nachwuchstalente spielten kombinationssicher, taktisch gut vorbereitet und ließen ihren Gegnerinnen Bratuhhina/Puri im ersten Satz (21:15) kaum eine Chance. Der zweite Satz verlief ähnlich und schnell sicherten sich die deutschen Damen eine fünf Punkte-Führung – doch dann kam der Einbruch. „So kurz nach dem Spiel kann ich gar nicht sagen, woran es lag, dass wir den zweiten Satz nicht gewonnen haben, vielleicht waren wir zu nervös“, analysierte Julia Großner den Ausgang des Satzes. Beim Stand von 20:16 vergaben die deutschen Damen leichtfertig vier Matchbälle und verloren den Satz knapp mit 20:22. „Als wir den zweiten Satz gewonnen hatten wussten wir, dass wir gute Chancen haben, auch den dritten Satz für zu entscheiden“, kommentiert Kadri Puri den Zwischenstand. Der dritte Satz verlief im Gleichschritt, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzten. Doch dann zogen die Estinnen mit 14:10 davon. Das bedeutete vier Matchbälle für die amtierenden Europäischen Hochschulmeisterinnen 2008. Durch einen gelungenen Schmetterschlag nutzten sie den ersten Matchball, um das Spiel mit 15:11 für sich zu entscheiden. „Wir sind super glücklich, dass wir das Finale erreicht haben und nun wünsche ich mir meine Schwester als Gegnerin“, sagte eine lachende Polina Bratuhhina. Ihr Wunsch ging in Erfüllung und so kommt es am Sonntag im Finale zu einem Familienduell. Polinas Schwester Natalja Bratuhhina gewann nämlich mit ihrer Spielpartnerin Mari-Liis Graumann souverän in zwei Sätzen das zweite Halbfinale gegen das Damen Team aus Tschechien, Goliasova/Weissova (21:10; 22:20) auf dem Center Court. Auf dem Center Court spielten auch die Herren. Im ersten Halbfinale standen sich die Teams aus Tschechien und Spanien gegenüber. Die technisch brillant spielenden Spanier Ariza Molina/De Amo Fernandez Echerverria übernahmen sofort die Kontrolle im ersten Satz und überraschten die Tschechen Habr/Monik mit kurzen, schnellen Spielstafetten zum 21:15-Satzgewinn. Die seit zwei Jahren als Team spielenden Spanier hatten auch im zweiten Satz die Nase vorn bis die Tschechen besser ins Match kamen. Dabei reduzierten die Tschechen ihre Eigenfehlerquote und steigerten ihre Leistung zum umkämpften 24:22 Satzsieg. „Zum Schluss fehlte uns die nötige Konzentration und Kraft, um den Satz für uns zu entscheiden“, sagte Jose Manuel Arizona Molina. Der dritte Satz bot Dramatik und Spannung, keiner der beiden Kontrahenten konnte sich absetzten. Erst als die Spanier zurück zu ihrem sicheren Zuspiel fanden, erspielten sie sich eine Führung, die sie ausbauten und zum entscheidenden 15:12 nutzten. „Wir wussten vor dem Turnier nicht viel über unsere Gegner und sind sehr froh, dass wir nun die Chancen haben, den Weltmeistertitel zu gewinnen“, erklärt De Amo Fernandez Echeverria siegessicher. Das zweite Halbfinale zwischen dem US Team, van Zwieten/Dykstra, und den Spielern der Ukraine, Kutsmus/Klaymar, war für die Zuschauer ein Höhepunkt: Es bot dynamische Sprungaufschläge, kräftige Schmetterbälle und atemberaubende Ballwechsel. Die sehr athletischen Ukrainer spielten fast fehlerfrei, ließen ihren jungen Gegnern kaum eine Chance und gewannen mit 2:0 (21:17; 21:18). „Meine Schützlinge hatten nicht die nötige Erfahrung, um die Niederlage abzuwenden. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Turnierwoche, erzählte die US-Trainerin Danalee Corso stolz. Diese Meinung teilt auch Mark van Zwieten, der am Sonntag mit seinem Spielpartner im kleinen Finale um die Bronzemedaille kämpft. Kämpfen wollen auch die amtierenden Europäischen Hochschulmeister 2008 aus der Ukraine. Sie spielen morgen ab 16.00 Uhr im Finale gegen die Spanier Ariza Molina/De Amo Fernandez Echerverria. „Unser Ziel war es, bis ins Halbfinale zu kommen, nun sind wir im Finale und wollen den Titel gewinnen“, sagte ein lachender Oleksiy Klyamar und geht zur Dopingkontrolle.