Die Hamburger Volleyballerinnen samt Betreuerstab landeten in Rom. Mit dem Shuttle-Service ging es in das von Rom knapp 4 Autostunden entfernte Camerino. Die deutsche Delegation konnte, trotz später Anreise, an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Das Organisationskomitee hatte sich einige Überraschungen einfallen lassen, wie z.B. den Einmarsch der teilnehmenden Nationen durch die engen Gassen Camerinos, gesäumt von zahlreichen Beifall klatschenden Zuschauern, Teilnahme an der Eröffnungszeremonie im Patio des Palazzo Ducale aus dem frühen 13. Jahrhundert, ein gemeinsames Abendessen aller Nationen an langen Tischen unter sternklarem Himmel untermalt durch Live-Musik mit einem abschließendem Feuerwerk. Das Highlight für die Hamburger Delegation war allerdings die Unterbringung in der romantisch gelegenen Herberge „Borgo Antico“ mit unverbautem Blick über das Tal um Camerino. Das Team starte am ersten Morgen pünktlich um 7.00 Uhr während das Trainerteam und der Delegationsleiter auf Grund einer Fehlfunktion des Weckers ungestört weiter schlummerten und vom Team um 7.25 Uhr auf das schon vorbereitete Frühstück freundlich hingewiesen wurde. Nachdem, für italienische Verhältnisse, außerordentlich umfangreichem Frühstück, startete das Team in dem von Organisationskomitee bereitgestellten Shuttle zum 1. Training (Beginn 9.30 Uhr) im 20 Kilometer entfernten Mattelica. Die Mannschaft gewöhnte sich schnell an den ungewohnten Parkettboden und die unzureichenden Beleuchtungseinrichtungen. Die Hitze in der Halle machte der Mannschaft jedoch schaffen. Um nicht zukünftig unnötige Zeit im Bus zu verbringen, setzte der Delegationsleiter Jörg Förster beim Organisationskomitee durch, dass das Team alle Mahlzeiten nicht, wie die anderen Teams, in der Mensa, sondern in der Herberge zu sich nehmen dürfen – dadurch können 2 ½ Stunden Busfahrt pro Tag eingespart werden. Das Team von Trainer Ali Hobst startete mittags zum 1. Auftritt auf europäischer Bühne gegen die favorisierte Universität von Rijeka, dem 4. platzierten der letztjährigen Europäischen Hochschulmeisterschaften. Die Mannschaft begann sehr nervös und brauchte 2 Sätze um sich an das Niveau zu gewöhnen. Erst im 3. Satz war das Team um Zuspielerin Swantje Basan (Uni Hamburg) den athletischen Kroatinnen ebenbürtig. Über 5-2, 11-12,16-19 und 22-21 kämpften sich die Elbstädterinnen ins Spiel zurück, um Minuten später einen Matchball beim Stand von 23-24 gegen sich zu haben. Durch eine erfolgreiche Angriffsaktion holte das Team den Ausgleich und hatte nun selbst die Möglichkeit einen Satzball zu verwandeln. Beim Stand von 25-24 war es Svea Beyer (HSBA), die für die bis dahin stark agierende Anja Wilk (Uni Hamburg) im Laufe des Satzes eingewechselt wurde, die mit Ihrem Aufschlag den kroatischen Annahmeriegel unter Druck setzte und somit dem eigenen Block eine lösbare Aufgabe verschaffte. Es war vollbracht der erste Satzgewinn für eine Hamburger Hochschulauswahl auf einer internationalen Meisterschaft. Beflügelt durch den Satzgewinn ließen die Hamburger Deerns den Kroatinnen keine Zeit Luft zu holen. Man merkte, dass die Frauen aus Rijeka langsam müde wurden und die Kräfte nachließen – vielleicht auch konsterniert über die Tatsache, dass die Hanseatinnen noch immer zulegen konnten und immer ballsicherer wurden. Folgerichtig gewannen die Hamburgerinnen den 4. Satz deutlich mit 25-15. Trainer Ali Hobst schickte auch im nun folgenden Entscheidungssatz die Starting Six – Swantje Basan (Uni Hamburg), Anita Drese (HAW), Andrea Dellnitz (HAW), Anja Wilk (Uni Hamburg), Valessa Ehrke (Uni Hamburg) und Julia Kaufhold (Uni Hamburg) aufs Feld. Mit einem Blitzstart führten die Hamburger lautstark unterstützt vom Männerteam der Uni – Erlangen mit 5-0, um bei 8-3 die Seiten zu wechseln. Dank der gut platzierten Aufschläge von Julia Kaufhold (NA Hamburg) wuchs der Vorsprung auf 10-3. Drei Eigenfehler in Serie ließen die Kroatinnen noch mal ins Spiel kommen, doch dann legte die WG Hamburg noch einmal nach und gewann den Satz verdient mit 15-10. Fazit: Der gelungene Start ist deutlich erkennbar eine Folge der intensiven Vorbereitung auch im Athletik Bereich mit der Unterstützung von Physical Trainer Thune Höller, der dem Team aus beruflichen Gründen in Italien leider nicht zur Verfügung steht. Das Team der WG Hamburg war in der Endphase des Spiels athletisch deutlich überlegen und konnte so eine gute Grundlage für den weiteren Turnierverlauf legen.