Vom 2. bis 9. Juli 2006 fand die EUC Volleyball im holländischen Eindhoven statt. Die Münchner Mannen unter der Leitung von Mike Dochow reisten am Sonntagabend nach erfolgreicher Titelverteidigung bei den DHM 2006 von Mainz aus direkt mit dem Bus an, wo man erst sehr spät das Quartier im „Center Park De Kempervennen“ beziehen konnte. Am nächsten Tag fand bereits das erste schwere Gruppenspiel gegen die „Estonian University of Life Sciences“ aus Tartu statt. Nachdem die Deutschen Hochschulmeister in den Sätzen 2 und 3 den anstrengenden Tagen zuvor etwas Tribut zollen mussten und diese knapp verloren, konnten sie das Spiel gegen die Esten nach einer deutlichen Leistungssteigerung zum 4. Satz letztendlich verdient mit 3:2 gewinnen. Doch bereits nach dem ersten Tag zeichnete sich eine klare Tendenz im Turniergeschehen ab: Das Leistungsniveau der teilnehmenden Mannschaften war 2006 deutlich höher als in den Jahren zuvor. Man musste auf Münchner Seite schon zu diesem frühen Zeitpunkt anerkennen, dass das Erreichen des Viertelfinales auf dieser Meisterschaft bereits einen tollen Erfolg darstellen würde. Am zweiten Tag erwartete die Münchner das vermeintlich schwächste Team Ihrer Vorrunden-Gruppe – das „Intercollege Cyprus“ aus Nicosia. Diese Vermutung bestätigte sich und man konnte so recht locker die Zyprioten mit 3:0 besiegen. Tags darauf stand das entscheidende Spiel dieser Gruppe gegen die ebenfalls noch ungeschlagene und noch ohne Satzverlust spielende „University of Warnia and Mazury“ aus dem polnischen Olsztyn an. Die Ausgangsposition dieses Spieles stellte sich so dar, dass der Sieger automatisch für das Viertelfinale qualifiziert war, der Verlierer sich aber auch noch als Gruppenzweiter über den „Quotienten der gewonnen geteilt durch verlorenen Gesamtpunkte“ für das Viertelfinale qualifizieren konnte. Die Münchner um Kapitän Patrick Schwaack starteten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und ließen deutlich erkennen, dass sie dieses Spiel gegen die favorisierten Polen gewinnen wollten. So gewann man auch verdient den ersten Satz mit 25:22. Aber die Bayern ereilte durch den konstant hohen Druck des Gegners im Laufe dieses Spiels ein kleiner Leistungseinbruch. So kam es schließlich, dass man die folgenden Sätze gegen den späteren Bronzemedaille-Gewinner mit 16:25, 19:25 und 20:25 zu deutlich und das Spiel somit mit 1:3 verlor. Nach anschließender Verrechnung aller gespielten Punkte aller fünf Gruppen musste man nun leider hinnehmen, dass den Münchner Männern dieses Jahr wieder dasselbe unglückliche Schicksal zuteil wurde, wie es sie letztes Jahr bei der EUC 2005 in Tallinn (EST) ereilt hatte. Mit einem Quotienten von 1,063 (Punkteverhältnis: 269:253) verfehlten sie als „viertbester Gruppenzweiter“ um nur einen Platz und leider äußerst knapp das Viertelfinale. Um als „drittbester Gruppenzweiter“ einen erfolgreichen Einzug unter die besten acht Mannschaften feiern zu können, hätten sie aber einen Quotienten von 1,090 (Punkteverhältnis: 243:223) übertreffen müssen. Somit stand fest, dass das französische Team von der „University of Rennes“ in Ihrer Vorrundengruppe C um 6 Ballpunkte besser war als München in Gruppe D und so den glücklichen 8. Platz im Ranking for Quarterfinals einnahm. München hatte wieder großes Pech – Die Stimmung war nach dem Spiel auf dem Tiefpunkt. München hatte nun insgesamt vier Tage lang kein einziges Spiel verloren, und mit einer einzigen Niederlage gegen einen stärkeren Gegner schon keine Chance mehr auf die ersten acht Plätze. Das musste erst mal verdaut werden. Um so erfreulicher war dann die Tatsache, dass man einen Tag später mit einem auf fast allen Positionen veränderten Team gegen den portugiesischen Gegner von der „University of Porto“ einen verdienten 3:1-Sieg feiern konnte, der der Münchner Auswahl zu diesem Zeitpunkt eine Platzierung zwischen Platz neun und zwölf sicherte. Tags darauf gewannen man auch gegen das Team der „Josipa Jurja Strossmayera U Osijek“ (Kroatien) deutlich mit 3:0. Mit einer 3:0-Niederlage gegen die äußerst starke „Gazi University“ (Türkei) beendete man schließlich am letzten Wettkampftag das Turnier mit Platz 10. Im Finale der Männervolleyball-Konkurrenz konnte sich die „Eindhoven University of Technology“ (NED) gegen die „Surgut State University“ (RUS) in einem hochklassigen und stimmungsgeladenen Match mit 3:1 Sätzen durchsetzen. Rückblickend kann man die EUC 2006 im Männer-Volleyball von sportlicher Seite dahingehend resümieren, dass durch eine extreme Niveausteigerung bei den Top-Teams verbunden mit einer Verdopplung der Anzahl an Titelanwärtern eine etwas bessere Platzierung für München nur mit ein Quäntchen mehr Glück möglich gewesen wäre. Nachdem die Bayern nun zum 2. Mal sehr unglücklich und äußerst knapp die Playoff-Spiele verpasst haben, hofft man bei der EUC 2007 in Rijeka / Kroatien, für die man bereits qualifiziert ist, auf etwas mehr Glück in den entscheidenden Momenten. Neben den Wettkämpfen wurde das ansprechende Rahmenprogramm dieser ersten Multisport-EUC (parallel wurden ebenso die europäischen Wettkämpfe im Fußball, Tennis und Wasserball ausgetragen) von allen Teilnehmern häufig genutzt. Es standen eine sehr feierliche Eröffnungsfeier auf dem Rathausplatz von Eindhoven mit Live Band, Studenten-Partys im Sport Center, die Übertragung der Halbfinalspiele der Fußball-WM, Stadtrundfahrt und PSV-Stadionbesichtigung, eine offizielle abendliche „Zechtour“ durch die Pubs von Eindhoven mit Freigetränken für alle Teilnehmer, Workshops (z.B. Capoeira), die feierliche Siegerehrung mit abschließender großer allgemeiner Players Party und sämtliche Angebote unserer Herberge, dem Center Park De Kempervennen (z.B. Wakeboard-Lift, Badeparadies „Aquamundo“, Einkaufscenter, etc.) auf dem Programm. WG München: Trainer: Mike Dochow Delegationsleiter: Klaus Beer Zuspiel: Maximilian Kaufmann, Stefan Debus Annahme: Patrick Schwaack, Björn Matthes, Johannes Hoffmeister Block: Norbert Kunstek, Jakob Weil, Benjamin Stetter, Andreas Obermeier Angriff: Johannes Liegsalz, Bertram Pietsch Libero: Matthias Kolley Ergebnisse der Gruppenspiele München – Tartu (EST) 3:2 München – Nicosia (CYP) 3:0 München – Olsztyn (POL) 1:3 Ergebnisse der Platzierungsspiele: München – Porto (POR) 3:1 München – Osijek (CRO) 3:0 München – Gaziantep (TUR) 0:3 Halbfinale: Olsztyn (POL) – Eindhoven (NED) 0:3 Ljubljana (SLO) – Surgut (RUS) 2:3 Kleines Finale: Olsztyn (POL) – Ljubljana (SLO) 3:2 Finale: Eindhoven (NED) – Surgut (RUS) 3:1 Abschlusstabelle: 1. Eindhoven University of Technology (NED) 2. Surgut State University (RUS) 3. University of Warnia and Mazury (POL) 4. University of Ljubljana (SLO) 5. University of Latvia (LAT) 6. La Sapienta Roma (ITA) 7. University of Rennes (FRA) 8. Poznan University of Technology (POL) 9. Gazi University (TUR) 10. TU München (GER) 11. TEI Athens (GRE) 12. Josipa Jurja Strossmayera U Osijek (CRO) 13. Niš (SCG) 14. University of Porto (POR) 15. Sheffield Hallam University (GBR) 16. Estonian university of Life Sciences (EST) 17. University of London (GBR) 18. University of Graz (AUT) 19. Intercollege Cyprus (CYP)