Von (internationalen) Titelgewinnen sind die Kölner Sportvereine momentan meilenweit entfernt: Die Kicker vom FC stiegen unlängst in die Zweite Liga ab, die Basketballer von RheinEnergie mussten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft bereits in der ersten Play-Off-Runde die Segel streichen und die Eishockey-Cracks der Haie hatten im Kampf um die Meisterkrone ebenfalls nicht viel zu bestellen. Ganz anders sieht es im Universitätssport aus: Die Basketball-Wettkampfgemeinschaft Köln, bestehend aus Studierenden der Sporthochschule und der Uni, sicherte sich letztes Jahr sowohl bei den Damen als auch bei den Herren den deutschen Meistertitel und nahm letzte Woche an der Hochschul-Europameisterschaft im französischen Mulhouse teil. „Das war ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmt Trainer Boris Kaminski. Sowohl auf dem Feld (mit starken Spielszenen) als auch auf den Rängen (mit lautstarken Anfeuerungsrufen) hinterließen die beiden Kölner Teams einen hervorragenden Eindruck. Die Damen-Mannschaft krönte ihre tollen Leistungen mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Allerdings musste das Team um Nationalspielerin Susanne Biemer im alles und entscheidenden Spiel um Platz drei bis zur allerletzten Sekunde um das Edelmetall bangen. Frankreich hatte mit der Schlusssekunde noch einen Korb zum vermeintlichen Sieg markiert, den die Schiedsrichter nach langer Diskussion allerdings nicht anerkannten. ((<imagebasket006.gif))Während bei den französischen Damen die Tränen flossen, kannte der Jubel im Kölner Lager keine Grenzen, schließlich hatte man schon im Vorjahr in Novi Sad mit dem unliebsamen vierten Platz Vorlieb nehmen müssen. Mit der „Welle“ bedankten sich die Mädels bei den Jungs für die stimmgewaltige Unterstützung von den Rängen. „Ohne die Anfeuerung von der Tribüne hätten wir wohl keine Chance gehabt“, berichtet Trainer Boris Kaminski. „Wäre ein Pokal für die besten Fans vergeben worden, unsere Männer hätten den Titel unangefochten gewonnen.“ Auf dem Parkett legten sich die Kölner Männer ebenfalls mächtig ins Zeug. Nach dem 78:62-Erfolg im Auftaktspiel gegen Portugal träumte die „Equipe Allemagne“ sogar vom Einzug ins Halbfinale. Doch im zweiten Vorrundenspiel gegen Frankreich bekam es die deutsche Fünf nicht nur mit dem Gegner sondern auch noch mit den Schiedsrichtern zu tun. „Die französischen Referees haben alles dafür getan, dass ihr Team ins Halbfinale kommt“, ärgert sich Kaminski, dessen Auswahl nach 40 hart umkämpften Minuten mit 76:80 das Nachsehen hatte. Daran konnten auch die original Nationalmannschaftstrikots, die das Team vom Deutschen Basketball Bund (DBB) für die EM geliehen bekommen hatte, nichts ändern. In der Platzierungsrunde kassierten die Domstädter gegen Kroatien zunächst eine weitere Niederlage (64:87), ehe sie zum Abschluss die Partie um den siebten Platz gegen England mit 71:70 zu ihren Gunsten entschied. „Unterm Strich können wir mit den Platzierungen sehr zufrieden sein“, resümiert Kapitän Christian Schiebold. „Schließlich muss man bedenken, dass dem Universitätssport in anderen Ländern viel mehr Bedeutung beigemessen wird.“ Bestes Indiz hierfür: Während die Akteure des griechischen Teams im Fall des Titelgewinnes als Siegprämie von der Uni sogar ihr Diplom „geschenkt“ bekommen hätten, mussten die Kölner Dribbelkünstler die Fahrt nach Mulhouse fast komplett aus eigener Tasche bezahlen. „Die finanzielle Unterstützung von SpoHo und Uni tendierte gegen null. Wir hätten sogar für Wimpel, die wir unseren Gegnern überreichen wollten, bezahlen müssen“, ärgert sich Teamsprecherin Hanna Dorn. Damen: Kathrin Asmussen, Susanne Biemer, Eva Brömmel, Nicole Bitter, Carina Cloessner, Hanna Dorn, Dora Eperjessy, Kirstin Hansen, Lisa Michely, Nicola Smets, Inga Weireter Thomasz Antosik, Benjamin Friedl, Ralph Göbbels, Jonas Hartmann, Daniel Marzoli, Guido Mathaus, Jan Odendal, Florian Pauleit, Christian Schiebold, Wolfhard Stricker, Dennis Trautwein, Jan Plagmann Ergebnisse: Herren Köln – Portugal 78:62 Köln – Frankreich 76:80 Köln – Kroatien 64:87 Köln – England 71:70 Damen Köln – Slowenien 41:53 Köln – Frankreich II 82:76 Köln – Polen 49:97 Köln – Frankreich I 67:66