Die Einführung des europäischen Kreditsystems ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist eines der Kernelemente der Reformbestrebungen europäischer Hochschulen im Rahmen des Bologna-Prozesses. Es hat das Ziel, die Transparenz der an ausländischen Hochschulen erworbenen Qualifikationen zu steigern und die Internationalisierung der Lehre voranzubringen. Sowohl bei der Vergabe von European Credit Points als auch bei den „Diploma Supplements“ werden Schlüsselqualifikationen und überfachliche Kompetenzen berücksichtigt. Dem Hochschulsport bietet dies eine einmalige Chance sich frühzeitig innerhalb der BA und MA Studiengänge zu positionieren und einmal mehr auf die besondere Bedeutung und seine besonderen Qualitäten aufmerksam zu machen. Der adh hat auf der Vollversammlung 2004 in Stuttgart den ersten Schritt der Informationsvermittlung getan. Der nächste Schritt war die Hauptamtlichen-Tagung 2005 in Braunschweig. Flankierend sind in allen Ausgaben des Hochschulsport-Magazins aktuelle Informationen zum Prozess des ECTS nachzulesen. Bei der aktuellen Tagung, die am 04. Mai 2006 in Frankfurt stattfand, lag der Focus darauf, bereits bestehende Modelle des Hochschulsports, die am ECTS-System partizipieren, darzustellen und den Vertretern und Vertreterinnen der Hochschulsport-einrichtungen, die an ECTS teilnehmen möchten, Argumentationshilfen zur Verfügung zu stellen. Peter Lynen (RWTH Aachen und ENAS-Präsident) gab den Anwesenden einen Überblick über die möglichen Handlungsfelder, die der Hochschulsport im Bereich der überfachlichen Qualifikationen bieten kann. Daraufhin führte er die Handlungsschritte aus, die aus seiner Sicht zur erfolgreichen Beteiligung des Hochschulsports am ECTS –Prozess vor Ort führen können. Anschließend wurden Praxis-Modelle bzw. Modellkonzepte von Vertretern des Hochschulsports RWTH Aachen (Peter Lynen), Uni Göttingen (Dr. Arne Göring), FH Mittweida (Klaus Mehnert), Uni Wuppertal (Michael Fahlenbock) präsentiert, die eine Beteiligung des Hochschulsports an der Kreditpunktevergabe möglich gemacht haben oder möglich machen sollen. Es wurde deutlich, dass die Art der Beteiligungsideen sehr facettenreich sein kann. Magret Schermutzki (FH Aachen, Bologna-Beauftragte, ECTS-Beraterin des DAAD) griff die dargestellten Handlungsfelder erneut auf und beleuchtete die Perspektiven des Hochschulsports im Bereich der überfachlichen Qualifikationen aus ihrer Sicht als Bologna-Beauftragte. Für die Idee der Beteiligung des Hochschulsports am ECTS-Prozess sprach sie sich positiv aus. Den Abschluss der Tagung bildete die Darstellung der bisherigen politischen Schritte des adh in Richtung ECTS Beteiligung des Hochschulsports und die Abfrage an die Hochschulsportvertreter/innen, was sie sich vom Verband künftig an Unterstützung wünschen. Die Tagung war von guten Präsentationen und Diskussionen geprägt. Leider war der Teilnehmerkreis nicht sehr groß (19 Anmeldungen wovon zwei Personen ohne Abmeldung nicht erschienen) und die meisten der Teilnehmenden waren in diesem Prozess schon aktiv. Wünschenswert ist, dass sich zukünftig mehr Personen beteiligen, die dem Prozess noch sehr skeptisch gegenüber stehen, sodassder adh an dieser Stelle Überzeugungs- und Unterstützungsarbeit leisten kann.