Eingeleitet wurde die dvs-Tagung mit einem Hauptvortrag von Angelika Wetterer (Universität Graz), die sich seit vielen Jahren sowohl wissenschaftlich als auch politisch mit der Herstellung und den Auswirkungen geschlechtsbezogener Ungleichheiten beschäftigt. Sie zeigte auf, dass gleichstellungspolitische Forderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Geschlechterverhältnis und aktuelle Maßnahmen im Zusammenhang mit Gender Mainstreaming nicht immer in die gleiche Richtung weisen. Um zu überprüfen, inwiefern Gleichstellungsmaßnahmen tatsächlich zum Abbau und nicht zur Zementierung von Ungleichheiten beitragen, sei eine permanente Reflexion unabdingbar. Michael Meuser (Universität Bremen) brachte im zweiten Hauptvortrag die männliche Perspektive ein und berichtete über Erkenntnisse zur Konstruktion von Männlichkeit in männerdominierten Kontexten, in denen vor allem stark das wettkämpferische Spiel eine besondere Rolle spielt. Im verbalen, körperlichen oder symbolischen Wettkampf werden Hierarchien erzeugt und es manifestieren sich Ausschlusskriterien: Wer nicht „mitspielen“ will oder kann, bleibt außen vor. Es zeigte sich vor allem in der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertertern aus dem organisierten Sport, der Schule, der Politik und der Wissenschaft einmal mehr, dass eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis für beide Seiten vorteilhaft sein kann. Der adh-Frauenausschuss war auf der Tagung durch Ines Lenze als Teilnehmende sowie durch Britt Dahmen als Mitglied im Oragnisationsteam vertreten. Wesentlich Ergebnisse der dvs-Tagung werden bei der kommenden Sitzung des adh-Frauenausschusses diskutiert. Darüber hinaus wird der Ausschuss überprüfen, an welchen Stellen die theoretischen Einsichten für die Ausschussarbeit relevant sind und inwieweit sie künftig in der Praxis der Ausschussarbeit berücksichtigt werden können.