Der WM-Dritte und Sportstudent Benjamin Kleibrink besiegte den Überraschungsfinalisten Yuki Ota aus Japan mit 15:9 Treffern und holte bei der ersten Olympia-Teilnahme seinen ersten Titel überhaupt und das erste Gold für die deutschen Fechter seit 16 Jahren. Britta Heidemann, Studentin an der Uni Köln, gewann anschließend gegen die Rumänin Ana Branza 15:11 und sorgte bei den bis dahin medaillenlos gebliebenen Fechtern für einen Freudenrausch. Jubelnd riss sich Kleibrink von der DSHS Köln nach seinem Erfolg die Maske vom Gesicht und wurde von Betreuern und Kollegen umarmt. Imke Duplitzer, im Viertelfinale der Degendamen gescheitert, reichte die Deutschland- Fahne in die deutsche Feiertraube. 'Es war bombig heute. Ich habe die Gegner echt weggefegt. Jetzt bin ich zu kaputt um zu lachen', sagte Kleibrink. DOSB-Präsident Thomas Bach, 1976 Mannschafts-Olympiasieger im Fechten, erlebte den Triumph im deutschen Haus. 'Das ist eine tolle Geschichte. Er hat großartig gefochten', sagte er. Kleibrink hatte zuvor bereits die starken Chinesen Zhu Jun (15:4 im Halbfinale) und Lei Sheng (15:8) klar besiegt und dabei trotz der Anfeuerungen durch das chinesische Publikum keinerlei Nerven gezeigt. 'Es ist ganz cool, wenn man einmal gegen so eine Kulisse kämpft', sagte er. ((<britta-heidemann.jpg))Für Heidemann erfüllte sich bei 'ihren Spielen' ein lang gehegter Traum. Die Studentin der chinesischen Sprachwissenschaften hatte sich seit Vergabe der Spiele 2001 an Peking auf diesen Moment gefreut. Im selben Jahr startete Britta Heidemann bei der Sommer-Universiade in Peking und konnte dort Hallenluft schnuppern. In einer Neuauflage des WM-Finales 2007 hatte Heidemann heute in der Runde der letzten vier ihre Freundin und Chinas Olympia-Hoffnung Li Na 15:13 besiegt. Nach dem Halbfinal-Einzug machte Heidemann aus ihrer Erleichterung keinen Hehl. 'Die ganzen letzten Wochen waren einen Tag hektisch, einen Tag panisch, einen weinerlich, gestern ziemlich locker, heute morgen ziemlich angespannt, mittags wieder locker. Die ganze Palette an psychologischen Gefühlen und Regungen rauf und runter. Ich habe alles mitgemacht', sagte Heidemann. Sie hatte zuletzt im Gegensatz zu ihrer Teamkollegin Duplitzer Äußerungen politischer Art abgelehnt. 'Es geht um den Sport, um Medaillen. Dafür habe ich vier Jahre gekämpft, das steht im Vordergrund.' Quelle:www.olympia.de Fotos: Britta Heidemann