Bei diesem Fußball-Event der Superlative auf dem Großfeld, bei dem die besten Universitäten Deutschlands gegeneinander antreten, wurde im Männerbereich die Endrunde des MLP adh-Pokals (für Universitäten mit weniger als 10.000 Studierenden) und die Endrunde DHM Männer (für Universitäten mit mehr als 10.000 Studierenden) ausgespielt. Bei den Frauen wird diese Differenzierung nicht vorgenommen und somit auch nur ein Meister ermittelt. Im adh-Pokal sollten anfangs vier Mannschaften in zwei Halbfinals gegeneinander antreten. Doch die HS Vechta sagte kurzfristig ab. So spielten die PH Freiburg, die Universität Weimar und die Universität Hohenheim in einem System „Jeder gegen Jeden“. Der Sieger dieses Spielsystem ist somit auch der Gewinner des MLP adh-Pokals. Bei der DHM Männer 2006 spielten im Halbfinale die WG (Wettkampfgemeinschaft) Berlin gegen die WG Saarbrücken und die WG Würzburg gegen die Uni Bochum. Die Männermannschaften mussten sich im Gegensatz zu den Frauen für die Endrunde über mehrere Vorrundenspiele qualifizieren. Die Endrunde hat das Männerteam der Universität Jena leider nicht erreicht. Umso motivierter war die Frauenmannschaft aus Jena, um die Fußballehre der Jenaer Hochschule zu retten. Für die MLP DHM Frauen 2006 meldeten sich 9 Mannschaften, die in einer 4er- und in einer 5er-Gruppe gegeneinander antraten. In die Staffel der Universität Jena (Gruppe B) wurden noch die WG Köln, die WG Erlangen/Nürnberg und die Universität Bielefeld zugelost. In der 5er-Staffel (Gruppe A) spielten der Titelverteidiger und klare Turnierfavorit, die WG München gegen die WG Göttingen, die HSU Hamburg, die WG Karlsruhe und die Universität Bochum. Nachdem fast alle Mannschaften schon am Freitag, den 23. Juni angereist waren, wurde in Zelten im Universitätssportzentrum übernachtet. Am nächsten Morgen eröffneten der zukünftige Oberbürgermeister Albrecht Schröter und der Präsident des USV Jena e.V. Prof. Dr. Andreas Freytag die Veranstaltung. Im Anschluss pfiff das zehnköpfige Schiedsrichterteam die Spiele auf drei Feldern an. Die Universität Jena, zu deren Kader vier Spielerinnen der Zweitligamannschaft des FF USV Jena gehörten, bekam es im ersten Spiel mit der Uni aus Bielefeld zu tun. Dieses Spiel wurde klar mit 3:0, durch zwei Tore von Sabrina Schmutzler und ein Tor von Spielertrainerin Ivonne Hartmann gewonnen. Im zweiten Vorrundenspiel wurde dann gegen die WG Köln mit 3:1 gewonnen. Ivonne Hartmann versenkte zwei Elfmeter für Jena und Sabrina Schmutzler konnte auch noch einen Treffer auf ihrem Torkonto verbuchen. Im letzten Spiel der Vorrunde, bei dem mehrere Stammspieler für das schon vorzeitig erreichte Halbfinale geschont wurden, folgte ein torloses Remis gegen die WG Erlangen/Nürnberg. Die Mannschaften ließen den Samstag dann gemeinsam auf der Beach-Party am Saaleufer, beim der Übertragung des WM-Achtelfinalspiels der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, ausklingen. ((<bochum.jpg; Das Team aus Bochum))Am Sonntag standen die Finals des MLP adh-Pokals, der MLP DHM Männer und die Halbfinals und Finals der MLP DHM Frauen auf dem Programm. Den MLP adh-Pokal gewann die Universität Hohenheim durch Siege gegen die PH Freiburg (7:0) und die Universität Weimar (6:3), der Sieg der MLP DHM Männer ging an die Uni Bochum. Die Uni Bochum setzte sich mit 4:2 gegen die WG Saarbrücken durch. In den beiden Halbfinals der Frauen spielten der Sieger der Gruppe A, die WG München, gegen den zweiten der Gruppe B, die WG Köln. Die Münchner entschieden dieses Spiel mit 2:0 für sich. Das zweite Halbfinale gewann die Universität Jena, als erster der Gruppe B, klar mit 4:0 gegen die WG Göttingen, Zweiter der Gruppe A. Nun stand das Finale fest, die Jenaer Uni-Auswahl trat gegen die WG München an. Das Minimalziel war schon längst erreicht, einen Platz unter den ersten drei Teams gesichert. Doch wenn man schon in einem Finale steht möchte man es auch gewinnen. Die Universität Jena ging sehr motiviert in dieses Spiel. Man wollte nun den Turnierfavoriten schlagen. Die WG München bestand zum großen Teil aus Spielerinnen der Zweitligamannschaft von Wacker München, einem Ligakonkurrenten des FF USV Jena, und einer Spielerin vom Erstligaverein Bayern München. Außerdem ist der Trainer der WG München zugleich auch der Trainer der Studentinnen-Nationalmannschaft. Doch die Jenaerinnen ließen sich nicht einschüchtern. Das Spiel war sehr ausgeglichen, jedoch besaß Jena die größeren Torchancen. Drei Schüsse von Sabrina Schmutzler fischte die Münchner Torhüterin gekonnt von der Torlinie. Torchancen der Münchnerinnen ließ die Jenaer Hintermannschaft nicht zu. Die leider nur wenigen Zuschauer sahen ein hart umkämpftes Spiel, welches 0:0 endete. Auch die Verlängerung nach 2x5 Minuten brachte keine Entscheidung. So folgte das Elfmeterschießen. Es wurden fünf Schützen beiderseits festgelegt. Als nach vier Schüssen keiner verschossen wurde, trat Saskia Schwarz von Jena zum letzten Schuss an. Leider schoss sie den Ball über die Querlatte. Dann musste die letzte Münchnerin nur noch treffen, um die DHM Frauen 2006 zu gewinnen. Doch der Jenaer Fußballgott wollte es anders. Griseldis Meißner, Torhüterin von LOK Leipzig, hielt den letzen Schuss. Nun mussten neue Schützen benannt werden. Geschossen wurde nun immer in Einerschritten. Annabelle Senff von der Uni Jena versenkte den ersten Schuss. Doch auch die Münchnerin traf. Als nächstes schoss Melanie Piatkowski vom 1.FC Gera, sie traf. Die nun schießende Münchnerin verzog und schoss den Ball in die Wolken. Die Freude war wahnsinnig groß und die Sensation perfekt. ((Spielszene .jpg)) Die Universität Jena gewann die MLP DHM Frauen 2006 und qualifizierte sich damit für die Europameisterschaften der Universitäten im nächsten Jahr. Man konnte noch lange den Jubel aus dem Universitätssportzentrum Oberaue vernehmen. Die Jenaerinnen haben die Favoriten aus München mit einer kompakten Mannschaftsleistung und sehr viel Herz und Engagement geschlagen und ist nun neuer Deutscher Hochschulmeister im Fußball. Damit haben sie die Münchner Wettkampfgemeinschaft nach mehreren Jahren abgelöst. Organisiert wurde das Turnier vom Hochschulsport und dem Fußball-Zweitligaverein FF USV Jena unter der Leitung von Andrea Altmann, Mitarbeiterin des Hochschulsports der Friedrich-Schiller-Universität.