Berlin, 18.06.04 – Die diesjährigen Olympischen Spiele in Athen rücken die Spitzensportförderung an den Hochschulen und damit auch das adh-Projekt „Partnerhochschule des Spitzensports“ stärker ins Visier der Sportfunktionäre und Sportpolitiker, denn 30% der Olympiamannschaft in Athen 2004 werden voraussichtlich wieder Studierende sein. Zum zweiten Parlamentarischen Abend des Hochschulsports des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) und der Zentraleinrichtung Hochschulsport (ZEH) der Technischen Universität Berlin am 16. Juni 2004 kamen über 120 Gäste und nutzten die Gelegenheit, sich über Spitzensport und Studium auszutauschen und intensiv zu diskutieren. Darunter die sportpolitischen Sprecher aller Bundestagsfraktionen wie Dagmar Freitag (SPD), Klaus Riegert (CDU), Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) und Detlef Parr (FDP). Außerdem beteiligt waren führende Funktionäre des Sports, u. a. DSB-Präsident Manfred von Richthofen, Bernhard Schwank (NOK Generalsekretär) und Hans-Ludwig Grüschow (Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe) sowie Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft. ((PA2004.jpg;v.l.n.r. Dieter Krickow (DOG-Vizepräsident), Peter Kernbach (Sprecher der ständigen Konferenz der Spitzenverbände), Hans-Ludwig Grüschow (Vorsitzender der Stiftung deutscher Sporthilfe) und Bernhard Schwank (NOK-Generalsekretär);)) Manfred von Richthofen gratulierte in seinem Grußwort dem adh, dass er mit diesem Parlamentarischen Abend ein deutliches sport- und gesellschaftspolitisches Zeichen setzt. „Wenn wir jetzt verstärkt über das Bildungssystem in Deutschland ganz allgemein und die Eliteförderung im Besonderen sprechen, dann will und muss sich der Sport kompetent einbringen. Der adh […] engagiert sich im Kernbereich aktueller Themenstellungen.“ Eine wichtige Rolle spricht er dabei dem adh mit seinem Förderprojekt „Partnerhochschule des Spitzensports“ zu. „Mit dieser Kooperation wurde das Fundament zur Optimierung des Umfeldes studierender Spitzensportler gelegt.“ Das anschließende Impulsreferat „Die Bedeutung des Hochschulsports für den Bildungsstandort Deutschland“ von Prof. Dr. Holger Preuß (Universität Mainz) zeigte das Entwicklungspotential des Hochschulsports auf. Sieht man ins Ausland, z.B. nach Oxford, Cambridge, Yale oder Harvard, dann erkennt man schnell, dass der Sport an Eliteuniversitäten eine große Bedeutung hat. In Deutschland spielt er (noch) eine eher untergeordnete Rolle. Eine Spitzenhochschule braucht jedoch auch einen qualifizierten Hochschulsport. Die Spitze des hochschulsportlichen Engagements im Leistungssport sieht Holger Preuß in der Ausrichtung einer Universiade: „Ein Highlight für den Hochschulsport wäre sicherlich die Ausrichtung des zweitgrößten weltumfassenden Multisport-Events – die Universiade im Jahr 2011. Wenn schon nicht Olympia 2012, dann doch lieber ein Jahr zuvor die Universiade!“ Seiner Meinung nach ist Deutschland „gar nicht so weit von einer Ausrichtung entfernt. Letztes Jahr haben der adh, das NOK und der DSB einer deutschen Bewerbung zur Ausrichtung einer Sommer-Universiade zugestimmt.“ In der weiteren Diskussion mit führenden Sportfunktionären und den sportpolitischen Vertretern wurde deutlich, dass über die Ausrichtung einer Universiade in Deutschland nachgedacht und diese als Chance gewertet wird, Deutschland der Welt als leistungsfähigen Sport- und Bildungsstandort zu präsentieren. Auch Hannes Gschwentner (Landeshauptmannstellvertreter der Tiroler Landesregierung und Mitglied des Organisationskomitees der Winter-Universiade 2005) verspricht sich mit der Ausrichtung in Innsbruck/Seefeld im Januar 2005 ganz konkrete Vorteile für sein Land. Er sieht die Winter-Universiade unter anderem als Referenz und Generalprobe für die Ausrichtung weiterer großer Veranstaltungen. Die Ausrichtung einer Universiade ist in Europa die beste Visitenkarte für den Nachweis von Erfahrungen und Kompetenz. Sie würde einer deutschen Stadt bei einer erneuten Olympiabewerbung ebenfalls Punkte bringen. Bernd Lange, Vorstandsvorsitzender des adh, zeigte sich sehr zufrieden mit der Veran-staltung. „Es gibt eine sehr positive Grundstimmung unter den anwesenden Politkern und Sportfunktionären was die Spitzensportförderung an den Hochschulen und die Ausrichtung einer Universiade in Deutschland betrifft. Diesen Rückenwind muss der adh nutzen und weiter in die richtige Richtung gehen.“ [[http://adh.de/html/bildergalerien/PA-Galerie_ziel/;Zur Bildergalerie]]