Die TU Darmstadt richtet am 10. und 11. Juli die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Ultimate Frisbee aus. Zum zweiten Mal nach 2001 spielen die 20 besten deutschen Uni-Teams im Hochschul- und dem Böllenfalltorstadion um den DHM -Titel. Am Samstag (10.7.) geht es ab 9.00 Uhr mit den Gruppenspielen los; sonntags gegen 17.00 Uhr endet das Turnier. Die Cracks von „Ars Ludendi“ wollen bei ihrem Heimspiel auf dem Siegerpodest landen. Nach zwei dritten Plätzen bei den beiden letzten Hochschulmeisterschaften rechnen sich die Darmstädter dafür gute Chancen aus. „Wir sind in unserer derzeitigen Besetzung seit rund zwei Jahren eingespielt“, ist Matthias Kram zuversichtlich. Kram spielt seit drei Jahren Frisbee in Darmstadt, steht inzwischen als Obmann in der Verantwortung. In der Favoritenrolle sieht er jedoch die Titelverteidiger aus Aachen sowie die Formationen aus Karlsruhe und Rostock. Der sportliche Ehrgeiz ist bei den Darmstädtern zwar vorhanden, das Abschneiden bei der DHM steht aber im Zweifelsfall hinter den Faktoren Spaß und Geselligkeit zurück. Ohnehin werden am zweiten Juli-Wochenende die Kräfte der Gastgeber auch an anderer Stelle benötigt. Turnierleitung, Verpflegung der über 200 Aktiven oder Organisation der Spielerparty sind nur unter Mithilfe aller zu stemmen. Als Hauptverantwortlicher hofft Matthias Kram auf gutes Wetter und guten Besuch der DHM: „Vielleicht leckt der eine oder die andere ja Blut, wenn er uns spielen sieht“. Seit Anfang der 90er Jahre wird in Darmstadt Ultimate Frisbee gespielt. Unter dem Namen „Ars Ludendi“ (Die Kunst zu spielen) nehmen die Darmstädter an Turnieren in ganz Deutschland teil. Insgesamt stehen rund 30 SpielerInnen auf Krams Liste, von denen bei der DHM etwa 20 spielberechtigt sind. Manche haben das Studium inzwischen beendet, halten aber dennoch Kontakt. So kommt etwa Marcus Heilmann, der als Obmann Hauptorganisator der DHM 2001 war, im Juli extra aus Hamburg angereist. Ein Ultimater der ersten Stunde ist Georg Hofmann. Der Darmstädter ist waschechter Nationalspielerspieler, gehört dem deutschen Mixed-Nationalteam an. Auf seine Anregung geht es zurück, dass bei „Ars Ludendi“ grundsätzlich eine Frau in der Formation steht. Das Regelwerk würde auch ein reines Männerteam erlauben. „Wir haben das freiwillig so festgelegt, damit unsere Frauen ausreichend Spielzeit bekommen“, erläutert Kram diese Maßnahme, die den viel beschworenen „Spirit of the Game“ widerspiegelt. Daniel Timme ''Stichwort Ultimate Frisbee'' Ziel dieses schnellen Feldspiels ist es, durch geschicktes Freilaufen und Zuspielen mit der Scheibe in die gegnerische Endzone zu gelangen. Die Sportart ist in der universitären Sportlandschaft verwurzelt; ein klassisches Vereinswesen gibt es nicht. Seinem Charakter nach ist Ultimate vor allem ein Laufspiel, das neben guter Ausdauer auch viele Sprints abverlangt. Als früherer Fußballer sei er anfangs von der Intensität des Spiels überrascht gewesen, berichtet der Darmstädter Obmann Matthias Kram: „Beim Ultimate ist man froh, wenn man nach einigen Minuten mal eine Pause bekommt.“ Ein Team besteht aus sieben Spielern – und Spielerinnen. Da Ultimate ein Spiel ohne Körperkontakt ist, minimieren sich die biologischen Vorteile der Männer. Deshalb wird normalerweise auch in Mixed-Teams gespielt. Und ohne Schiedsrichter. Das ist es, was Ultimater unter dem „Spirit of the Game“ verstehen. Die Spieler regeln strittige Situationen ohne unabhängigen Dritten. Kram: „Wenn man sich mal nicht einigen kann, geht die Scheibe einfach zurück zum letzten Werfer. So steht es in den Regeln.“