18.07.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

DHM (Nacht-)Marathon in Marburg: Spannung bis nach Mitternacht

Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften Marathon, die am 13.07.2007 erstmals in Marburg stattfanden, konnten sich die Favoriten durchsetzen: Die Läufer der Uni Bochum, der WG Braunschweig und der gastgebenden Philipps-Universität Marburg standen gleich dreimal auf dem Siegerpodest.

Der Marburger Nachtmarathon ist auf dem besten Weg, sich als Großereignis dauerhaft zu etablieren. Zum Jubiläum wurden die Veranstalter vom Ultra Sport Club Marburg förmlich überrannt. Von 1.455 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern gingen mindestens 1.300 auch an den Start, 1.238 wurden im Ziel gezählt. Zwar hatte man im Vorfeld gehofft, die magische 1.000-Starter-Marke zu übertreffen, mit einem Zuwachs von ca. 40 Prozent jedoch nicht rechnen können. Aber nicht nur die Masse konnte sich sehen lassen. Sowohl im Halbmarathon als auch im Marathon wurden gute Zeiten gelaufen. Der Start erfolgte wie gewohnt auf dem historischen Marktplatz. Der spätere Marathondritte, Klaus Eickel, äußerte später begeistert: „Cool ist der Start, man fühlt sich fast wie in der Toskana“. Der Start erfolgte dieses Mal zeitlich versetzt. Um 19 Uhr starteten die Marathonläufer und die Staffeln, eine Viertelstunde später durften dann auch die Halbmarathonläufer auf die Strecke. Auf den ersten Kilometern durch die Straßen der Innenstadt entzerrte sich das Feld bald. Der Nachtmarathon ist eine Mischung aus Stadt- und Landschaftslauf, der sowohl den Trubel der Stadt mit Zuschauern als auch die Einsamkeit an den Lahnauen bietet. Nach sechs Kilometern ging es auf die Radwege, wo die Strecke entlang der Lahn zurück Richtung Innenstadt und Universitätsstadion führt, wo sich eine Runde durch Feld und Wiese und entlang der Lahn anschließt. Während die Halbmarathonläufer und die schnellsten Marathonläufer noch im Hellen ins Ziel kommen, wird es für alle anderen dann tatsächlich ein Nachtmarathon. In der Spitze war der Halbmarathon noch nie so gut besetzt wie in diesem Jahr. Nach verhaltenem Beginn setzte sich schließlich sicher Dieter Baumann (LAV ASICS Tübingen), in 1:10:27 Stunden durch vor Vorjahressieger Marco Diehl (TSV Friedberg-Fauerbach/1:13:06) und dem Marburger Studenten Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach/1:13:31). Frauensiegerin Susanne Brema (LSG Karlsruhe) gewann als Elfte im gesamten Feld nach 1:20:50 Stunden mit großem Vorsprung und unterbot damit den alten Streckenrekord um fast sechs Minuten. Marathonsiegerin bei den Frauen wurde in 3:24:21 Simone Stöppler (SSC Hanau-Rodenbach), die gewohnt verhalten begonnen und schließlich nach 12 Kilometern die Führung übernommen hatte. {{DHM Marathon 2007}} ((marathon-sieger-07.jpg)) Durch die Ausrichtung der Deutschen Hochschulmeisterschaften hatte man im Marathon ein sehr gut besetztes Männerfeld. Die Uni Bochum, die WG Braunschweig und die gastgebende Philipps-Universität Marburg waren mit je einer Mannschaft vertreten. Die ersten drei der Gesamtwertung bei der Siegerehrung mussten gleich dreimal auf das Podest, da auch alle drei für die Meisterschaften gemeldet waren und darüber hinaus auch in der gleichen Altersklasse liefen. Sieger des Nachtmarathons und Deutscher Hochschulmeister wurde der Mecklenburger Mathias Ahrenberg (Uni Rostock), der im Frühjahr in sehr guter Form war und seine Bestzeit auf 2:30:33 Stunden verbessert hatte. Er wurde seiner Favoritenrolle gerecht, setzte sich bereits auf den ersten Kilometern ab und gewann sicher in 2:41:04. Vielleicht wäre es auch noch ein wenig schneller gegangen, wenn er auf den ersten zehn Kilometern etwas langsamer gelaufen wäre. Doch er war sich nicht sicher, ob es sich bei dem vor ihm liegenden Läufer, der als Staffelläufer von hinten nicht zu erkennen war, um einen solchen oder um einen Konkurrenten handelte. Dies klärte sich erst beim Wechsel, weswegen im nächsten Jahr die Staffeln Rückennummern bekommen müssten. Bestzeit wäre aber sowieso nicht drin gewesen, erklärte er im Ziel, nach dem schnellen Marathon im Frühjahr sei die Form erst einmal komplett weg gewesen. Wie er blieben auch die Nächstplatzierten mit ihren Zeiten teilweise weit über ihrem tatsächlichem Leistungsvermögen, jedoch wird der Sommer von Marathonläufern bekanntlich auch eher zur Regeneration genutzt. Um die Plätze zwei und drei blieb es bis zum Schluß spannend. Für den ebenfalls favorisierten Roland Steinmetz (Uni Bochum /USC Bochum) lief es nicht gut, mit 2:50:58 blieb er schließlich als Vierter weit über seinen Möglichkeiten. Den Kampf um Platz zwei entschied schließlich Matthias Schlipf (2:47:27/WG Karlsruhe) mit wenigen Sekunden Vorsprung für sich vor Klaus Eickel (2:47:51/LGO Bochum/Uni Bochum). Es ist bedauerlich, dass die Deutschen Hochschulmeisterschaften nur auf geringe Resonanz stießen. 26 Teilnehmer waren gemeldet, davon nur sechs Frauen. Zwei traten krankheitsbedingt nicht an, da blieben nur noch vier, von denen wiederum nur zwei das Ziel erreichten. Den Titel gewann Antje Krause für die Philipps-Universität Marburg in 3:40:25, blieb aber weit über ihrer Bestzeit. Sie hatte schon früh Probleme bekommen und musste Gehpausen einlegen, kämpfte sich aber durch. Der Nachtmarathon war sie nur noch ein Nachspiel, denn Saisonhöhepunkt war der 100 Kilometerlauf in Biel gewesen. Zweite wurde Madina Guseynova von der Universität Braunschweig, die ihren zweiten Marathon in 3:45:04 absolvierte. Eine nächste Hochschulmeisterschaft wird es für sie wahrscheinlich nicht mehr geben, da die Germanistin vor wenigen Wochen die Abschlussprüfungen abgelegt hat. Von Antje Krause Weitere Infos unter: [[www.LaufReport.de]] Ergebnisse unter: [[www.Volkslauf.de]] Fotos: [[www.volkslauffoto.de]]