''Ich bin hier, weil ich hinter Ihnen stehe.“'' Ziel der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ist es, die gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit auf die Arbeit der 23 Millionen ehrenamtlich und freiwillig Engagierten in Deutschland zu lenken und damit die Anerkennung für freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Hauptredner bei der Auftaktveranstaltung in Berlin war Bundespräsident Horst Köhler, der auch Schirmherr der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ist. „Engagieren Sie sich, es lohnt sich“, rief der Bundespräsident den circa 400 geladenen Gästen zu und blickte dabei bewusst in die Kameras von ZDF und ARD, die den Aufruf an die Menschen im Lande weiter tragen sollten. Köhler führte in seiner Rede aus, wie wichtig ehrenamtliches Engagement und freiwillige Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Dabei betonte er aber auch, dass die „Gesellschaft der Bürger keine Reparaturgesellschaft für den Staat“ bedeuten kann. Er wolle sich, so Köhler, dafür einsetzen, dass bürokratische Hürden und Hindernisse für das Ehrenamt weiter abgebaut werden. Im Hinblick auf die zuletzt in öffentlicher Debatte geführten Diskussionen über die Reform des Gemeinnützigkeitsrechts versprach der Bundespräsident seine Unterstützung: „Ich bin hier, weil ich hinter Ihnen stehe. Schon bald habe ich Gelegenheit, bei einem Treffen mit dem Bundesfinanzminister über das Thema zu sprechen.“ In diesem Jahr konzentriert sich die Kampagnenwoche auf die Schwerpunkthemen Familie, Senioren und Sport. Den Deutschen Olympischen Sportbund vertraten in Berlin als Ehrengäste die Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Gudrun Doll-Tepper, und der Vizepräsident für Leistungssport, Eberhard Gienger. Besondere Aufmerksamkeit zog ein noch aktiver Spitzensportler auf sich. Der vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) für die Podiumsdiskussion eingeladene Tobias Schellenberg ist 25facher Deutscher Meister im Wasserspringen, mehrfacher Universiade-Sieger, Europameister 2006, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele in Athen und studierter Sozialpädagoge. Als solcher hat er in Leipzig in Kooperation mit einem örtlichen Verein ehrenamtlich ein Projekt organisiert, in dem vor allem die Geschwister krebskranker Kinder betreut werden, weil diese häufig wegen der Vielfachbelastung der Eltern vernachlässigt werden. Schellenberg verriet dem Publikum im Tipi seinen Wunsch, dieses in Deutschland einmalige Projekt auch nach seinem kürzlichen Umzug von Leipzig nach Berlin in der Hauptstadt einzuführen. Durch geschickte Moderation von Cherno Jobatey (ZDF) entwickelte sich daraufhin eine lebhafte Unterstützungs-Aktion durch die weiteren Podiumsgäste. Dr. Brigitte Mohn, Vorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, und ZDF-Nachrichtenmoderator Steffen Seibert, ehrenamtlicher UNICEF-Botschafter, boten spontan ihre Erfahrung und praktische Hilfe in der Umsetzung an. Der Vorsitzende des BBE, Prof. Dr. Thomas Olk, sagte in seiner Begrüßungsrede voraus, „keine der großen Herausforderungen, denen wir uns in Politik und Gesellschaft gegenübersehen - sei es der demographische Wandel, die Reform des Bildungswesens, der Umbau des Sozialstaats, oder die Wiedergewinnung von Wachstum und Beschäftigung-, wird ohne aktive und engagierte Bürgerinnen und ohne neue Formen der Kooperation und der Vernetzung des freiwilligen Engagements erfolgreich bewältigt werden können.“ Olk begrüßte in diesem Zusammenhang das in den letzten Jahren gestiegene Interesse wirtschaftlicher Unternehmen und freute sich, die Commerzbank als neuen Unterstützer der Woche des bürgerschaftlichen Engagements nennen zu können. Die Commerzbank ist bereits seit sechs Jahren Partner des DSB/DOSB in der gemeinsamen Ehrenamtsinitiative „Sport braucht dein Ehrenamt“. Immer mehr Menschen in Deutschland engagieren sich. Fast jeder Dritte über 14 Jahre hat ein Ehrenamt inne. Insgesamt sind das mehr als 23 Millionen Menschen in Deutschland. Der Anteil der Engagierten, die mehr als eine Aufgabe oder Funktion übernommen haben, ist von 37 Prozent (1999) auf 42 (2004) gestiegen. Die meisten der Ehrenamtlichen sind im Sport aktiv. Hier engagieren sich 4,5 Millionen Menschen (11 Prozent). Etwa jede(r) Dritte in der Gruppe der Helfer und Helferinnen ist unter 30 Jahre alt. Im Vorstand sind Frauen eher weniger vertreten (39 Prozent gegenüber 61 Prozent Männern). Nähere Informationen zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements und der Kampagne „Engagement macht stark“ finden Interessierte im Internet unter www.b-b-e.de. Praktische Arbeitshilfen für Ehrenamtliche gibt es im Internetportal des DOSB und der Commerzbank unter www-ehrenamt-im-sport.de. Quelle: DOSB-Presse, Markus Böcker