Bei der XXIII. Sommer-Universiade in Izmir konnten neben den zehn fest vorgegebenen Universiade-Sportarten vier optionale Sportarten aus dem Kanon der FISU-Sportarten vom Ausrichter aufgenommen werden. Zu den optionalen Sportarten gehören Ringen, Taekwondo, Segeln und Bogenschießen. ((univ_wiebeke_gross.jpg;Wiebke Nulle profitiert vom adh-Projekt 'Partnerhochschule des Spitzensports;)) Der internationale Bogenschützen-Verband (FITA) arbeitete im Vorfeld sehr eng mit dem Organisationskomitee der Sommer-Universiade zusammen und konnte so erreichen, dass Bogenschießen auch bei dieser Sommer-Universiade angeboten wird. Die Erfolge der Sommer-Universiade 2003 (Daegu, Südkorea) und die Tatsache, dass sich die Athleten und Athletinnen FITA-Punkte anrechnen lassen können, hat der FISU die Entscheidung sicherlich erleichert. Im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband ist Bogenschießen erst seit dem Jahr 2002 Bestandteil des Sportarten-Kanons und so eine noch recht „junge“ Sportart, die jedoch sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Auf nationaler Ebene konnte inzwischen die dritte DHM Sport- und Bogenschießen in Marburg erfolgreich ausgerichtet werden. Im internationalen Wettkampfgeschehen ist diese XXIII. Sommer-Universiade in Izmir nach der Sommer-Universiade in Daegu die zweite Universiade, bei der für den adh deutsche Bogenschützen an den Start gehen. Bei der Universiade wird - wie auch bei den Olympischen Spielen - im Freien aus einer Entfernung von 70 m zweimal mit je 36 Pfeilen auf die Zielscheibe geschossen. Die weitere Ausscheidung geschieht dann im direkten KO-Verfahren. In allen Klassen wird zwischen Recurve- und Compoundbogen unterschieden. Der Recruve-Bogen stammt vermutlich aus Asien und stellt eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Langbogens dar. Bereits im ägyptischen Theben wurden Exemplare dieses Typs gefunden. Im Unterschied zum Langbogen sind beim Recurvebogen die Enden der Wurfarme so stark nach vorn gebogen, dass die Sehne anliegt. Dadurch erhält der Bogen einen weicheren Auszug und höheren Wirkungsgrad. Die Pfeile haben nach dem Abschuss eine Geschwindigkeit von bis zu 140-160 m/s. ''Viertel-Finale von Wiebke Nulle anvisiert'' Das deutsche Universiade-Team hat mit Wiebke Nulle, der Siebtplatzierten der Olympischen Spiele von Athen und Zweitplatzierten der Europameisterschaften in Sassari (Italien 2004) sicherlich eine starke Recruve-Schützin im Team, deren Bestleistung bei 641 Punkten (2 x 70 m) liegt. Bei der Universiade wird in einem Starterfeld von 179 Athleten, darunter 80 Bogenschützinnen, eine sehr starke Konkurrenz - insbesondere aus Südkorea – erwartet. Hendrik Pusch, Disziplinchef im adh, geht deshalb davon aus, dass die Bewerbe im Bogenschießen auf höchstem Niveau ablaufen werden. Wiebke Nulle, die soeben ein Training auf dem Wettkampfgelände „Izmirspor Tesisieri“ absolviert hat, erklärt:„ Ich erwarte ein ähnlich gutes Starterfeld wie zu den Weltmeisterschaften. Da ich mich für diese 2005 leider nicht qualifizieren konnte, möchte ich bei der Universiade meine Form beweisen und mindestens das Viertel-Finale erreichen. Der nachmittags sehr böige Wind vom Meer wird sicherlich die Wettkampfbedingungen erschweren.“ Für Nulle ist dies die zweite Teilnahme an einer Universiade. 2003 belegte sie den neunten Platz. Als Ziel ihrer weiteren Sportkarriere peilt sie eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Beijing an. ''Spagat zwischen Studium und Sport wird durch adh-Projekt erleichtert'' Doch Nulle konzentriert sich nicht nur auf ihre Karriere als Leistungssportlerin. Sie studiert an der Humboldt-Universität zu Berlin im vierten Semester Diplom-Sportwissenschaften und möchte nach Abschluss ihres Studiums als Lehrerin arbeiten. Da die Humboldt Universität eine „Partnerhochschule des Spitzensport“ ist, kann Wiebke Nulle von dem Kooperationsvertrag zwischen Universität und dem adh, dem Dachverband des Deutschen Hochschulsports, profitieren und so den Spagat zwischen Studium und Leistungssport besser meistern: „Da meine Trainingsstätte und mein Institut auf dem gleichen Gelände liegen, kann ich Training und Studium generell gut koordinieren, auch wenn dies bei 30 Stunden Training pro Woche und zehn Semester-Wochenstunden nicht immer leicht fällt. Allerdings kommt es aufgrund der vielen Trainingslager und Wettkämpfe dazu, dass ich der allgemeinen Anwesenheitspflicht nicht immer nachkommen kann. Durch den Kooperationsvertrag zwischen adh, der Humboldt-Universität und dem Olympiastützpunkt erfahre ich große Unterstützung von allen Seiten, die es mir beispielsweise erleichtern, mein Studium mit dem Sport zu vereinbaren.“ ''Wettkampftermine'' 13.08.2005: Qualifikationsrunde Damen Recurve Am Start: Wiebke Nulle