18.07.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

ber 500 Judoka gingen in Magdeburg auf die Matten

Die DHM Judo 2007 in Magdeburg bot am 30.06.2007 und 01.07.2007 den zahlreichen Teilnehmenden und Zuschauern eine gelungene Mischung aus Spitzen- und Breitensport. Die deutschen Kaderathletinnen und -athleten hatten hier die letzte Gelegenheit, sich für die Sommer-Universiade in Bangkok zu qualifizieren.

ber 500 Judoka von rund 70 deutschen Hochschulen kämpften in Magdeburg um den Titel des Deutschen Hochschulmeisters in den jeweiligen Gewichtsklassen. Mit dabei waren sowohl Judo-Neulinge, die sich erst im Hochschulsport der Sportart Judo zugewendet hatten als auch Spitzensportler wie z.B. die Europameisterin Katrin Beinroth oder andere Kadersportler des Deutschen Judo-Bundes. Es ist ein besonderes Merkmal einer Hochschulmeisterschaft, dass Spitzen- und Breitensportler eine Bühne haben, auf der sie gemeinsam um die Lorbeeren kämpfen. Und so gab es Teilnehmerfelder, die nicht alltäglich auf den nationalen und internationalen Judo-Matten sind. Mit zum Teil über 70 Teilnehmenden in einer Gewichtsklasse gab es auch enorme Anforderungen an die Ausrichter. Wie souverän dies letztendlich in Magdeburg über die Bühne ging, ist beachtens- und lobenswert. In den Einzelwettkämpfen dominierten dann doch die erfahreneren Judoka die Klassements. Bei den Frauen gewannen Severine Pesch (bis 48 kg), Riccarda Rau (bis 52 kg), Christina Marzok (bis 63 kg) und Katrin Beinroth (+78 kg) wie bereits im Vorjahr die jeweiligen Konkurrenzen. Alle vier Sportlerinnen sind darüber hinaus noch im Rennen um die Nominierung zu Olympia 2008 in Peking. Pesch und Rau erhielten zudem nach der DHM auch die Nominierung zur Sommer-Universiade im August in Bangkok. Auch besondere Familienbande gab es. Nachdem im vergangenen Jahr Christina Marzok das 63-kg-Finale gegen ihre Schwester Katharina gewann, stand in diesem Jahr in der Klasse bis 70 kg mit Iljana eine weitere Marzok-Schwester im Finale und gewann ebenso Gold. Maike Heinz als Vorjahres-Vize (-78 kg) und Miriam Garmatter (-57 kg) komplettierten die Meisterinnen-Riege. Bei den jungen Männern ist die große Leistungsdichte bereits daran erkennbar, dass kein Vorjahresmeister seinen Titel verteidigen konnte. Durch die hohen Teilnehmerzahlen gab es jedoch auch für so manchen Kämpfer einen richtigen „Marathon“. Christophe Lambert zum Beispiel in der mit 74 Teilnehmern meistbesetzten Gewichtsklasse bis 81 kg musste trotz eines Freiloses in der ersten Runde bis zu seinem Sieg sechs Kämpfe bestreiten. So mancher Bronze-Gewinner, der sich durch die Trostrunde kämpften musste, kam schnell auf acht und mehr Kämpfe. Eine Meisterleistung, die nicht nur von den Kämpfern ein Höchstmaß an Kondition und Kraft erforderte, sondern auch von den Organisatoren ein hohes Maß an Geschick in der Wettkampfplanung voraussetzte. ((judo2-07.jpg)) Am zweiten Tag gab es dann die Mannschaftswettkämpfe. Bei den Wettkämpfen der Männermannschaften hatten wie im Vorjahr die Potsdamer wieder die Nase vorn. Sie besiegten im Finale die WG Köln. Große Freude löste jedoch bei den Gastgebern der dritte Platz für ihre Männermannschaft aus. Die von Sebastian Lehmann betreuten Magdeburger Judokas mussten sich nur im Halbfinale den Potsdamern geschlagen geben. „Uns war klar, dass wir gegen die Potsdamer kaum eine Chance haben würden, die trainieren als Bundesligakämpfer viel häufiger als wir. Deswegen haben wir das nicht so verbissen gesehen und haben unsere Kräfte für den Kampf um Bronze gespart“ erklärte Ralph Müller, der in der 73-kg-Klasse antrat, die Mannschaftstaktik. Die zweite Bronzemedaille ging an Aachen. Bei den Frauen gewann die Wettkampfgemeinschaft Berlin vor der Uni Bielefeld. Bemerkenswert war hier der dritte Platz von Braunschweig. Die von Katrin Beinroth angeführte Mannschaft konnte nur mit drei Kämpferinnen von fünf vorgesehenen antreten und hat auf ihrem Weg zu Bronze dennoch nur einen Kampf abgeben müssen. Die Uni Marburg gewann die zweite Bronzemedaille. Ein besonderes Highlight ist immer wieder der Newcomers-Cup. Judo-Neulinge mit einer Graduierung bis zum grünen Gurt dürfen gemeinsam in einer Mannschaft starten und so auf einem recht gleichen Niveau die Wettkämpfe bestreiten. Wie viel Freude und Spaß die Sportler dabei hatten, wurde an ihrem Ehrgeiz und der Stimmung in der Halle deutlich. Mit lauten Anfeuerungsrufen und Tipps ihrer Kommilitonen wurde so mancher zum Sieg getragen. Bei den Männern gewann letztendlich die Wettkampfgemeinschaft aus Halle vor Hannover und der Uni Rostock. Bei den Frauen freuten sich am Ende die Sportlerinnen der gastgebenden Magdeburger über Gold. Sie verwiesen auch Rostock und Hannover, allerdings in umgekehrter Reihenfolge als bei den Männern auf die Plätze. Franz-Jürgen Zeiser als verantwortlicher Disziplinchef Judo lobte die hervorragend ausgerichtete Meisterschaft in Magdeburg. „Die Organisation und der offizielle Rahmen dieser Meisterschaft sind sehr gelungen und die Meisterschaft hatte ein sehr hohes technisches Niveau. Sie war wieder wie auch in den vergangenen Jahren eine gute Synthese zwischen Breiten- und Spitzensport.“ Er ermutigt alle Studenten, die sich mit der Sportart Judo beschäftigen, auch in den kommenden Jahren insbesondere den Newcomers-Cup für einen Einstieg in Wettkampfjudo zu nutzen. Die Meisterschaft wurde abgerundet mit einer zünftigen Studentenparty. Die schon legendäre Bierstaffel, aber auch Trabbischieben und viel Stimmung bei Musik und Tanz begeisterten alle Sportler auch außerhalb der Judo-Matte. Dr. Wolfram Streso, der Chef-Organisator des Wochenendes, der mit seinen Studenten gemeinsam die Meisterschaft vorbereitete, freute sich über die Resonanz und resümierte froh: „Das Wochenende war eine runde Sache, ganz tolle Wettkämpfe, die Kampfrichter haben gute Leistungen gezeigt, der gemütliche Abend hat gestimmt, ich bin rundum zufrieden.“ Birgit Arendt Pressesprecherin DJB