''Reformprozesse in der deutschen Hochschullandschaft und ihre Auswirkungen auf den Hochschulsport'' Traditionell lud der adh die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mitgliedshochschulen Ende Juni zur Hauptamtlichen-Tagung ein. Ausrichter war diesmal der Hochschulsport Weimar. Die Tagung informierte ausführlich über die Reformprozesse der deutschen Hochschullandschaft und bot die Möglichkeit, deren antizipierbare Auswirkungen auf den Hochschulsport zu eruieren und diskutieren. Erstmalig setzt sich an den Hochschulen die Einsicht durch, dass die Reform des Hochschulsystems von einem ganzheitlichen Ansatz ausgehen muss. Sie sollte die Interdependenzen der verschiedenen Ebenen und das Ineinandergreifen von allen Reformbereichen ins Blickfeld nehmen. Aber wie sieht die Hochschule der Zukunft aus und was bedeutet diese Entwicklung für den Hochschulsport? ((weimar_gross.jpg)) Dr. Christian Berthold, Geschäftsführer der CHE-Consult, zeigte in seinem Vortrag “Reformprozess an den deutschen Hochschulen” den Referenzrahmen der Hochschulreform sowie das daraus resultierende neue Steuerungsverständnis der Hochschulen auf. Die wirkungs- und leistungsorientierten Steuerungsmodelle der Hochschulpolitik der Zukunft sind demnach stark von Nachfrageorientierung, Budgetbemessung und zunehmender Autonomie geprägt. Von den Umstrukturierungen ausgehend formulierte Berthold konträre Thesen zur Zukunft des Hochschulsports, die später in Arbeitsgruppen aufgegriffen und intensiv diskutiert wurden: Ist der Hochschulsport momentan nur schmückendes Beiwerk der Hochschule? Wird er durch die Steuerungsmodelle bedroht oder besitzt er große Chancen im Kontext der neuen Steuerung? Hat er nur dann eine Überlebenschance, wenn er Teil der Hochschulstrategie wird? Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun (Universität Paderborn) ging in seiner Präsentation „Die Reformprozesse und der (Hochschul)Sport“ von den Thesen aus, dass der Hochschulsport zum einen die Entwicklungen an den Hochschulen ernst nehmen muss, um sich entsprechend positionieren zu können und zum anderen, dass die gesellschaftliche Bedeutung des Sports wesentliche für die Zukunft des Hochschulsport ist und Argumente für dessen Ausgestaltung an den Hochschulen liefert. Veränderungen in der Freizeit- und Erwerbsarbeit, im bürgerschaftlichen Engagement, in der Vorstellung von Körper und Gesundheit sowie die zunehmende Partizipation der Frau am öffentlichen Leben haben umfassende Konsequenzen für den Sport, denen auch im Hochschulsport inhaltlich wie strukturell Rechnung getragen werden müsse. Die Beiträge der Referenten lieferten den Teilnehmenden eine gute Grundlage, um in die am Folgetag geplanten Arbeitsgruppen zu gehen. Anhand von vorgegebenen Thesen wurde in jeweils zweimal drei Arbeitsgruppen intensiv diskutiert. Grundtenor der Diskussionen war, dass der Hochschulsport in vielerlei Hinsicht ein struktureller Vorreiter, z. B. in Bezug auf Leistungsorientierung, an den Hochschulen ist. Inhaltlich bietet er den Studierenden wie den Mitarbeitern der Hochschule die Möglichkeit, zu kommunizieren, sich in Campusatmosphäre gesund und fit zu halten sowie die Möglichkeit speziell für die Studierenden fachübergreifende Qualifikationen zu erlangen. Momente, die in der zunehmenden Wettbewerbsorientierung der Gesellschaft und der Hochschulen immer relevanter werden und den Hochschulsport zum Standortfaktor machen können. Um auch künftig eine wichtige Rollen an den Hochschulen einnehmen zu können, muss der Hochschulsport diese Punkte entsprechend kommunizieren, sich strategisch positionieren und sich mit der neuen Steuerung der Hochschulen weiterentwickeln. Abgerundet wurde die Tagung mit einer Stadtführung durch die Hochschul- und Bildungsstadt Weimar sowie mit einem Grillabend im Tagungshotel, der ausreichend Gelegenheit zum Austausch und Visionieren mit Kolleginnen und Kollegen bot. ((<weimar.jpg)) Die Tagungsmaterialien und Präsentationen finden Sie im internen Bereich dieser Website. [[http://www.adh.de/html/bildergalerien/weimar_web/;Zur Bildgalerie der HA-Tagung]]