Die Einführung des europäischen Kreditpunktesystems ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist eines der Kernelemente der Reformbestrebungen europäischer Hochschulen im Rahmen des Bologna-Prozesses. ECTS soll helfen, Studienleistungen innerhalb der nationalen und internationalen Systeme transparenter und leichter anerkennbar zu machen, womit die Mobilität der Studierenden im Europäischen Hochschulraum erhöht werden soll. ECTS ist allerdings mehr als nur ein Instrument zur Verbesserung der Mobilität – ECTS hat sich mehr und mehr zu einem Instrument der systematischen Studienreform entwickelt: Am Paradigmenwechsel von den Kontaktstunden in der Lehre hin zum studentischen Lernaufwand sowie der Definition von Lernergebnissen und Kompetenzen im Zuge der Modularisierung wird dies besonders deutlich. Es stellen sich in vielen Hochschulen zunehmend die Frage nach den ECTS-Noten und deren Operationalisierung, der EDV-technischen Umsetzung von Modulverwaltung, Prüfungsorganisation und online-Studienorganisation sowie der Definition von Learning Outcomes und Kompetenzen. In diesem Zusammenhang fallen ebenso die damit verbundenen Konsequenzen für die Reorganisation der Lehre sowie für die Regelung von Anerkennungsfragen in den Blickpunkt. In der derzeitigen Umsetzung in Deutschland kommt es immer wieder zu neuen Herausforderungen, die in einer gemeinsamen Tagung der HRK und der Fachhochschule Aachen am 13. und 14. Februar 2006 aufgezeigt werden sollten. In einem zweiten Schritt wurden im Rahmen der Tagung Lösungsansätze diskutiert und in Kleingruppen erörtert. Die stellvertretende adh-Generalsekretärin Inken Behrens sowie Peter Lynen von der RWTH Aachen vertraten den adh bei der Tagung.