02.02.2007 | Kategorie: Archiv , 2007 ,

Abschlussbericht zur 23. Winter-Universiade 2007 in Turin

Vom 17. bis 27. Januar 2007 hatte in Turin die 23. Winter-Universiade stattgefunden. Heute ziehen die Mitglieder der adh-Delegation ebenso Bilanz über die sportlichen Leistungen wie über das verbandspolitische Engagement.

Am Samstag, den 27. Januar 2007 ging in Turin (Italien) die 23. Winter-Universiade zu Ende. Die Teilnahme von rund 1.800 Aktiven sowie 900 Betreuerinnen und Betreuern aus 48 Nationen ist ein weiterer deutlicher Beleg für die wachsende Bedeutung der Winter-Universiade weltweit. Die Wettkampfstätten und die Sportorganisation befanden sich auf höchstem internationalen Niveau und sind mit den Standards bei Weltcups und Welt- bzw. Europameisterschafen zu vergleichen. Da an vielen Stellen die Wettkampfstätten der Olympischen Spiele 2006 genutzt wurden, waren die Wettkampfbedingungen der Eiswettbewerbe durchgehend perfekt. Bedauerlich war die sehr schlechte Schneelage, welche vor allem die Qualität der alpinen Skiwettkämpfe erheblich beeinflusste. Dennoch muss den Organisatoren an dieser Stelle ein großes Kompliment gemachen werden, da letztlich nur die Abfahrten der Damen und Herren ausfallen mussten. Betrachtet man die Starterfelder der elf angebotenen Sportarten so ist durchgehend feststellen, dass sich die Wettkämpfe auf höchstem internationalen Niveau befanden. In den acht Sportarten mit deutscher Beteiligung zeichnete sich ab, dass immer mehr Athletinnen und Athleten mit vorderen Weltcup-Platzierungen für ein deutlich steigendes Leistungsniveau in der Spitze wie in der Breite sorgen. So wird es auch für deutsche Kaderathleten zunehmend schwieriger, überhaupt TOP 10 Platzierungen zu erreichen. ((reihe1.jpg)) ''Die Zahlen zur deutschen Universiade-Mannschaft in der Übersicht'' Das adh-Team in Turin, Bardonecchia und Pragelato umfasste 38 Personen, bestehend aus 22 Aktiven und 16 Betreuern. Für den adh gingen 22 Aktive, neun Frauen und 13 Männer, an den Start. Mit einem Durchschnittssalter von 22,4 Jahren war das deutsche Team deutlich jünger als bei der vergangenen Universiade in Innsbruck/Seefeld im Jahr 2005. Die angestrebte Zielgruppe zwischen Junioren und A-Kader (Hochleistungsalter) wurde mit der Nominierung der Aktiven exakt angesprochen. Die hinter den Erwartungen zurück gebliebenen Finalplatzierungen mit einer Silbermedaille und weiteren sieben Platzierungen unter den besten Zwölf beschert dem adh nur Platz 19 in der Nationenwertung. Bei 48 Starts von deutschen Athletinnen und Athleten konnten drei Platzierungen unter den besten Acht und weitere vier Resultate zwischen Platz neun und zwölf erzielt werden. 17 mal landeten deutsche Aktive auf den Rängen 13 bis 20. Für die Beurteilung der Einzelleistungen der deutschen Athletinnen und Athleten muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich ausnahmslos um Nachwuchs- und Persektivkaderathleten handelte, deren Ergebnisse zunächst an ihrem individuellen Leistungsvermögen zu messen sind. So konnte festgestellt werden, dass insbesondere im Eisschnelllaufteam wiederholt persönliche Bestleistungen aufgestellt wurden und sich alle Kufensprinter im Bereich ihrer aktuellen Spitzenleistung befanden. Es verwundert dennoch nicht, dass sie sich noch nicht mit den Olympiasiegern (Enrico Fabris, Kang-Seok Lee) messen können. Vergleichbare Situationen fanden sich auch im Bereich der nordischen Disziplinen und mit Abstrichen bei den Alpinen, bei denen insbesondere die Snowboarderinnen und Snowboarder gute Leistungen zeigten. ((<2sponsoren-wu.jpg)) An dieser Stelle bedankt sich der adh ganz herzlich bei den Universiade-Partnern und Sponsoren, die das adh-Team umfassend unterstützt haben. Die Ulmer Firma ratiopharm stellte eine breite Palette an Medikamenten zur Verfügung und trug so zur bestmöglichen medizinischen Versorgung bei. Darüber hinaus leistete die Volkswagen AG durch ihre Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur professionellen Betreuung der Teamteile. Ein besonderes Dankeschön gilt auch dem adh-Premiumpartner Brunel für sein umfassendes Engagement! ''Deutschland auch politisch aktiv'' Sportpolitisch war die Universiade in Turin Schauplatz der Vergabeentscheidung für die Universiaden des Jahres 2011. Die Exekutive des Weltverbandes (FISU) übertrug die Ausrichterrechte für die Winterspiele an die Türkei, die im anatolischen Erzerum entsprechende Bedingungen schaffen wird, und die Sommerveranstaltung wird zum wiederholten Male in China ausgetragen. Die acht-Millionen-Metrolope Chenzhen wird Austragungsort der Sommer-Universiade sein. ((reihe2.jpg)) Aus deutscher Sicht kann festgehalten werden, dass für die Absicherung der Kandidatur von Dr. Verena Burk für das FISU-EC, das im August in Bangkok neu gewählt wird, weitere wichtige Schritte unternommen wurden. Neben einer Vielzahl bilateraler Gespräche sowie dem Angebot an den Weltverband, zukünftig häufiger auch Ausrichter von Studierenden-Weltmeisterschaften zu sein, konnte vor allem der Durchführung eines Deutschen Abends im Goethe-Institut Turin erfolgreich als Wahlkampfbühne eingesetzt werden. Im Beisein der FISU-Führungsebene mit dem Präsidenten, George E. Killian, an der Spitze und gut 60 % der an der Universiade teilnehmenden Delegationsvertreterinnen und -vertreter wurde die Kandidatur der deutschen Bewerberin offiziell bekannt gegeben und durch die Bereitschaft des adh, sich an der Weiterentwicklung des Weltverbandes aktiv zu beteiligen, untermauert. Letztlich wird der Wahlausgang in Bangkok die Frage klären, ob sich der hohe Aufwand gelohnt hat, aber alle derzeit erkennbaren Signale wähnen die deutsche Kandidatur auf einem guten Weg. Nachdem die Winter-Universiade abgeschlossen ist und sich in Auswertung befindet, gehen die organisatorischen Planungen nahtlos in die Vorbereitungen für die Sommer-Universiade über. Bereits in weniger als einem halben Jahr bricht das nächste Universiade-Team zu den Titelkämpfen nach Thailand auf, um sich vom 8. bis 18. August in Bangkok mit den weltbesten studentischen Spitzsportlerinnen und -sportlern zu messen.