Im Rahmen des „Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004“ wurde in einem multilateralen Projekt ein Netzwerk aus Personen und Institutionen initiiert, die sich in ihren Herkunftsländern mit der Förderung von Spitzenathletinnen und –athleten aus dem Bereich der Schulen und Hochschulen beschäftigen. Den Auftakt der Konferenzreihe unter dem Titel „The European Athlete as Student (EAS)“ machte im September 2004 eine Veranstaltung in Darmstadt, zu der Repräsentanten aus 20 neuen und alten EU-Ländern anreisten. ''Interesse weiterhin ungebrochen'' Die jüngste Nachfolgekonferenz im schwedischen Falun vom 05. bis 07. Mai 2006 führte erneut über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Aus Deutschland nahmen Ulrich Freitag (BiTS Iserlohn), Lutz Stöter (TU Braunschweig) und Olaf Tabor (adh-Generalsekretär) an der Veranstaltung teil. Insgesamt waren 16 Länder repräsentiert sowie Vertreter der Europäischen Union und der Schwedischen Regierung anwesend. Wichtigstes Ziel der Konferenz war die Aufrechterhaltung persönlicher Beziehungen in einem wachsenden Netzwerk und die gegenseitige Information über Best-Practice-Beispiele aus den unterschiedlichen Ländern. So wurden die Beiträge der erstmals teilnehmenden Vertreter aus Lettland und der Ukraine sowie die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit in Italien und Belgien mit großem Interesse verfolgt. '' 'Partnerhochschule des Spitzensports': ein Projekt mit Modellcharakter?'' Entsprechende Aufmerksamkeit erfuhr auch der Vortrag des adh-Generalsekretärs, der die Ergebnisse der Evaluation „Partnerhochschule des Spitzensports“ aus dem letzen Jahr sowie mögliche Anknüpfungspunkte speziell für die größeren europäischen Länder vorstellte. Insbesondere Pär Lager, sportlicher Berater des Schwedischen Ministeriums für Bildung, Forschung und Kultur war vom Modell einer landesweiten Förderung studierender Spitzenathleten angetan. Wie sich herausstellte arbeitet auch die Schwedische Regierung an einer gezielteren Förderung für die Zielgruppe studierender Spitzensportler und möchte die Erfahrungen des adh in die Entwicklung eines speziellen Modells einfließen lassen. In einer Vielzahl von bilateralen Gesprächen wurden die Möglichkeiten im Hinblick auf einen Erfahrungs- und Personalaustausch zwischen den vertretenen Schulen und Hochschulen ausgelotet und bereits konkrete Projektvorhaben angestoßen. '''Internationales Netzwerk muss bestehen bleiben''' Die Teilnehmenden waren sich in der Einschätzung einig, dass eine Fortsetzung des Netzwerkprojekts derzeit auch ohne ausreichende finanzielle Unterstützung einer Trägereinrichtung höchste Priorität haben muss. In einer kurzen Grundsatzdebatte wurde daher der Initiator des Urprojekts, Risto Keskitalo (FIN), mit der weiteren Projektkoordination beauftragt. Eine erstmals besetzte Steering Group bekam den Auftrag, intensiv nach einer übergeordneten Organisation zu suchen, an deren Strukturen das Projekt inhaltlich angebunden werden kann. Als möglicher Partner wurde die ENGSO (Weltverband der Nicht-Regierungsorganisationen im Sport) ins Auge gefasst, mit der nach den anstehenden Neuwahlen Kontakt aufgenommen werden soll. Gleichzeitig stellten sich die Vertreter einer Sportschule in Deventer (NED) für die Ausrichtung einer Konferenz im kommenden Jahr zur Verfügung.