Der zweite Tag begann mit der Präsentation der Ergebnisse aus den gestrigen Arbeitsgruppen. Zum Thema „The WHY of University Sports and its different models“ hatten fünf Workshops über die verschiedenen Strukturen universitären Sports gesprochen und dabei erläutert, in welcher – vor allem finanziellen – Abhängigkeit die Hochschulsporteinrichtungen von der Regierung sind. Bedingt durch die mehr oder weniger ausgeprägte Abhängigkeit von der jeweiligen Regierung, haben Hochschulsporteinrichtungen unterschiedliche Möglichkeiten, autonom zu handeln: die einen werden komplett von der Regierung finanziert und können demnach nur in sehr begrenztem Maße eigenständig handeln, die anderen müssen bestimmte Bereiche erfüllen, bevor sie auf öffentliche Gelder zurückgreifen können, und wieder andere erhalten wenig Geld, haben dafür aber weitgehend freie Hand, solange die Entscheidungen im Interesse des studentischen Sports sind. Ob kontinentale Einrichtungen wie z.B. die European University Sport Association (EUSA) nationale Verbände unterstützen können oder sollten, wurde einheitlich mit „Ja“ beantwortet. Jedoch waren die Wünsche an die kontinentalen Verbände so unterschiedlich, dass sich hier kein generelles Bild ableiten lässt. Gewünscht wird vor allem eine sportpolitische Unterstützung, damit die Bedeutung des Hochschulsports betont wird und der universitäre Sport zukunftsfähig bleibt. Das zweite Schwerpunktthema des Forums wurde durch Renata Bojczuk (Mitglied der CESU- Kommission der FISU) und Karolina Rohan (Mitglied der Student Commission der EUSA) eingeführt. „Volunteering Philosophy as a force in University Sport“ ist eine Angelegenheit, die kontinentübergreifend alle Verantwortlichen für den Hochschulsport bewegt. Ohne freiwillige bzw. ehrenamtliche Helferinnen und Helfer funktioniert kein Sportevent. Und natürlich spielen Volunteers gerade in internationalen Ereignissen wie World oder European University Championships und in einem noch größeren Maße bei Universiaden in allen Organisationsebenen eine entscheidende Rolle. Die Gewinnung von qualifizierten Freiwilligen zur Unterstützung von Ressortleitungen in Sportevents stellt die meisten (nationalen) Hochschulsporteinrichtungen oder –verbände immer wieder vor neue Herausforderungen. Gerade weil es Studierende sind, die für ihren Einsatz nicht entlohnt werden, muss auf die sinnvolle Einbindung der Freiwilligen geachtet werden, damit diese sich weder unter- noch überfordert, weder überlastet noch überflüssig fühlen. Als ein gutes Beispiel für die gezielte Rekrutierung von studentischen Ehrenamtlichen lässt sich das Vounteer Program der EUSA heranziehen: von 60 Bewerbungen aus ganz Europa zur Unterstützung der Organisation von Europäischen Hochschulmeisterschaften konnten 27 Studierende eingesetzt werden. Diese müssen zum Teil zwar ihre Reisekosten selbst tragen, dafür werden vor Ort Kost und Logis komplett übernommen. Studierenden wird auf diese Weise die Möglichkeit gegeben, ein wichtiger Teil in der Organisation eines internationalen Sportevents zu sein, Einblicke in die Abläufe und damit verbundenen Schwierigkeiten zu gewinnen, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und nicht zuletzt Kontakte zu knüpfen. In den Workshops wurden anschließend Fragen zur Rekrutierung, zur Einbindung, zur Motivation und zur Würdigung von Volunteers erörtert. Zwar steht die Präsentation der zusammengefassten Ergebnisse noch aus, aber schon jetzt ist deutlich geworden, dass es immer schwieriger wird, (qualifizierte) Volunteers zu gewinnen. Vor allem bedingt durch das kürzere Studium nach dem Bologna-Prozess wird es in Europa immer mühsamer, Helferinnen und Helfer zu motivieren. Bemühungen, ehrenamtlichen Einsatz durch ECTS-Punkte zu honorieren, sind auf dem Weg, aber noch lange nicht in allen Nationen anerkannt. Bei verschiedenen sportlichen Aktivitäten und freundschaftlichen Wettkämpfen im Nadwislan stadium von Krakau konnten alle Teilnehmenden auch auf informeller Ebene noch einmal miteinander in Kontakt kommen. Die Tagesmeldung in diesem Zusammenhang ist, dass das Organisationsteam des FISU-Forums – bestehend aus vielen ehrenamtlich tätigen Studierenden – gegen das Teilnehmendenteam mit 4:2 im Fußball gewonnen haben.