Der Beginn des 1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongresses vom 7.-9. April 2005 in Köln war geprägt von großen Namen und großen Worten. Es war aber auch ein klares Bekenntnis zum Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland, was in den Begrüßungsreden sowohl von Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes NRW, als auch DFB Präsident Theo Zwanziger deutlich zum Ausdruck kam. Theo Zwanziger formulierte darüber hinaus klare Ziele für seinen Verband, was die Steigerung der prozentualen und absoluten Zahlen im Bereich Frauenfußball betrifft und nahm dabei alle Ebenen des DFB in die Pflicht. Das Einführungsreferat von Mary Harvey, FIFA Direktorin für Fußballentwicklung und ehemalige Torfrau des FSV Frankfurt, war ein sehr belebendes und hoffnungsfrohes Element. Danach übernahm das OK zur FIFA-WM 2006 das Zepter und ließ den Rest des Abends mit viel männlicher Fußballprominenz zu einer unterhaltsamen Showveranstaltung werden. Nur schade, dass in dieser Runde der Frauenfußball kein Thema mehr war. Der zweite Kongresstag war gefüllt mit interessanten Fakten, Meinungen und Prognosen, welche sowohl Chancen als auch Risiken für den Mädchen- und Frauenfußball in Deutschland offen lassen. Prof. Dr. Christian Wopp, Uni Osnabrück, zeigte demographische Entwicklungen und geschlechterspezifisches Sportverhalten auf, bevor er Vorschläge zur Förderung des Frauenfußballs machte. Frau Prof. Dr. Claudia Kugelmann, Uni Erlangen-Nürnberg, stellte die Vorzüge und Möglichkeiten des Mädchen- und Frauenfußballs dar und gab Anregungen, wie Mädchen und Frauen zum Fußballspielen bewegt werden können. Das zentrale Ergebnis der anschließenden Interviewrunde mit Karen Espelund (UEFA), Tina Theune-Meyer (DFB), Hannelore Ratzeburg (DFB) und Karl-Josef Tanas (DFB) war die Forderung nach mehr Ausbildung geeigneter weiblicher Multiplikatoren in den Vereinen und Verbänden, die als Trainerinnen und Vereinsvorstände installiert werden müssen, um die Interessen und Bedingungen des Mädchen- und Frauenfußballs an der Basis zu verbessern. FUTSAL wurde von allen Beteiligten als eine für Mädchen und Frauen geeignete Hallenvariante gelobt, die viele Attribute einer mädchengerechten Spielform vereint. Anschließend konnten die TeilnehmerInnen zwischen zweimal drei Foren auswählen, in denen zu zentralen Themen des Frauen- und Mädchenfußballs referiert und diskutiert wurde. Britt Dahmen, Mitglied des adh-Frauenausschusses und Expertin für Gender Mainstreaming moderierte das Forum 'Personalentwicklung, Qualifizierung und Gender Mainsteaming in Sportorganisationen', welches durch Frau Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews von der Deutschen Sporthochschule Köln begleitet wurde. Dabei wurde die Problematik eines systematischen Personalmanagements in Verbindung mit Gender Mainstreaming aufgezeigt. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass eine Implementierung von Gender Mainstreaming in den Verbänden leistbar ist, die Durchdringung bis auf die Vereinsebene jedoch sehr schwierig wird, da bestimmte Voraussetzungen dort nicht gegeben sind. In einem weiteren Forum zum Thema 'Talentförderung im Mädchenfußball' machte Prof. Dr. Roland Naul von der Universität Duisburg-Essen deutlich, dass in Deutschland ein sehr umfangreiches Talentfördersystem besteht. Die Probleme liegen vor allem in der Talentfindung und Talentbewahrung. Ex-Nationalspielerin Martina Voss, die in NRW als Landestrainerin für den Frauenfußball tätig ist, unterstrich diese Einschätzung und beklagte unter anderem die Problematik der Anschlussförderung von Talenten nach dem U-19 Kader. Adh-Wettkampfsportreferent Thorsten Hütsch wies an dieser Stelle auf die hohe Bedeutung einer umfassenden Einbeziehung der Hochschulen hin, da nur über diesen Weg duale Karrieren in verstärkten Maße möglich gemacht werden können und weniger Talente in dieser Phase verloren gehen. Zum Abschluss der Veranstaltung konnten alle TeilnehmerInnen sowie die Veranstalter sehr zufrieden sein. Die Zukunft des Frauen- und Mädchenfußballs hat sicher eine gute Plattform in unserem Land. Alle beteiligten Gruppen müssen jedoch noch viele Anstrengungen unternehmen, damit die gewünschten Ziele erreicht werden können. gez. Thorsten Hütsch adh Wettkampfsportreferent ''Frauenfußball im adh - Termine Sommersemester 2005:'' Deutsche Hochschulmeisterschaft Frauenfußball (Kleinfeld) vom 10.-12. Juni 2005 in Sickenhofen bei Dieburg (FH Darmstadt) Deutsche Hochschulmeisterschaft Frauenfußball (Großfeld) vom 24.-26. Juni 2005 in Bielefeld (Uni Bielefeld)