08.06.2012 | Kategorie: 2012 , international , Wettkampf

WUC Taekwondo 2012: Deutsche Studierende holen drei Medaillen

Die WUC Taekwondo, die vom 25. bis 30. Mai 2012 in Pocheon (Südkorea) stattfand, bestritten die deutschen Taekwondoka mit drei Mal Bronze sehr erfolgreich.

Bronze im Formenwettbewerb für Claudia Beaujean (Universität Maastricht) und Roger Kesternich (Hochschule RheinMain)
Der zweite Tag der Formenwettbewerbe startete vielversprechend: Im Paarlauf holten Claudia Beaujean (Universität Maastricht) und Roger Kesternich (Hochschule RheinMain) mit kraftvoller Technik und präziser Synchronisation die Bronzemedaille. Den ersten Platz belegte Korea gefolgt von Taiwan (Silber). Das Ergebnis bestätigte die Aussage der letzten Universiade in Shenzhen, wonach die deutsche Formenathleten in die internationale Leistungsspitze einzuordnen sind.

Am Vortag hätte das Urteil der Punktrichter im Semifinale der Einzelwettbewerbe für das deutsche Team besser ausfallen können. Mit großer Enttäuschung nahmen Claudia Beaujean (Universität Maastricht) und Roger Kesternich (Hochschule RheinMain) die kaum nachvollziehbaren Wertungen der Punktrichter zur Kenntnis: Die deutsche Hoffnungsträger landeten auf Platz Neun, was das Ausscheiden aus den Einzelwettbewerben bedeutete. Doch wer Resignation befürchtete, irrte: Offensichtlich stachelte das Scheitern im Einzelwettbewerb den Siegeswillen der deutschen Paarläufer an und die Bronzemedaille des zweiten Wettkampftages entschädigte voll und ganz. Der Dank gilt Bundestrainer Manuel Kolb, der die beiden auf die WM optimal vorbereitet hat.

Florian Schaller (Uni Erlangen-Nürnberg) gewinnt Bronze
Der sympathische Neue im Team ging den Vorrundenkampf gegen den Kanadier Song äußerst selbstbewusst an. Den bereits in Runde eins erreichte Vorsprung baute er bis zum Endergebnis zu einem überzeugenden 10:7 aus. Auch im zweiten Kampf gegen Australien führte er früh und erreichte am Schluss mit schneller, passgenauer Technik und kluger taktischer Anleitung von Bundestrainer Carlos Esteves ein klares 9:2. Im dritten Kampf, gegen den an Reichweite deutlich überlegen den Ägypter Fathy, offenbarte sich die Kampfstärke von Florian Schaller ebenso, wie seine blitzschnelle Situationsanalyse, aus der oft fatale Wirkungstreffer für den Kopfschutz des Ägypters folgten. Weil Fathy zu den weltbesten Taekwondo-Athleten gehört, hat niemand mit der Überlegenheit des international noch unbekannten Deutschen gerechnet.

Das Erreichen der Silbermedaille scheiterte an Korea, obwohl der Deutsche in der ersten Runde seinem Kontrahenten keine Gelegenheit zum Punktevorsprung gab. Erst in Runde Zwei überraschte der Koreaner mit blitzschnellen Kopftreffern. Mit Bronze und siegreichen Kämpfen gegen derart starke Gegner empfiehlt sich Florian Schaller für einen Stammplatz im Nationalteam des Fachverbandes. Im adh-Team gab er mit diesem Podestplatz einen triumphalen Einstand.

Helena Fromm (HS Ansbach) trotz Olympiavorbereitungen bei WUC Taewondo
Helena Fromm (HS Ansbach) hat sich bereits für die Olympischen Spiele in London qualifiziert und – obwohl sie mitten in den Olympiavorbereitungen ist – vorgenommen, bei der WUC Teakwondo eine Medaille zu holen. Mit Russland in der Vorrunde und Ägypten im Viertelfinale wurden ihr schwierige Hürden zugelost. Russland zählt zu den weltbesten Frauenteams und die Ägypterin Elsawalhy ist Erste der Weltrangliste.
Während Helena Fromm (HS Ansbach) sich im Vorrundenkampf gegen die Russin Smalieva am Ende der Begegnung in Folge geschickter Kopftreffer deutlich mit 7:2 behaupten konnte, holte die Ägypterin die mit 1:0 führende Deutsche in der ersten Runde des Viertelfinales ein und erhöhte ihren Vorsprung von Runde zu Runde. Auf beiden Seiten trieben auch hier präzise Kopftreffer das Punktekonto in die Höhe. Leider verfehlten einige Doppelkicks von Helena Fromm ihr Ziel, sodass der Kampf mit 12:6 für Ägypten endete und sich Helena Fromm mit dem fünften Platz zufrieden geben musste.

Vielleicht wäre der Kampf anders verlaufen, wenn das Kampfgericht auf den Protest des deutschen Teams gegen die gefühlt ungerechte Niederlage antragsgemäß reagiert hätte. Jedoch begutachteten die Schiedsrichter in Folge eines Verständigungsfehlers die falsche Passage im Videoreplay. Aber trotz der Niederlage war der Wettkampf für Helena Fromm ein Achtungserfolg, der im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London auch darin besteht, unverletzt aus dem Turnier gekommen zu sein.

Bronze für Melda Akcan (HS Ansbach)
Der letzte Wettkampftag verlief zwischen Freude und Enttäuschung. Melanie Hartung (BiTS Iserlohn) schied leider bereits nach ihrem zweiten Kampf im Viertelfinale aus und belegte den fünften Platz. Von der gedämpften Stimmung ließ sich Melda Akcan aber nicht beirren und holte die dritte Medaille für das adh-Team. Zunächst musste sie gegen eine phillipinische Kontrahentin antreten, dann gegen eine starke US-Amerikanerin. Auch Silber gegen Russland war zum Greifen nah, wenn ihre Gegnerin nicht mit entscheidenden Aktionen den Kampf in der Schlussphase doch noch für sich entschieden hätte. In beiden Gewichtsklassen ging die Goldmedaille an Korea, das an diesem letzten Wettkampftag drei von vier Goldmedaillen gewann.

Delegationsleiter Roland Joachim blickt auf eine gelungene WUC Taekwondo zurück: "Das Zusammengehörigkeitsgefühl der jungen Equipe hat sich auf die sportlichen Leistungen sehr positiv ausgewirkt. Außerdem repräsentierte die Mannschaft durch ihr Auftreten Deutschland im internationalen Kontext hervorragend." Ein herzliches Dankeschön geht an Bundestrainer Carlos Esteves für seine hervorragende Arbeit. Als Olympiatrainer betreut Estves die deutschen Taekwondoka, unter anderem Helena Formm, in London. Wir drücken die Daumen und wünschen viel Erfolg!

Die Ergebnisse gibt es der WUC Taekwondo 2012 gibt es <media wuc taekwondo>hier</media>.