Die Rollen waren vor der heutigen Partie klar umrissen. Der Universiade-Sieger von 2013, China, war der klare Favorit, das deutsche Trio der Außenseiter. Doch von Beginn an präsentierten sich Ruwen Filus (Private Fern-Hochschule Darmstadt), Alexander Flemming (Uni Leipzig) und Liang Qiu (Uni Hohenheim) als Gegner auf Augenhöhe. Filus schockte die asiatische Konkurrenz gleich mit einem Sieg zum Einstieg in die Partie. Dabei verlief das Aufeinandertreffen mit Xin Chen wie das gesamte Match sehr eng, mit verschiedenen Läufen. Zunächst ging China durch ein 11:8 im ersten Satz in Führung. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich konterte der Titelverteidiger erneut und so brauchte es im vierten Satz ein 11:9 für Filus zum Comback in diesem Spiel. Den Schlusspunkt der ersten Begegnung setzte das 12:10 und der damit verbundene erste Punktgewinn.
Die beiden folgenden Spiele verloren Liang Qui gegen Yinchi Fang und Alexander Flemming gegen den Universiade-Titelverteidiger im Einzel, Yi Liu. Nun war Deutschland wieder unter Zugzwang – an diesem Abend eine Aufgabe für Ruwen Filus. Der Darmstädter Student zeigte erneut seine herausragende Form an diesem Tag und schlug Yinchi Fang in fünf Sätzen (11:7, 10:12, 11:7, 9:11, 13:11). Entscheidend war letztendlich die Niederlage von Liang Qui gegen den Chinesen Xin Chen, der das 2:3 für den Gegner brachte. "Heute war ein taktisch gutes Spiel gefragt. Ich bin wirklich zufrieden mit unserem Auftritt und dass wir so gut mit den Chinesen mithalten konnten", so Disziplinchef Oliver Jetter.
Basketball
Die Basketballer der Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft schafften durch ein 67:58 (30:25) den vorzeitigen Viertelfinal-Einzug. In einem Duell zweier bis dahin ungeschlagener Teams setzte sich die Auswahl von Bundestrainer Henrik Rödl gegen die südkoreanischen Gastgeber durch. Bogdan Radosavljevic war dabei erfolgreichster deutscher Werfer (19 Punkte).
Schon die ersten Aktionen zeigten, in welche Richtung das Spiel gehen sollte. Während es die Deutschen, bei denen Maodo Lo pausierte, verstärkt unter dem südkoreanischen Korb versuchten, setzten die Asiaten auf ihre Wurfkünste von jenseits der Dreierlinie. Letztere mit Erfolg, denn nach vier Minuten hieß es 2:8. Die enorm flinken Südkoreaner stellten die deutsche Defense ein ums andere Mal vor Probleme. Dies quittierte das enthusiastische Publikum mit lautstarker Unterstützung. Die DBB-Studenten bissen sich nach und nach ins Spiel, aber noch fanden die Südkoreaner immer wieder einen Ausweg (20:23, 15. Min. Dass die schwache Wurfquote von knapp 30 Prozent keine größere Folge hatte, lag an den nachlassenden Kräften der Gegner.
Die positive Tendenz setzte sich im dritten Spielabschnitt nicht fort. Der Abstand zwischen beiden Teams blieb in etwa gleich (34:30, 26. Min.), keiner der Kontrahenten konnte sich offensiv in Szene setzen. Die Ballverluste häuften sich und es war minutenlang eine sehr zerfahrene Partie. Dann nahm die Begegnung wieder etwas Fahrt auf. Die DBB-Auswahl konnte sich zunächst auf sieben Punkte absetzen, aber kurz später hatte Südkorea wieder aufgeschlossen (40:38, 28. Min., 42:42, 30. Min.). Am Ende reichte es trotzdem zum dritten Erfolg im dritten Spiel und der damit verbundenen Möglichkeit, bei einem morgigen Sieg gegen Mosambik sich den Gruppensieg zu sichern. “Heute lief es nicht immer rund, aber es war ein wichtiges Spiel, auch für den weiteren Verlauf. Jetzt kommen die größeren Kaliber. Wir hatten mit unserer Gruppe sicher etwas Glück, aber so souverän muss man das erst einmal schaffen. Morgen wollen wir noch einmal ein ordentliches Spiel gegen Mosambik hinlegen”, meinte Henrik Rödl.
Für Deutschland spielten:
Konstantin Klein (10), Niklas Geske (2), Mathis Mönninghoff (4), Maurice Pluskota, Kevin Bright (5), Stephan Haukohl (5), Bogdan Radosavljevic (19), David Brembly (2), Hans Brase (13), Johannes Thiemann (7).
Sportschießen
Bei den Skeet-Schützen stand heute die Qualifikation der Herren auf dem Programm. Frank Cordesmeyer (BHT Berlin) schoss die zweitmeisten Scheiben, die bis zu 70 km/h schnell fliegen. Mit 74 Punkten lag er eine Scheibe hinter dem Cyprioten Menelaos Michaelides. Bei den 50 Metern liegend Gewehr der Männer schaffte Patrick Kurz (HWR Berlin) einen zehnten Platz, wie auch Julia Hochmuth (Uni Tübingen) bei der Luftpistole der Frauen. Yvonne Jaekel (Uni Erlangen-Nürnberg), Julia Simon (Uni Regensburg) und Isabella Straub (LMU München) qualifizierten sich für die K.o.-Runde.
Taekwondo
Auch im Poomsae Team der Männer und Frauen gab es eine Top10-Platzierung für die deutschen Starterinnnen und Starter. Selina Bartling (HS Koblenz), Triumf Beha (DSHS Köln), Franzsika Schneegans (Uni Hildesheim) und Samira Stetter (TU München) holten im Formenlauf den siebten Rang.
Fechten
Zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge konnte auch adh-Disziplinchef Michael Mahler sein. Das Degen-Team der Männer schaffte am Morgen durch ein 45:41 gegen Russland den Sprung in die Runde der besten Acht. Dort trafen Peter Bitsch (TU Darmstadt), Constantin Böhm (Uni Stuttgart) und Richard Schmidt (Uni Würzburg) auf die Ukraine. Ein einziger Punkt fehlte dabei zum Einzu ins Halbfinale und somit die Chance auf Edelmetall.
Leichtathletik
Auch im Main Stadium von Gwangju waren die deutschen Mienen strahlend. Mit 4049 Punkten geht Zehnkämpfer Rene Stauß (Uni Tübingen) als Erstplatzierter in den Abschlusstag. Gefolgt wird er von Thomas van der Plaetsen (4023 Punkte) aus Belgien und Jeremy Lelievre (3992 Punkte) aus Frankreich. Im Stabhochsprung meisterten Anna Felzmann (Uni des Saarlandes) und Universiade-Medaillensiegerin Martina Schultze (Uni Stuttgart) die Höhe von 4.05 Meter und stehen so im morgigen Finale. Dieses erreichte ebenfalls Christiane Klopsch (Uni Frankfurt), die über 400 Meter Hürden geht. Das Finale ist auch das nächste Ziel von 400 Meter-Läuferin Ruth Spelmeyer (SRH HS Berlin), die sich mit einer Zeit von 53.14 Sekunden das Halbfinalticket sicherte. Zwei weitere Finalteilnahmen sind den deutschen Startenden mit Marike Steinacker (Uni Wuppertal) im Diskus und Fabienne Kohlmeier (LMU München) im 800 Meter-Finale sicher.
