Das ist ein höherer Anteil als in Sydney 2000 (26,5%), Athen 2004 (33,7%) und Peking 2008 (37,0%). Dies ergibt eine Analyse des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), der regelmäßig die Zusammensetzung der deutschen Olympiamannschaft im Hinblick auf studierende Spitzenathletinnen und -athleten und deren Erfolge bei den Olympischen Spielen untersucht.
Besonders die Mannschaftssportarten weisen erneut einen hohen Prozentsatz an Studierenden auf. So gehen im Beachvolleyball sieben Studierende (88%) an den Start und auch in den Hockey-Wettbewerben machen 32 Studierende mehr als die Hälfte (66%) der deutschen Teilnehmenden aus. Aber auch in den Individualsportarten wie Leichtathletik (33), Rudern (32) und Schwimmen (15) gehen zahlreiche studentische Athleten an den Start. Die teilnehmenden Studierenden setzten sich aus 44,1% Frauen und 55,9% Männern zusammen. Im Schnitt sind sie 25,5 Jahre alt.
Teilnahmen von Olympioniken an Universiaden und WUC
Zahlreiche deutsche Olympioniken sammelten auf ihrem Weg nach London internationale Erfahrungen bei studentischen Spitzensportveranstaltungen, wie der Universiade, der größten Multisportveranstaltung nach Olympia, oder den im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Studierenden-Weltmeisterschaften. 40 Athleten (10,2%) der aktuellen Olympiamannschaft waren in den letzten Jahren in den adh-Nationalmannschaften in den Sportarten Bogenschießen, Fechten, Judo, Leichtathletik, Rudern, Segeln, Schwimmen, Sportschießen, Taekwondo, Tischtennis, Volleyball und Wasserspringen vertreten.
So z.B. die Goldmedaillen-Gewinner von Peking, Britta Steffen (Beuth Hochschule Berlin) und Ole Bischoff (Uni zu Köln). Während Britta Steffen bei der Sommer-Universiade 2007 in Bangkok zwei Siege auf der 50 und 100 Meter Freistil-Distanz gelangen, konnte Bischoff bei der Universiade 2003 in Daegu den dritten Platz belegen sowie bei der Studierenden-Weltmeisterschaft 2006 die Goldmedaille im Judo feiern.
Weitere Athletinnen und Athleten des deutschen Olympia-Aufgebots 2012, die bei Universiaden Medaillen und internationale Wettkampferfahrung für die großen Zielwettkämpfe der Spitzenverbände sammelten, sind die Leichtathleten Ariane Friedrich (ehemals VFH Wiesbaden), Betty Heidler (Uni Frankfurt) und Björn Otto (Uni zu Köln), die Schwimmer Helge Meeuw (Uni Magdeburg) und Thomas Lurz (ehemals FH Würzburg) oder die Sportschützen Ralf Buchheim (Uni Potsdam) und Tino Mohaupt (ehemals DHBW Stuttgart).
Hoher Stellenwert des Studiums
adh-Generalsekretär Olaf Tabor sieht darin den Stellenwert eines Studiums für Spitzensportlerinnen und -sportler einmal mehr bestätigt: „Ein Studium ist mehr denn je die Grundlage für eine berufliche Zukunft nach dem Spitzensport. Wie die Zahlen zeigen, bleibt die akademische Ausbildung auch in der Entwicklung des Leistungssports ein wichtiger Baustein.“
Partnerhochschulen des Spitzensports
Damit die Sportlerinnen und Sportler Studium und Spitzensport optimal kombinieren können, hat der adh 1999 die Kooperationsvereinbarung „Partnerhochschule des Spitzensports“ ins Leben gerufen. Diesem Projekt haben sich inzwischen 92 Hochschulen angeschlossen, um studierenden Spitzensportlerinnen und -sportlern zeitgleich eine sportliche Karriere und ein Studium zu ermöglichen sowie durch den Spitzensport bedingte Mehrbelastungen in der Ausbildung auszugleichen. Kooperationspartner sind in der Regel der adh, Hochschulen, Olympiastützpunkte, Studentenwerke und Fachverbände.
