Frauen mit geschlossen starkem Mannschaftsergebnis
Bereits am Samstag, dem ersten Wettkampftag, zeigten die deutschen Athletinnen und Athleten bei den Einzelrennen auf der Sprintdistanz über 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen starke Leistungen.
Im Rennen der Frauen präsentierten sich insbesondere Felipa Herrmann (Universität des Saarlandes) und Sophie Gießmann (IU Internationale Hochschule) bereits im Schwimmen in hervorragender Verfassung. Gemeinsam mit Julia Bodenschatz (DSHS Köln) schafften sie den Sprung in die 21-köpfige Spitzengruppe auf dem Rad. Lara Thekla Ungewickell (TU Berlin) positionierte sich dahinter in der großen Verfolgergruppe.
Durch die gute Zusammenarbeit der Führungsgruppe wuchs der Vorsprung bis zum zweiten Wechsel auf nahezu zwei Minuten an. Damit war früh klar, dass die Entscheidung um die Medaillen auf der Laufstrecke fallen würde. Herrmann und Gießmann absolvierten einen starken zweiten Wechsel und nahmen unmittelbar Kontakt zur Spitzengruppe auf. Bodenschatz verlor hingegen in der Wechselzone einige entscheidende Sekunden, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen.
An der Spitze setzte sich die Ungarin Dominika Peszleg in 1:01:57 Stunden vor den beiden Französinnen Elena Polaert und Appoline Foltz im Zielsprint durch. Dahinter zeigte Bodenschatz ein beeindruckendes Laufrennen und arbeitete sich im Klassement noch bis auf Rang zehn nach vorne. Damit wurde die erst 20-jährige Bonnerin beste Deutsche. Gießmann erreichte das Ziel auf einem starken 12. Platz. Herrmann musste dem sehr hohen Anfangstempo im abschließenden Lauf etwas Tribut zollen und belegte Rang 15. Ungewickell rundete mit Platz 24 das geschlossene Mannschaftsergebnis der deutschen Frauen ab.
Doppelsieg für Bettin und Scheffold
Im Männerrennen sorgte das deutsche Trio von Beginn an für ein Ausrufezeichen. Benedikt Bettin (Universität Freiburg), Jan Scheffold (Universität Freiburg) und Jan Diener (SRH Fernhochschule) kamen nach einem herausragenden Schwimmen als Dritter, Vierter und Fünfter aus dem Wasser.
Gemeinsam mit vier weiteren Athleten bildeten die Deutschen eine siebenköpfige Spitzengruppe, die auf dem Rad perfekt harmonierte und konsequent auf eine Vorentscheidung hinarbeitete. Die Taktik ging auf: Bis zum zweiten Wechsel hatte sich die Gruppe einen Vorsprung von 45 Sekunden auf das Verfolgerfeld erarbeitet.
Direkt zu Beginn des Laufens setzten sich Bettin und Scheffold gemeinsam mit dem Ungarn Gergö Dobi von den übrigen Konkurrenten ab. Während Diener in der Verfolgergruppe ein kontrolliertes Rennen lief, entwickelte sich an der Spitze ein spannender Dreikampf um die Medaillen. Auf der letzten von drei Laufrunden attackierte Bettin entscheidend und konnte eine Lücke reißen. Scheffold löste sich kurz darauf ebenfalls von Dobi und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel.
Damit krönte sich Bettin nach seinem vierten Platz bei der Sprint-Europameisterschaft eine Woche zuvor in einer Siegerzeit von 55:11 Minuten zum Studierenden-Weltmeister 2026. Scheffold (55:23) sorgte mit Silber für einen deutschen Doppelerfolg, während Diener (55:50) mit einem hervorragenden fünften Platz das starke Mannschaftsergebnis komplettierte.
Goldene Krönung in der Mixed Relay
Für die Mixed Relay am Sonntag nominierte das deutsche Team mit Julia Bodenschatz, Jan Scheffold, Sophie Gießmann und Benedikt Bettin die vier im Einzel erfolgreichsten Athletinnen und Athleten.
Bodenschatz legte als Startläuferin den Grundstein für den späteren Erfolg. Nach einem starken Schwimmen stieg sie gemeinsam mit den besten Athletinnen aufs Rad und übergab nach einer beherzten Laufleistung bereits auf Rang vier an Scheffold.
Der Freiburger knüpfte nahtlos an seine Leistung vom Vortag an und prägte das Renngeschehen in allen drei Disziplinen entscheidend mit. Mit einer starken Vorstellung führte er das deutsche Team bis auf Platz zwei nach vorne und schickte Gießmann auf die Strecke.
Die Athletin der IU Internationale Hochschule erwischte ein gutes Schwimmen, verlor jedoch beim ersten Wechsel etwas Zeit. Auf der ersten von drei Radrunden arbeitete sie sich jedoch zurück in die Spitzengruppe und behauptete sich dort gegen die internationale Konkurrenz. Lediglich die britische Starterin konnte sich auf der Laufstrecke leicht absetzen. Gießmann übergab schließlich auf Position vier an Schlussläufer Bettin.
Zu diesem Zeitpunkt war die Spitzengruppe bereits auf vier Nationen geschrumpft. Bettin hielt sich bis zum Ende des Radabschnitts in der Führungsgruppe und setzte sich anschließend gemeinsam mit den Vertretern aus Großbritannien und den Niederlanden ab. Auf der Laufstrecke entwickelte sich ein Ausscheidungsrennen auf höchstem Niveau. Erst bei seiner dritten Tempoverschärfung gelang es dem späteren Weltmeister, den letzten verbliebenen Konkurrenten entscheidend abzuschütteln.
Wie bereits im Einzel lief Bettin als Erster über die Ziellinie und machte damit den deutschen Triumph perfekt. Im Ziel wurde er von seinen Teamkolleginnen und Teamkollegen jubelnd empfangen.
„Benedikt hat sich den Weltmeistertitel mit einer herausragenden Leistung verdient. Besonders freut mich, dass wir diesen Erfolg mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem tollen Teamgeist bis hin zur Goldmedaille in der Mixed Relay krönen konnten“, sagte adh-Disziplinchef Nils Arnecke.
Mit zwei Weltmeistertiteln, einer Silbermedaille sowie weiteren Top-Platzierungen unterstrich das adh-Team eindrucksvoll seine Leistungsstärke auf internationaler Bühne und krönte ein erfolgreiches Wochenende in Nyon mit dem Gewinn der Mixed-Relay-Goldmedaille.
