Das diesjährige WUOC-Staffelrennen wurde von den Damen eröffnet. Für Deutschland gingen Leonore Winkler und Patricia Nieke jeweils als Erste in den Wald. Die Zielsetzung dabei war klar: eigene Fehler vermeiden, die richtigen Trams zu den Gabelposten erwischen und dadurch möglichst lange vorne mit vertreten sein. Insbesondere Leonore Winkler – bis dahin bei der WUOC noch ohne Waldeinsatz, aber mit überzeugenden Auftritten in den Sprintentscheidungen – gelang dies sehr gut. Mit einem weitgehend fehlerfreien Lauf konnte sie als 15. mit nur etwas mehr als zwei Minuten Rückstand auf die Spitze auf Susen Lösch übergeben. Diese trumpfte erneut mit einem fulminanten Lauf auf, überholte eine Konkurrentin nach der anderen, lief Streckenbestzeit und wechselte mit sehr knappem Rückstand als Dritte auf Birte Friedrichs. Deutschland befand sich also mitten im Kampf um die Podestplätze. Friedrichs musste im Anschluss leider den beiden harten letzten Wochen mit Junioren-WM und den bisherigen Läufen in Finnland physisch Tribut zollen, zeigte jedoch eine auch in dieser ungewohnten Drucksituation kämpferische Leistung und brachte das erste Damenteam auf einen tollen achten Platz. Patricia Nieke konnte nach einem soliden Lauf an 27. Stelle an Sabine Rothaug übergeben. Diese zeigte ein kontrolliertes Rennen ohne große technische Fehler, musste jedoch den Großteil des Rennens alleine absolvieren. An 22. Stelle liegend wechselte sie auf Nina Döllgast, die das zweite Damenteam mit einem weiteren kontrollierten Lauf auf einen ebenfalls erfreulichen 16. Platz brachte.
Bei den Männern ging Moritz Döllgast für Deutschland 1 auf die Startstrecke. Er absolvierte einen kontrollierten und trotzdem schnellen Lauf und konnte den angestrebten erweiterten Anschluss an die Spitze halten und an Bojan Blumenstein übergeben. Auch Bojan konnte seine Pläne bis auf einen Fehler sehr gut umsetzen, so dass er nur wenig Zeit auf die Spitze verlor. Olav Milian Gran hatte als Schlussläufer in der Quarantäne noch einen Schreckmoment durchlebt, da er Kompass und Emit-Chip in der Unterkunft vergessen hatte. Dank der Hilfe der Trainer konnte das Problem zwar schnell gelöst werden, dennoch unterliefen ihm im Wettkampf einige ungewohnte Fehler, so dass er eine große Tram ziehen lassen musste. Das Team lief schließlich auf einen guten 12. Platz. Die zweite deutsche Herrenstaffel startete mit Korbinian Lehner, Markus Grätsch und Joris Hochstätter. Allen dreien unterliefen kleine bis hin zu größeren Fehler. Mental ließen sie sich davon aber nicht beeinflussen, sondern kämpften erfolgreich bis zum Schluss.
Die Staffelrennen erwiesen sich wie so oft als spannender Höhepunkt der Studierenden-Weltmeisterschaft, mit einem Wechselbad der Emotionen bei häufigen Führungs- und Positionswechseln bis zum Schluss. Dass Deutschland nach zwei Dritteln des Rennens bei den Damen auf Platz drei geführt wurde, erzeugte viele anerkennende Kommentare bei den anderen Nationen.
Susen Lösch erkämpft einen hervorragenden Rang fünf über die Langdistanz
Bei etwas milderen Temperaturen und bedecktem Himmel hatten am Vortag die Teilnehmende der WUC über die Bahnen der Langdistanz gekämpft. Susen Lösch toppte mit Platz fünf noch einmal ihr starkes Ergebnis über die Mitteldistanz. Moritz Döllgast lief als bester Deutscher auf einen sehr guten 16. Rang.
Dank guter Vorarbeit und dem nötigen Feingespür von Moritz Döllgast und Bojan Blumenstein ging das Deutsche Team bestens vorbereitet in den Wettkampf. Die Zuschauer am Bildschirm waren die ersten, die erfuhren, dass die Vermutungen der Beiden zu Start und Bahnanlage nahezu perfekt getroffen wurden. Langdistanztypische lange Schläge wechselten sich mit kurzen Verbindungen im Schmetterling der Damen und Phi-Loop der Herren ab. Während viele Läuferinnen und Läufer den Großteil der Strecke souverän meisterten, entschied der 14. Posten der Damenstrecke (16. Posten der Herrenstrecke) maßgeblich über die finale Platzierung.
Die deutschen Stertenden kamen mit den gestellten Herausforderungen größtenteils gut zurecht. Insbesondere Susen Lösch sorgte mit ihrem starken Lauf für ausgelassene Anfeuerung und beste Stimmung im gesamten Team. „Da es keine komplizierten Routenwahlen gab, war die rote Linie meist eine gute Entscheidung. Ich freue mich sehr, dass es zum fünften Platz gereicht hat“, so ihr Fazit. Auch Birte Friedrichs stellte mit einem erneut souveränen Lauf und einer weiteren Top30-Platzierung einmal mehr ihre technische Stärke unter Beweis. Patricia Nieke und Nina Döllgast komplettierten mit technisch guten Läufen und Platz 40 und 67 das Gesamtergebnis der Damen.
Bei den Herren zeigte vor allem Moritz Döllgast ein starkes Rennen und wurde mit Platz 16 auch seinem eigenen Anspruch absolut gerecht. Bojan Blumenstein lag lange Zeit auf Top15-Kurs, bis er ebenfalls mit dem kritischen 16. Posten haderte. Die Folge: Anschließend stempelte er anstatt des Herrenpostens den der Damen und fiel somit aus dem Rennen. Olav Milian Gran konnte seine Stärke im skandinavischen Gelände ausspielen und lief auf einen guten Rang 36. Joris Hochstetter zeigte eine technisch solide Leistung und erreichte Platz 58.
Ergebnisse Damen
1. Marie Olaussen Norwegen 1:13:01
2. Johanna Öberg Schweden 1:13:59
3. Paula Gross Schweiz 1:15:48
5. Susen Lösch Deutschland 1:17:24
27. Birte Friedrichs Deutschland 1:29:00
40. Patricia Nieke Deutschland 1:38:22
67. Nina Döllgast Deutschland 2:02:51
Ergebnisse Herren
1. Jonas Egger Schweiz 1:11:23
2. Paul Sirum Norwegen 1:11:54
3. Håvard Haga Norwegen 1:12:15
16. Moritz Döllgast Deutschland 1:20:41
36. Olav Gran Deutschland 1:27:51
58. Joris Hochstetter Deutschland 1:38:21
Bojan Blumenstein Deutschland DQ
Insgesamt war die WUOC nach Aussage aller Teammitglieder ein wunderbares Erlebnis, das sie technisch nach vorne gebracht und die Lust auf die weitere persönliche Orientierungslauf-Entwicklung gefördert hat. Alle Ergebnisse der WUC Orientierungslauf sind auf der offiziellen Website des Ausrichters einzusehen.
