Der 24 jährige Lehramtsstudent (Sportwissenschaft & Geographie) Jonathan Erdmann ist Beachvolleyball-Nationalspieler und einer von 16 Olympia- und Paralympics-Teilnehmern der Humboldt-Universität zu Berlin. Nicht nur der Leistungssport ist sein Lebensmittelpunkt, die erfolgreiche universitäre Ausbildung gehört ebenso zu Jonathans ehrgeizigen Zielen. Beides vereint der Spitzensportler mit Erfolg und dies ist dem Hochschulsport Grund genug, Jonathan als Spitzensportler des Monats August auszuzeichnen. Bevor er sich auf den Weg nach London machte, hat sich der sympathische Olympionike den Fragen des Hochschulsports gestellt.
Hochschulsport: Du hast deine Beachvolleyball-Karriere 2004 gestartet; das ist jetzt gerade mal 8 Jahre her. Trotzdem sieht deine Erfolgsbilanz schon echt fantastisch aus! U19-Weltmeister, U20-Europameister, 3. Platz bei der U21-WM und der 4. Platz bei der U23-EM. Im letzten Jahr bist Du zusammen mit deinem aktuellen Partner Kay Matysik Vizeeuropameister geworden. Wie erklärst Du Dir diesen Erfolg?
Jonathan: Training, Training, Training (lacht). Im Ernst, ich habe von Jahr zu Jahr immer mehr in den Sport investiert. Seit mittlerweile 3 Jahren spiele ich ausschließlich Beachvolleyball und mein Umfeld ist professioneller geworden. Im Jugendbereich hat man die Saison hauptsächlich allein bestritten und nur bei internationalen Höhepunkten wurde man betreut. Jetzt haben wir bei jedem Turnier einen Trainer sowie Physiotherapeuten und ein gut funktionierendes Management, das uns zu Hause den Rücken frei hält. Außerdem haben wir Athletik- und Mentaltrainer, welche uns auf die Herausforderungen der Saison vorbereiten. Das klingt viel, ist aber absolut notwendig, um mit dem steigendem Niveau Schritt halten zu können. Schaut man mal nach anderen Nationen, so hat man Mannschaften mit bis zu 6 Betreuern, welche sich alle ausschließlich um 2 Spieler kümmern. Da haben wir noch Potential nach oben (lacht)!
Hochschulsport: Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, habt ihr euch für die Olympischen Spiele in London qualifiziert. Am 27.07. ist der offizielle Startschuss. Was hat dieser weltgrößte Wettkampf des Sports für eine Bedeutung für dich?
Jonathan: Es ist ein Traum den ich mir mit meinem Partner erkämpft und erfüllt habe. Ich denke jeder Sportler weiß wovon ich rede. Es ist einfach der sportliche Höhepunkt, welcher nur alle 4 Jahre ausgetragen wird und wo jeder hin möchte, aber nicht alle dürfen! Wir freuen uns riesig auf unsere Zeit in London.
Hochschulsport: Wie ist denn der Weg bis nach London für dich verlaufen? Hast du dir vor Jahren schon das Ziel gesetzt "Ich will 2012 dabei sein!" oder hast du dich eher von Wettkampf zu Wettkampf geschlagen?
Jonathan: Wenn mir vor 3 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich nicht nur um die Olympiaqualifikation mitspielen werde, sondern auch noch fahre, hätte ich Ihm einen Vogel gezeigt! Wir haben uns von Jahr zu Jahr gesteigert und es war eigentlich so geplant, dass wir die deutsche Nummer 3 sind und kurz vor Qualifikationsende unsere Konkurrenten überholen. Das wir eine sehr konstante Saison 2011 spielten und am Ende einen ordentlichen Punktevorsprung hatten, war nicht so abzusehen. Die Phase der Qualifikation, war ziemlich lang und über 1,5 Jahre die Spannung zu halten ist nicht machbar, so dass wir von Turnier zu Turnier geschaut haben. Und es ist aufgegangen!
Das ganze Interview gibt es auf der Homepage der HU Berlin
