Vom 9. bis 11. November 2012 trafen sich über 30 neue und alte Juniorbotschafter für Dopingprävention in der Hamburger Bildungsstätte YES (Youth, Education & Sport). Einer der neuen Botschafter in diesem Kreise ist adh-Vorstandsmitglied (Wettkampf) Sebastian Sdrenka. Ausgerichtet wird die Seminarreihe von der Deutschen Sportjugend (dsj). Ziel der dreitägigen Fortbildungsmaßnahme war die Sensibilisierung und die Ausweitung des Problembewusstseins rund um das Thema Doping.
„Doping ist mehr als das, was auf einer Liste steht“, mit dieser Aussage begrüßte Prof. Dr. Gerhard Treutlein am Freitag die Teilnehmenden. Nach einer Vorstellungsrunde startete der inhaltliche Teil mit einer Einführung in das Heidelberger Kompetenztraining (HKT). Ziel dieses ersten Blocks war die Schulung von mentalen Strategien und Kompetenzen, die den Juniorbotschafter helfen sollen, die Ziele der Dopingprävention zu erreichen. Darüber hinaus berichteten die erfahreneren Juniorbotschafter von ihren bisherigen Handlungseinsätzen und den Reaktionen darauf.
Der Samstagvormittag wurde dazu genutzt, ein Problembewusstsein für das Thema Doping zu entwickeln. In verschiedenen Rollenspielen haben sich die Teilnehmenden abwechselnd in die Rollen der Dopingbefürworter und der Dopingverweigerer versetzt und konnten so ihre Argumentationsfähigkeit für künftige Auseinandersetzungen in Verein und Verband trainieren. Der Fokus lag dabei auf der Tatsache, dass Doping kein reines Problem des Leistungssports ist, sondern auch im Breitensport häufig anzutreffen ist. Anschließend erhielten alle Teilnehmenden Handlungsempfehlungen zur Dopingprävention.
Das Nachmittags
programm bot eine spannende Diskussionsrunde in der Gerd Hillringhaus (aktiv in der Dopingprävention in Schleswig Holstein und im Bund Deutscher Radfahrer), Ralf Meutgens (Autor von „Doping im Radsport“) und Lars Figura (Jurist und ehemaliger Top-Athlet über 400m) ihre Positionen im Bemühen um einen sauberen Sport vorstellten. Dabei fand vor allem Lars Figura deutliche Worte: „Ihr müsst mit einem wachsamen Blick durch die Welt gehen, dann wird euch einiges auffallen“, gab er den Zuhördenden mit auf den Weg.
Zum Abschluss des dreitägigen Seminars sprach Manuel Ruep über die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese stehen zwar vermehrt nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen, fördert aber eine sogenannte Dopingmentalität. „Wenn ich bereit bin künstlich nachzuhelfen, sinkt meine Hemmschwelle“, so Ruep, der als Koordinator des Projekts die Juniorbotschafter von Seiten der dsj betreut. In seiner abschließenden Rede unterstrich er die Erfolge, welche die Juniorbotschafter in den letzten zwei Jahren erzielt haben. Kein anderer Ansatz in der Präventionsarbeit sei so vielversprechend wie dieser. „Ihr habt eine tolle Chance, in eurem Umfeld etwas zu bewegen“, sagte Ruep abschließend.
Ausgestattet mit vielen Materialien und guten Ideen, traten die neuen Botschafterinnen und Botschafter am Sonntag wieder die Heimreise an. Alle waren sich einig, dass der größte Gewinner des Wochenendes der dopingfreie Sport war.
Hier geht es zum Bericht der dsj
