18.07.2017 | Kategorie: Wettkampf , DHM , Mountainbiken

Premiere für DHM Mountainbike Downhill - unter Motorsägengeknatter und Seifenblasen

Den Blick auf die nächsten Hindernisse gerichtet, der Körper unter Hochspannung – so flogen am Wochenende Aktive über die kurvenreiche Steilstrecke am Ilmenauer Lindenberg. Zum 21. Mal wurde dort die „Absolute Abfahrt“ ausgetragen – und zum ersten Mal die DHM Mountainbike Downhill.

40 Athletinnen und Athleten gingen für die studentischen Wertungen von Freitag bis Sonntag auf die Strecke. Über 1500m und 220 Höhenmeter wartete diese mit knackigen Sprüngen, ruppigen Blockpassagen und kniffligen Wurzelpisten auf die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer.  Insgesamt rollten 550 Downhill-Sportlerinnen und -Sportler am Wochenende über die Abfahrt, die in der Szene ein geachteter Klassiker ist. Neben der Rennserie des IXS Downhill-Cups wurden zudem die Deutschen Meister im Rennen gekürt – 2017 stand die „Absolute Abfahrt“ besonders im Rampenlicht des Downhillsports. Nach einer regnerischen Nacht war die Strecke am Samstag fürs Training und die Seeding Runs recht feucht, am Sonntag präsentierte sie sich denn aber in gutem griffigen Zustand.

Der Start an der alten Bobhütte am Gipfel wurde mit Shuttlebussen und auf den letzten 500 Metern zu Fuß erreicht. Dann ging der Ritt zunächst flowig über den ersten Table und die Kurve der alten Bobbahn in den Hang des Lindenbergs hinein, wo sich die Schwierigkeiten zusehends steigerten. Von Jahr zu Jahr wird immer wieder am Kurs gefeilt, sodass auch die Ilmenauer Studierenden und viele andere, die jährlich am Rennen in Ilmenau teilnehmen, nicht über eine altbekannte Strecke rollten. 15 Tonnen Erde bewegten die Helfer des Ilmenauer Radsportclubs (ILRC) in den Wochen vor dem Wettkampf im Wald. Ein Teil davon steckte auch in der komplett neu angelegten Whoop-Section, einer Waschbrettpiste im Riesenformat. In der „Fankurve“ wurde den Bikern für das letzte Drittel der Strecke dann noch richtig eingeheizt. Hier warteten die Zuschauer mit allem gewappnet, was ordentlich lärmen kann – Motorsägen ohne Ketten, alten Fahrradrahmen als Riesen-Triangel, Sirenen und Tröten. Die Lokalmatadoren bekamen eine Extraportion Dezibel, Seifenblasen und das Schild „Mach langsam!“ als Motivation. Krönender Abschluss der Strecke bildete nach der letzten stark drehenden Passage der fulminante Sprung in den alten Schanzenauslauf. Um die 27m weit flog Lizenzfahrer Dave Goris unter dem Jubel der Zuschauer.

Als selektiv erwiesen sich das „Steinfeld“ und das „Holzkreuz“ im unteren Bereich der Strecke. Wer hier die falsche Linie wählte oder den Absprung verpasste, verlor im besten Fall nur wichtige Sekunden im Rennen oder den Kontakt zu seinem Sportgerät. Stürze wurden von an den Posten stationierten Sanitäter-Teams schnell und professionell versorgt.

2:04.603 Minuten benötigte Anton Wünscher von der UAS Frankfurt für seine Abfahrt im Finale – damit lag er mit 0:00.189 denkbar knapp vor dem zweitplatzierten Felix Bauer von der LMU München (2:04.792). Dritter wurde Christoph Schnettler von der Uni Freiburg (2:05.544). Eine gute Sekunde trennte die erste Deutsche Hochschulmeisterin Pia Isabella Klopfleisch (Uni Kassel) von Franziska Meyer (Uni Marburg) – die beiden rauschten nach 2:33.586 bzw. 2:34.885 Minuten über den steilen Schanzenauslauf über die Ziellinie.

Der adh-Pokal wurde in der Hobbyklasse ausgetragen. Der Ilmenauer Lokalmatador Raphael Hartwig musste sich hier nur Luke Hansen von der Uni Bochum (2:16.763) geschlagen geben. Dritter auf dem Treppchen wurde Tim Evertz von der Uni Stuttgart. Bei den Frauen ging der erste Platz an Katrin Stöhr von der Beuth Hochschule Berlin gefolgt von Annette Gerhard von der TU Darmstadt und Sinah Laube (HU Berlin). Die Siegerehrungen wurden standesgemäß mit dröhnendem Motorsägen-Sound untermalt.

Neben dem Trainings- und Rennbetrieb konnte die Veranstaltung außerdem mit einigen Side-Events aufwarten. Freitag und Samstag Abend heizten je zwei Bands dem Publikum ordentlich ein. Für die Kleinsten unter den Zuschauern gab es ein Laufrad-Rennen. Am Samstag wurde mit der „Absoluten Auffahrt“ ein Spaßwettkampf der Extraklasse ausgetragen. Sieger war, wessen Vorderrad nach der Auffahrt am weitesten oben im Schanzenauslauf landete – einige versuchten nach dem Abstieg vom Rad letzteres weiter den Hang hinauf zu werfen, um noch die entscheidenden Zentimeter herauszuholen. Alles in allem war die Downhill-Premiere eine rundum gelungene Veranstaltung mit Kult-Charakter.

Alle Ergebnisse der DHM Mountainbike Downhill - die im Rahmen des adh-Wettkampfprogramms vom adh-Gesundheitspartner Die Techniker unterstützt wird - gibt es <media 16363 - - "TEXT, DHM Mountainbike Downhill, DHM_Mountainbike_Downhill.pdf, 129 KB">hier</media>.