Für Freitag waren die einzelnen Etappengespräche der Tandems geplant. Begleitet von Prof. Dr. Brigitte Scherer, die auch schon bei der Auftaktveranstaltung die Tandems bei ihrer Zielvereinbarung unterstützt hatte, wurden erneut Ziele und Fortschritte in einem Zwischenfazit überprüft.
Am Abend kamen dann die ehemaligen Mentees und Mentoren zum großen Netzwerktreffen dazu. Im Kaminzimmer der historischen Tagungsvilla kam es zum näheren Kennenlernen und zum regen Austausch.
Der zweite Tag stand unter dem Motto „Familienfreundliche Organisationskulturen – Führungsmodelle unter der Lupe“. In ihrem Impulsreferat stellte Nina Bessing, Leiterin des Geschäftsfeldes Wirtschaft in der EAF Berlin interessante Anregungen aus der Praxis vor und lieferte so eine ausgezeichnete Grundlage für die weitere Diskussion.
Mithilfe eines Thesenbarometers erstellte sie Meinungsbild zur Frage ob Teilzeit auch auf Führungsebene möglich ist ein. Anschließend ließ die Teilnehmenden die Familienfreundlichkeit ihrer eigenen Organisation bewerten. Auf einer Skala von eins bis fünf waren alle Standpunkte vertreten, sodass deutlich wurde, dass das Thema sehr unterschiedlich wahrgenommen und gehandhabt wird.
Anhand von Beispielen namhafter Unternehmen machte Nina Bessing deutlich, dass Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere in verschiedensten Branchen realisierbar sind, wenn das gesamte Umfeld stimmt. Entscheidend sind nicht nur die Führungs- beziehungsweise die Unternehmenskultur, sondern auch eine flexible Arbeitsorganisation (zum Beispiel in Form von Home Office), ein gutes Personalmanagement und direkte Unterstützung durch beispielsweise Mentoring oder auch Kinderbetreuung.
Das Fazit des Vortrags lautete, dass in diesem Bereich die Ideen und Möglichkeiten sehr vielfältig sind, es häufig jedoch noch an den Umsetzungskompetenzen sowohl auf Führungsebene als auch auf Mitarbeitendenebene fehle, um eine breite und positive Resonanz zu diesem Thema zu entwickeln.
Nach diesem Input wurde die Gruppe geteilt. Während sich die ehemaligen Tandemmitglieder weiter mit dem Thema Organisationskulturen beschäftigen und konkrete Veränderungsempfehlungen diskutierten, durfte der aktuelle Projekt-Durchgang seine Ergebnisse der ersten Hälfte des Projekts darstellen. Dabei war der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Von Powerpoint-Präsentationen über spontane Flipchart-Malereien oder Pantomime-Darstellungen bis hin zur lebenden Leinwand war alles dabei, sodass die Mentees und Mentoren sich ein gutes Bild von der aktuellen Lage machen konnten.
Die Präsentationen bildeten den Abschluss von zwei spannende Tagen, die viel zu schnell vorbei gingen. Wir möchten uns herzlich bei dem Projektteam für die tolle Organisation und Vorbereitung bedanken und freuen uns schon auf das nächste Treffen.
Text: Gyde Carstensen (TU Braunschweig), Mentee
