Farbenfrohe Kleider, ausgefallene Kopfbedeckungen und stimmungsvolle Utensilien präsentierten die Teilnehmenden der zweiten FISU Akademie bei der Eröffnungsfeier im Wolgacenter unweit der russischen Metropole Kazan. Die 110 Studierenden von allen Kontinenten der Erde feierten zusammen und läuteten Mitte Juni spannende zehn Tage ein. Beim Bildungsprogramm in der Sportschule wurden den Teilnehmenden grundlegende Fähigkeiten vermittelt. Thematisch bewegten sich die Vorträge im Feld der Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkbildung und Positionierung innerhalb der Strukturen. Dabei wurden Unterschiede in der Herangehensweise deutlich. „Leider haben wir uns sehr mit der Außendarstellung des Hochschulsports in den Medien beschäftigt. Eine konzeptionelle Arbeit beziehungsweise Darstellung der verschiedenen Ansichten fand kaum statt“, erklärte Miethke. Auch Belmann vermisste im Bildungsprogramm eine weiterführende Methodik. „Diskussionen wurden gelenkt und Fragen nur punktuell zugelassen. Dies wurde den zum Teil qualifizierten Vortragenden nicht gerecht. Mir haben deshalb vor allem die Gespräche zwischen den Einheiten viel gebracht. Dort konnten wir richtig nachhaken“, sagte der Student der Hochschule Darmstadt.
Der interkulturelle Austausch wurde so zum grundlegenden Augenmerk der beiden Deutschen. In den Pausen und nach den Programmpunkten knüpften Miethke und Belmann Kontakte über den gesamten Erdball. „Die Chance zum Austausch war vor allem in den letzten Tagen eine tolle Bereicherung. Es war spannend, sich mit Studierenden aus Paraguay, der Mongolei oder Australien über ihre Konzepte zu unterhalten. Unterm Strich hatten wir eine tolle Zeit“, blickte Miethke zurück.
Am Ende der Tage in Kazan wurden die Teilnehmenden der FISU Akademie zu FISU Student Ambassadors ernannt. Im kommenden Jahr sollen sie den weltweiten Hochschulsport repräsentieren und deren Präsenz an den Standorten stärken. Außerdem erhielten die zehn besten Studierenden der Akademie eine besondere Auszeichnung. So darf Moritz Belmann als einer der besten fünf Teilnehmenden im kommenden März die FISU bei der Winter-Universiade in Russland vertreten. „Für mich ist die kritische Auseinandersetzung mit den Entwicklungen im Hochschulsport wichtig. Dies habe ich in Kazan zum Ausdruck gebracht. Ich freue mich darüber, dass die FISU diese kritische Denkweise auszeichnet und unterstützt. Nun werden wir sehen, wie die Studierenden weltweit ihre Aufgaben als FISU Student Ambassadors selbst definieren“, sagte Belmann.
