Die Siegerfaust kam gleich nach der gelungenen Vorstellung am Reck. Auch wenn noch fünf Konkurrenten hinter Fabian Hambüchen (DSHS Köln) starteten, war dem Deutschen direkt bewusst, welch großartige Leistung der zweifache Universiade-Medaillengewinner von 2013 am Reck gezeigt hatte. Mit seinem Programm ging der Kölner Student das größte Risiko. Mit 7.000 Punkten hatte Hambüchen die höchste D-Wertung, die die Schwierigkeit der Übungen beschreibt. Doch trotz der gezeigten Schwierigkeitsstufe blieb Hambüchen fehlerfrei und konnte sich so noch einmal um 0,166 Punkte im Vergleich zur Qualifikation am Reck auf 15.266 Punkte steigern. Komplettiert wurde das Podium durch zwei Japaner. Shogo Nonomura (15.100 Punkte) und Yuyu Kamoto (15.066 Punkte) kamen auf Rang zwei und drei.
Weniger Erfolg hatte Fabian Hambüchen (DSHS Köln) am Morgen. Im Finale am Boden unterlief dem Universiade-Sieger ein Fehler zu viel. Auf der letzten Bahn machte er beim Tsukahara einen Schritt zu viel und geriet dadurch ins Straucheln. „Bei diesem Weltklasse-Niveau reicht es dann nicht für mehr“, resümierte der Disziplin-Zweite aus dem qualifizierenden Teamwettbewerb. Der Sieg ging an Naoto Hayasaka aus Japan.
Rudern
Mit den Ruder-Medaillen vier und fünf endeten heute für die Deutschen die Universiade-Wettbewerbe im südkoreanischen Chungju. Carolin Franzke (DSHS Köln) schaffte im leichten Einer der Frauen einen Podestplatz. Die Studentin des Faches Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie holte sich Bronze hinter der Chinesin Miao Wang auf Platz eins und der Litauerin Sonata Petrikaite. Dabei fuhr Wang vom Start an ein einsames Rennen an der Spitze. Dahinter konnte Franzke noch bis zur Hälfte der Renndistanz an der Litauerin dran bleiben, musste dann aber abreißen lassen.
Tim Grohmann (Uni Leipzig) und Timo Piontek (HfPV Wiesbaden) gewann heute ebenfalls Universiade-Edelmetall. Am Abschlusstag der Ruderwettbewerbe holte das Duo Bronze. Saulius Ritter und Rolandas Mascinskas aus Litauen gewannen überlegen mit 7.61 Sekunden Vorsprung auf das polnische Boot mit Dawid Grabowski und Adam Wicenciak. Wie beim leichten Einer der Frauen waren die Podestplätze dabei direkt nach dem Start verteilt. Das spätere Podium fuhr in dieser Reihung über die gesamte Distanz. Abgerundet wurde das sehr gute deutsche Ruderergebnis durch den vierten Platz von Roman Acht (Uni Mannheim) und Johannes Ursprung (Uni Frankfurt) im leichten Doppel-Zweier. So kann das deutsche Ruderteam nun glücklich und zufrieden die Reise zur restlichen Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft ins Aktivendorf in Gwangju antreten.
Badminton
Die Teilnahme am Viertelfinale erspielte sich die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft durch ein 4:1 in der Vorrunden-Partie gegen Kanada. Mit einem guten Start entschied das Team von Disziplinchef Bastian Kruse schnell das Match für sich. Bereits nach dem Mixed-Doppel, dem Männer-Einzel und dem Männer-Doppel lag die Mannschaft uneinholbar mit 3:0 in Führung. Franziska Volkmann (Uni Bochum) musste dann die ersten beiden Satzverluste für Deutschland im Turnier hinnehmen. Sie unterlag der Kanadierin Stephanie Pakenham mit 9:21 und 10:21. Das Damen-Doppel aus Isabel Herttrich und Linda Efler (beide Uni Duisburg-Essen) sicherten dann den 4:1-Erfolg.
Im Halbfinale gab es die erwartet sehr schwere Aufgabe. Die Gastgeber gingen mit ihrem Top-Team an den Start und ließen von Beginn an keinen Zweifel an ihrer Favoriten-Stellung. Obwohl sich die deutschen Spielerinnen und Spieler teuer verkauften, schlugen die asiatischen Gastgeber das Team mit 3:0.
Fechten
Die deutschen Säbel-Fechter gingen heute gegen die USA in die Wettbewerbe. Trotz einer tollen Teamleistung verlor die Mannschaft mit 45:38 gegen das amerikanische Team. "Im Säbel sind Kampfrichterentscheidungen interpretierbar. Schade, dass sich unsere Jungs nicht für ihre Topleistung mit einem Sieg belohnen konnten", erklärte adh-Disziplinchef Michael Mahler. Der heutige Wettkampf war der zweite für die deutschen Säbel-Fechter. Bereits am Samstag waren sie sportlich in die Universiade gestartet.
Tischtennis
Nach der 0:3-Niederlage am gestrigen Abend gegen Polen schafften die deutschen Tischtennis-Spieler heute einen 3:2-Erfolg gegen das schwedische Team. Ruwen Filus (Private Fern-Hochschule Darmstadt) brachte das Trio mit 1:0 in Führung, ehe Gustaf Ericson gegen Liang Qui (Uni Hohenheim) für die Schweden ausglich. Alexander Flemming (Uni Leipzig) sorgte für die erneute Führung. Nach dem erneuten Ausgleich machte Flemming am Ende alles klar. So steht das Dreigespann im morgigen Viertelfinale gegen China.
Wasserspringen
Die Wasserspringer Johannes Donay (FH Aachen) und Florian Fandler (Uni Halle-Wittenberg) verpassten mit Rang vier knapp das Podium. Das chinesische Duo gewann vor Gastgeber Südkorea und Russland.
Judo
Zum Abschluss der Einzelwettkämpfe bei der Sommer-Universiade im südkoreanischen Gwangju hat Pierre Borkowski in der offenen Klasse den neunten Platz erreicht. Damit rundete der Student der HU zu Berlin das durchweg positive Ergebnis der deutschen Judoka in den Einzelwettkämpfen ab. Mit einem Sieg startete der Berliner in das Turnier. Gegen Ufan Butt aus Pakistan dominierte Borkowski den Kampf und erreichte schon nach 17 Sekunden einen Ippon. Im Achtelfinale traf der Deutsche auf Juhan Mettis aus Estland. Der Este, der in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm am ersten Wettkampftag den fünften Platz belegte, erarbeitete sich im Griffkampf leichte Vorteile und nutzte diese nach rund zweieinhalb Minuten zum Ippon. Für Borkowski ging es nach der Niederlage in der Trostrunde weiter. Nach einem Freilos traf der Deutsche auf Michal Horak aus Tschechien. Der Tscheche begann forsch und setzte Borkowski unter Druck. Immer wieder kam Horak mit seinen Techniken durch. Nach dreieinhalb Minuten erzielte er seinen zweiten Wazari. Für Borkowski blieb damit am heutigen Tag der neunte Rang in der Endabrechnung.
Judo
Beim abschließenden Teamwettbewerb der Sommer-Universiade im südkoreanischen Gwangju haben die deutschen Mannschaften eine vordere Platzierung verpasst. Obwohl die Teammedaille am Ende verwehrt blieb, zogen die deutschen Judoka eine positive Gesamtbilanz.
Es war die schnellste Mannschaftbegegnung dieser Universiade. Gerade einmal eine Minute und 47 Sekunden benötigten die deutschen Frauen bei ihrem Auftaktkampf gegen die Mannschaft aus Kirgisistan. Nieke Nordmeyer (Uni Hamburg), Johanna Müller (DSHS Köln), Nadja Bazynski (FH für öffentliche Verwaltung NRW), Lea-Johanna Püschel (Polizeiakademie Niedersachsen) und Julia Tillmanns (Uni zu Köln) dominierten ihre Gegnerinnen aus Zentralasien nach Belieben. Der längste Kampf dauerte 35 Sekunden. Mit diesem überzeugenden 5:0-Sieg zogen die deutschen Athletinnen ins Viertelfinale ein. Dort wartete die starke Auswahl Russlands auf das deutsche Quintett. In gleicher Besetzung gingen die deutschen Damen auf die Matte, mussten sich aber trotz einer beherzten Leistung mit 2:3 geschlagen geben.
Ein schweres Los erwischten die deutschen Männer. Schon im ersten Kampf traf die Auswahl des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) auf die favorisierten Russen. Nichtsdestotrotz gehörte der erste Punkt der Begegnung dem deutschen Team. Manuel Scheibel (FH München) zeigte eine beeindruckende Leistung. Als Letzter für das deutsche Team ging Dino Pfeiffer (BHT Berlin) auf die Wettkampfmatte. Gegen Stepan Sarkisian versuchte der Bronzemedaillengewinner der Klasse bis 100 Kilogramm alles, um sich durchzusetzen. Doch der deutlich schwerere Sarkisian blockte die Angriffe des Deutschen. Nach fünf Minuten entschied ein Shido auf Seiten Pfeiffers die Begegnung zu Gunsten des Russen. Mit 4:1 zogen die Osteuropäer ins Viertelfinale ein. Für die deutschen war der Teamwettbewerb mit der Niederlage beendet.
Nach fünf Wettkampftagen zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit der Sommer-Universiade. Mit drei Einzelmedaillen, einem fünften Platz, einem siebten und drei neunten Rängen haben die Sportlerinnen und Sportler die Erwartungen übertroffen. Bei der zweitgrößten Multisportveranstaltung der Welt sammelten die Aktiven zudem wichtige Erfahrungen für weitere Aufgaben.
