Im Doppelinterview blicken Melanie Haag (Hochschulsportleiterin Uni Stuttgart) und Dr. Axel Bauer (Hochschulsportleiter Uni Göttingen) auf ihren gemeinsamen Projektdurchgang zurück.
Was nehmt ihr von eurer Teilnahme am Projekt Tandem-Mentoring mit?
Melanie Haag: Sehr viele Anregungen und vor allem mögliche Strategien für die Entwicklung des Stuttgarter Hochschulsports. Im Speziellen sind es Ideen zur Finanzierungsgestaltung und auch zur Umsetzung einer geplanten Baumaßnahme. Außerdem hat mich die Zusammenarbeit immer wieder motiviert, Dinge anzugehen und voran zu treiben. Aber auch für meine persönliche berufliche Entwicklung und Positionierung konnte ich sehr viel mitnehmen.
Dr. Axel Bauer: Ich nehme vor allem einen Einblick in die Probleme einer Berufseinsteigerin mit, die in der Leitungsfunktion eines Hochschulsports ist, der leider nicht als Zentrale Einrichtung organisiert ist. Es hat sich bestätigt, dass das eine unglückliche Konstruktion ist.
Wie sah eure Zusammenarbeit während des Projekts aus?
Melanie Haag: Es gab Telefonate, Besuche in Göttingen, sehr viele Gespräche über die Organisation und das strategische Vorgehen bei der Entwicklung des Hochschulsports und dessen Personalsituation.
Welche Themen standen im Fokus eures Austauschs?
Melanie Haag: Mein Zeitmanagement, vor allem im Zusammenhang mit der Beendigung meiner Dissertation; die Gestaltung meiner hauptamtlichen Tätigkeit in Stuttgart, die Entwicklung des Hochschulsports und deren Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Personalsituation vor Ort.
Was macht aus deiner Sicht das Projekt Tandem-Mentoring aus?
Melanie Haag: Ganz klar die Zusammenarbeit und der Austausch mit einem erfahrenen Mentor. Neben der reinen Weitergabe von Fachwissen werden Optionen und Sichtweisen eröffnet und damit ein sehr konstruktiver Beitrag zur persönlichen und beruflichen Perspektive geleistet.
Dr. Axel Bauer: Es geht um Synergien. Ich halte es für ein ausgesprochen sinnvolles Projekt um Berufseinsteigerinnen oder zukünftige Berufseinsteigerinnen praxisnah zu unterstützen, um Netzwerke zu knüpfen, um Gelegenheiten zu schaffen, dass erfahrene Menschen ihr berufsfeldnahes Wissen weitergeben können, aber auch um aus der Sicht der Mentorinnen und Mentoren über den Tellerrand zu schauen und eingefahrene Strukturen neu zu betrachten.
Das Tandem-Mentoring-Projekt hat die Zielsetzung, junge Frauen für Führungsaufgaben im organisierten Sport auszubilden. Welches Potential steckt im Projekt zur Förderung von Chancengleichheit?
Melanie Haag: Das Projekt trägt mit Sicherheit einen Teil zur Chancengleichheit bei. Frauen gelangen nicht so leicht in Führungspositionen und mit diesem Projekt erhalten sie auf diesem Weg zumindest persönliche und strategische Unterstützung.
Dr. Axel Bauer: Die Antwort ist nicht intendiert, aber ich denke, dass man das Projekt auch für Männer öffnen sollte.
Kannst du dir vorstellen, zukünftig selbst die Rolle der Mentorin/des Mentors (erneut) zu übernehmen?
Melanie Haag: Auf jeden Fall! Das war auch einer meiner Hintergedanken, als ich mich für das Projekt beworben habe.
Dr. Axel Bauer: Ja, auf alle Fälle, allerdings glaube ich, dass man an einigen Stellen nachbessern sollte, zum Beispiel die Organisation der moderierten Gespräche sollte optimiert werden. In meinem Fall war dafür ein enorm hoher Zeitaufwand aufgrund von Reisetätigkeiten notwendig.
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