21.10.2014 | Kategorie: Tandem Mentoring , Bildung , 2014

Ein Tandem blickt zurück: Maria Eife und Dieter Thiele

Der Hochschulsport als Berufsfeld stand für Maria Eife (HS Fulda) und Dieter Thiele im Mittelpunkt ihrer Zusammenarbeit während des adh-Projektes Tandem-Mentoring. Gemeinsam blicken sie zurück.

Am vergangenen Wochenende endete an der Hochschule Darmstadt der Durchlauf 2013/2014 des adh-Projektes Tandem-Mentoring. Auch für Maria Eife und Dieter Thiele stellte die Veranstaltung den Abschluss ihrer Teilnahme dar. Im vergangenen Jahr tauschten sich die Mitarbeiterin der Hochschule Fulda und der ehemalige Hochschulsportleiter der Uni Paderborn über das Berufsfeld Hochschulsport aus. Gemeinsam planten und realisierten sie Projekte. Im Interview blicken sie zurück auf intensive Gespräche und spannende Monate.

Was nehmt ihr von eurer Teilnahme am Projekt Tandem-Mentoring mit?

Maria Eife: Ich finde das adh-Projekt Tandem-Mentoring grundsätzlich gut. Ich denke, dass dieser "Mix" aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie Berufsanfängerinnen einen optimalen und nachhaltigen Austausch darstellt. Dabei gibt es nur „Gewinnerinnen und Gewinner“. Neben fachlichen Bereicherungen, gab mir mein Mentor die Möglichkeit, vieles aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Dies wird mich in einigen grundsätzlichen Betrachtungsweisen prägen. Die Freundschaft zu Dieter wird auch über das Projekt hinaus erhalten bleiben.

Dieter Thiele: Unser Tandem war von vornherein auf das Berufsfeld „Hochschulsport“ abgestellt und von daher schon sehr viel mehr praxisbezogen als bei anderen. Maria hat ihre Option mit Herzblut ergriffen. Wenn dann im Laufe des Jahres die berufliche Festigung per Entfristung des Vertrages erfolgreich war, ist das auch für den Mentor sehr zufriedenstellend.

Wie sah eure Zusammenarbeit während des Projekts aus?

Maria Eife: Neben Telefonaten, E-Mails und Whats-App trafen wir uns abwechselnd in Fulda und Paderborn. Hierfür trafen wir uns gezielt, nutzten aber auch heimische Veranstaltungen, um uns zu treffen. Zusätzlich nutzen wir die Vollversammlung und die Perspektivtagung für eine Arbeitssitzung. Dieter und ich besuchten alle Tandem-Seminare.

Dieter Thiele: Auch wir haben die gesamte Palette der Kommunikationsformen genutzt und zudem verschiedene adh- und auch sportwissenschaftliche Veranstaltungen zum Kontakt und der gemeinsamen „Horizonterweiterung“ genutzt. Einen Programmpunkt haben wir aus organisatorischen Gründen in die Postprojektphase verlegt und werden so im nächsten Sommer zum Schnuppern im Segelsport nach Kiel fahren.

Welche Themen standen im Fokus eures Austauschs?

Maria Eife: Wir einigten uns zu Beginn des Projekts auf sehr konkrete Ziele, da Dieter und ich die gleiche berufliche Tätigkeit ausüb(t)en. Diese waren/sind:

  • die Verwaltungsoptimierung (wobei die SEPA-Umstellung und das Schrader-System im Fokus standen)
  • die Planung von Großsportveranstaltungen (DHM Mountainbike 2014)
  • Imageverbesserung (Newsletter, Hochschulsportzeitung)
  • Selbstvermarktung
  • Infrastruktur (Planung von Sportflächen durch Umbau. Stichwort: „Mühle“, Planung von Büroerweiterung)
  • Karriereplanung (Leitungsfunktion, Sportwissenschaft oder HSP oder Kombination, Forschungsprojekt(e)-Promotion) .

In den letzten Monaten kam dann noch das Thema „Bildungsarbeit“ innerhalb der Landes-/Regionalkonferenz dazu.

Dieter Thiele: Ganz besonders zu erwähnen ist unser schneller gemeinsamer Erfolg, an einer relativ kleinen Hochschule verschiedene administrative Erleichterungen (z.B. Einführung des Online-Buchungssystems) umzusetzen. Das schafft Kompetenz vor Ort.

Haben sich deine Erwartungen an das Projekt Tandem-Mentoring erfüllt?

Maria Eife: Ja! Es ist nachhaltig in mehreren Ebenen. Konkrete Projekte und Ziele wurden gelöst, angegangen beziehungsweise erarbeitet. Ich konnte eine andere Sichtweise auf das Arbeitsleben kennenlernen. Zudem setzte ich mich mit mir selbst und meinen persönlichen Zielen auseinander. Außerdem wurden mir hilfreiche Tipps und Hilfestellungen gegeben.

Dieter Thiele: Erwartung mehr als erfüllt - bezieht sich auf das Mentee-Mentoren-Verhältnis in dieser etwas mehr als einjährigen Projektphase. Ich könnte mir für die folgenden Projektabschnitte noch diverse Optimierungsmodelle vorstellen. Insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg. Die Zielsetzung stimmt.

Was macht aus deiner Sicht das Projekt Tandem-Mentoring aus?

Maria Eife: Das Tandem-Projekt schafft neue Perspektiven auf persönlicher und beruflicher Ebene.

Dieter Thiele: Das Charmante an diesem Projekt ist, dass sich mit der systematischen sehr persönlichen Förderung schon nach kurzer Zeit eine sichtbare, sich aufbauende Wirkung mit systemverändernder Kraft entwickelt. Dies ist das, worauf der organisierte Sport unter qualitativen Aspekten von Führungsfähigkeit wartet.

Das Tandem-Mentoring-Projekt hat die Zielsetzung, junge Frauen  für Führungsaufgaben im organisierten Sport auszubilden. Welches Potential steckt im Projekt zur Förderung von Chancengleichheit?

Maria Eife: Das Projekt ist nur für Frauen ausgeschrieben und ermöglicht diesen somit, sich weiterzuentwickeln, nicht nur durch die Qualifizierungsseminare. Wenn ich vom Berufsfeld des Hochschulsports ausgehe, empfinde ich persönlich, ohne das mit Zahlen belegen zu können, dass viele Führungspositionen mit Frauen besetzt wurden und werden. Vielleicht auch die Früchte des sehr guten Tandem-Projekts?! Grundsätzlich ist nun die Überlegung eventuell gegeben, dieses Projekt geschlechtsneutral anzubieten.

Dieter Thiele: Ich würde den Begriff „Chancengleichheit“ in diesem Sinne nicht zu hoch ansetzen. Im Projekt geht es vielmehr um eine Start-Verbesserung der beruflichen Einstiegsmöglichkeiten. Wenn dann am Ende ein kleiner Schritt auf der Karriereleiter für Frauen dabei herauskommt, umso besser!

Kannst du dir vorstellen, zukünftig selbst die Rolle der  Mentorin (erneut) zu übernehmen?

Maria Eife: In einigen Berufsjahren gerne.

Dieter Thiele: Als dienstältester Mentor (und Pensionär) des diesjährigen adh-Projektes Tandem-Mentoring war dies zugleich mein Abschied aus aktiven adh-Tätigkeiten. Neuen Mentorinnen und Mentoren sei gesagt: Dieses gute Jahr hat viel Freude bereitet. Ich selbst möchte im nächsten Jahr jedoch gern wieder Bestimmer meines Urlaubskalenders sein.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt.