Letztere berichtet nun von ihren Erlebnissen. Noch müde vom Silvesterabend, startete ich am Neujahrstag meine kleine Weltreise, um an der WUC Wasserski in Santiago de Chile vom 12. bis 15. Januar 2012 teilzunehmen. Der erste Zwischenhalt war das Trainingscenter von Franz Oberleitner in Orlando. Denn aus europäischer Sicht könnte man sagen, dass die WUC zu einem schier ungünstigen Zeitpunkt stattfand – nämlich im Winter! So war es mir aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht möglich in den Vormonaten Oktober, November und Dezember mein Training auf dem Hufeisensee des WSC Halle fortzusetzen, was mich dazu veranlasste mir in wärmeren Gefilden Trainingsmöglichkeiten zu suchen.
Optimale Vorbereitung
So verbrachte ich eine Woche bei Franz in Orlando. Wir nutzten jeden Tag, um mich bestmöglich auf die Studierenden-Weltmeisterschaft vorzubereiten, mal bei 2°C Lufttemperatur, mal bei 20°C. Ich möchte mich daher an dieser Stelle ganz herzlich für die Mühe und Zeit bedanken, die du (Franz) dir genommen hast um mich vorzubereiten. Zugleich möchte ich dem Bootsfahrer Bojan Schipner danken.
Am 09. Januar ging es dann weiter nach Santiago de Chile, dem eigentlichen Ziel meiner Reise. Zunächst flog ich nach Toronto zurück, um dann zehn Stunden nach Santiago weiter zu fliegen. Ich kam am darauf folgenden Tag um die Mittagszeit an, schnappte mir ein Taxi und fuhr nach einigen Verständnisproblemen mit nicht englisch sprechenden Chilenen zur Wasserskistrecke Los Morros nach San Bernado, ein kleiner Vorort von Santiago. Dort angekommen stand ich fünf Minuten. später auf meinem Trickski und drehte meine beiden Programme hoch und runter. Im Anschluss ging es weiter mit Slalom und am Abend folgte das Springen.
Das Training lief gut und ich freute mich schon auf die Vorläufe. Die Wasserskistrecke war beeindruckend. Der See wurde extra für Wasserskizwecke „gebaut“: er war nicht länger und breiter als notwendig, weitestgehend windgeschützt und hatte eine Wendeinsel für die Bootsfahrer.
Nach dem anstrengenden „Ankunftstag“ in Santiago ging es dann lediglich in das offizielle Hotel (NH Hotel) im Herzen von Santiago. Am nächsten Morgen nutzten meine Teamkollegin Geena Krüger (Rollins College, USA) und ich nochmals die Gelegenheit zu trainieren. Dabei konnte ich ihr auch gleich die Einkleidung, die uns dankenswerterweise vom adh zur Verfügung gestellt wurde, geben.
Des Einen Freud des Andern Leid
Am nächsten Morgen starteten die Vorrundenläufe im Slalom pünktlich um zehn Uhr. Leider verfehlte ich das Eingangstor bei 16m und konnte mir somit keinen Finalplatz sichern. Ich war zwar sichtlich enttäuscht, freute ich mich aber dennoch riesig für Geena, die nach der Vorrunde auf Platz Eins mit einer halben Boje an der 11m-Leine lag. Auch in meiner favorisierten Disziplin, dem Trickski, konnte ich nach zwei Stürzen im Vorlauf keinen Finalplatz erreichen und lag zusammen mit Geena auf Platz 14 mit 2.200 Punkten. Auch im Springen verpasste ich das Finale und musste somit auch hier frühzeitig meine Sachen packen. Allerdings hatte ich in dieser Disziplin auch keine große Erwartung, da ich nach zwei Jahren Pause erst in der Woche zuvor wieder mit dem Springen angefangen hatte. Geena erreichte im Sprungvorlauf den vierten Platz mit 37,9m und somit eine sichere Finalteilnahme. Diese Weite konnte Sie im Finale auf 41,1m ausbauen und verteidigte ihren vierten Rang. Geena verfehlte damit in der Kombination leider knapp das Treppchen.
Trotz der enttäuschenden Vorrundenläufe nutzte ich die verbleibende Zeit ausgiebig, um mich mit Athleten verschiedenster Nationen auszutauschen, eingerostete Englischkünste aufzufrischen und die tolle Atmosphäre an der Wasserskistrecke zu genießen. Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit mit Martina Zeuner vom DWWV und Thorsten Hütsch vom adh bedanken.
