11.07.2015 | Kategorie: 2015 , TopNews , Universiade

Deutschland im Medaillen-Traum

Fünfmal Edelmetall gab es bislang am heutigen Wettkampftag. Martin Grau (HS Ansbach) im 3000 Meter Hindernislauf, Anna Maiwald (Uni zu Köln) im Siebenkampf und Lena Urbaniak (HS Ansbach) bilden das heutige Gold-Trio. Jenny Elbe (TU Dresden) holte im Dreisprung Silber. Abgerundet wurde das tolle Mannschaftsergebnis durch den Bronzerang von Taekwondoin Ewald Glesmann (FU in Hagen) und den Halbfinaleinzug des deutschen Basketballteams.

Es war sein bester Lauf der Saison, den Martin Grau (HS Ansbach) in der Universiade-Entscheidung abrufen konnte. 8:31.55 Minuten brauchte der 23-Jährige für die 3000 Meter im Hindernislauf. Durch diese Top-Zeit sicherte sich der Student des Studiengangs „International Management“ die erste Goldmedaille für das deutsche Leichtathletik-Team. Als Zweiter überquerte der Este Kaur Kivistik über die Ziellinie des Main Stadiums von Gwangju. Der Russe Iurii Koptcov lief als Dritter ein.

Ebenfalls goldene Momente erlebte Anna Maiwald (Uni zu Köln), die mit 5965 Punkten den Siebenkampf für sich entschied. Von Anfang an setzte die Deutsche im Wettbewerb Akzente und wurde gleich zum Auftakt im 100 Meter Hürdenlauf Dritte. Einem nicht ganz gelungenen Hochsprung-Wettkampf folgte eine ordentliche Leistung im anschließenden Kugelstoßen. Nach ihrer Bestzeit über die 200 Meter lag sie in der Gesamtwertung noch 69 Punkte hinter der führenden Neuseeländerin Veronica Torr. Für den Finaltag hatte sich die 24-Jährige dann scheinbar noch einmal einiges vorgenommen. Im Weitsprung kam die Kölnerin zum Start mit 5,91 Meter auf den dritten Platz. Weiter in die Sandgrube sprangen nur Anna Petrich (RUS) mit 6.03 Metern und Ida Marcussen (NOR) mit 5.94 Metern. Auch im Speerwurf am Nachmittag bewies Maiwald ihre Qualitäten. Die 42,78 Meter reichten zu einem zweiten Platz in dieser Teildisziplin hinter der Kanadierin Nicole Corrie Oudenaarden. Vor dem abschließenden 800 Meter-Lauf lag die Rehabilitationswissenschafts-Studentin damit mit einem Gesamtpunktestand von 4386 Punkten in Führung. Diese verteidigte sie über die 800 Meter durch eine Zeit von 2:17.47 Minuten.

Auch Lena Urbaniak (HS Ansbach) fügte ihren Teil zum deutschen Medaillen-Traum hinzu. Gleich im zweiten Versuch stieß die Studentin die Kugel auf 18,00 Meter. Die Polin Paulina Guba versuchte direkt zu kontern, doch das Sportgerät fiel bei ihr sechs Zentimeter früher auf den Rasen. Da sich in der Folge keine der beiden Kontrahentinnen mehr verbessern konnten, blieb das Ergebnis von 18,00 Metern als Siegerweite stehen. Damit durfte sich Urbaniak nicht nur über einen persönlichen Rekord freuen, sondern ebenfalls über die Goldausgabe des Medaillensatzes.

Grund zum Jubeln hatte auch Dreispringerin Jenny Elbe von der Technischen-Universität Dresden. Mit Silber wurde ihr weitester Sprung auf 13,86 Meter belohnt. Bereits nach ihrem Auftaktsprung auf 13,49 Meter lag die Lebensmittelchemie-Studentin auf dem Silberrang, den sie bis zum Ende des Wettkampfes verteidigen konnte. Nach 13,85 Metern und 13,59 Metern gelang Elbe im vierten Durchgang der entscheidende Sprung. Die 13,86 Meter sicherten den zweiten Podestplatz ab, auch wenn es die Polin Anna Jagaciak-Michalska im letzten Durchgang noch einmal spannend machte. Mit ihrem sechsten Satz sprang die Osteuropäerin bis auf fünf Zentimeter an die Deutsche heran. Die Goldmedaille ging an die Russin Ekaterina Koneva, die auf 14,60 Meter kam.

Taekwondo

Für weitere Medaillen-Freude sorgte Taekwondoin Ewald Glesmann (FU in Hagen). In der Gewichtsklasse unter 74 Kilogramm setzte sich der Psychologiestudent souverän in der ersten Runde gegen Michel Samaha aus dem Libanon mit 15:7 durch. In Runde zwei wartete mit Yerzhan Abylkas ein kasachischer Kämpfer auf den erst zwanzigjährigen Nachwuchsathleten. Durch seinen 13:11-Erfolg gegen den Türken Samet Gokmen qualifizierte sich Glesmann für die Runde der besten Vier. Durch den Sieg im Viertelfinale hatte er bereits jetzt Edelmetall sicher. Im Halbfinale wartete dann der Iraner Seyed Ahmad Khosrowfar, der sich beim 8:15 allerdings als zu hohe Hürde herausstellte. Glücklich ist der junge Deutsche trotzdem: „Es ist einfach fantastisch, diese Medaille bei meinem ersten großen internationalen Turnier geschafft zu haben“, strahlte Glesmann im Anschluss.

Basketball

Mit Kanada wartete heute im Universiade-Viertelfinale die erste große Hürde auf die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft. Das Team von Henrik Rödl behielt dabei in einem umkämpften Spiel die Nerven und sicherte sich mit einem 79:73 das Halbfinal-Ticket.

Nach dem souveränen Gruppensieg in der Vorrunde ging es heute für das deutsche Basketballteam ins erste „do-or-die Match“. Im Viertelfinale wartete mit Kanada der Gruppenzweite aus Gruppe B. Vor allem die starke Defense stellte hierbei den kanadischen Gegner vor eine unlösbare Aufgabe.

Es waren gerade einmal 19 Sekunden gespielt, da eröffnete Kanada die Punkte-Jagd. Ein früher Dreier durch Jordan Baker brachte die erste Führung. Im ausgeglichenen Spiel konnte sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen. So stand es nach gut fünf Minuten 11:11. Die Folgezeit war vor allem geprägt von vielen Fehlversuchen und Turnover. Nur fünf Punkte konnte jede Seite in den folgenden Minuten markieren.

Auch das zweite Viertel sollte so beginnen, wie das erste aufgehört hatte. Eine Wurfquote von gerade einmal 14% aus der Nah- und Mitteldistanz sprach zu dieser Phase eine klare Sprache. Vor allem die Reboundstärke der Deutschen mit 15 Ballgewinnen, hielt das Team im Spiel.

In der Kabine scheint Bundestrainer Henrik Rödl, dann Zielwasser verteilt zu haben. Nach dem Seitenwechsel wurden seine Schützlinge nämlich deutlich treffsicherer. Mit zwei Punkten Vorsprung ging es dann für die adh-Auswahl in die letzten zehn Minuten. Vor allem die gute Freiwurfqualität der Deutschen (14/15) ließ diese unter den Augen des Präsidenten des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), Ingo Weiss, jubeln. „Die Mannschaft hat eine gute Teamleistung gezeigt und stand vor allem in der Defense gut. Wir freuen uns über das wunderbare Ambiente dieser Wettkämpfe, welches zeigt, dass die Universiade eine gute Veranstaltung für junge, deutsche Nachwuchssportler ist“, resümierte Weiss, DBB-Präsident und Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), zufrieden nach dem deutschen Sieg.

Bereits am morgigen Sonntag wartet mit Brasilien der nächste starke Gegner auf die deutsche Auswahl. Die Südamerikaner schlugen Frankreich im zweiten Viertelfinale mit 60:53 und kämpfen so morgen gegen Deutschland um den Finaleinzug. Hochball ist um 15 Uhr (8 Uhr MEZ).

Badminton

Fabian Holzer (HTW des Saarlandes) und Mark Lamsfuß (HTW des Saarlandes) schafften es am heutigen Tag in die Runde der besten Acht. Zum Auftakt spielte das deutsche Doppel gegen die Indonesier Aldiartama/Siswanto. Dort bezwangen sie die beide Asiaten in zwei Sätzen mit 21:14 und 21:17. Im Viertelfinale wartete dann Malaysia auf das Saarland-Duo. Nachdem Holzer und Lamsfuß den ersten Satz mit 14:21 abgeben mussten, standen sie im zweiten unter Zugzwang. Der 21:18-Satzausgleich führte nur zu kurzer Freude, denn der dritte endete mit 17:21 aus deutscher Sicht. So verpasste das Doppel den Einzug ins Universiade-Halbfinale.

Zweimal Südkorea, zweimal verloren - so fiel am heutigen Tag die nüchterne Bilanz für Isabel Herttrich (Uni Duisburg-Essen) aus. Sowohl im Mixed Doppel, als auch im Damen-Doppel scheiterte die Studentin aus dem Ruhrgebiet am Gastgeber. Nach dem ersten Satzverlust (10:21) zeigte Herttrich im Mixed Doppel zusammen mit ihrem Partner Mark Lamsfuß (HTW des Saarlandes) einen guten zweiten Satz. Trotz Führung ging am Ende auch dieser mit 18:21 verloren und so auch das Spiel. Klarer war die Niederlage im Damen Doppel. Zusammen mit Linda Efler (Uni Duisburg-Essen) musste Herrtrich beide Sätze mit 12:21 und 11:21 abschenken.

Tischtennis

Eine klare Angelegenheit war für Ruwen Filus (Private Fern-Hochschule Darmstadt) die Runde der besten 32 im Tischtennis. Er gewann die Partie gegen den estnischen Spieler Tomas Libene mit 4:0 und trifft somit morgen auf Daniel Dan (ROU). Auch Liang Qiu (Uni Hohenheim) ist im Viertelfinale dabei. Er tat sich mit seinem Gegner, dem Chilenen Gustavo Gomez, schwerer. So stand er erst nach sechs Sätzen als Sieger fest. Das Viertelfinale spielt er morgen gegen Sheng-sheng Huang (TPE). Alexander Flemming (Uni Leipzig) steigt erst morgen ins Turnier ein.