Foto: karate.de
16.07.2012 | Kategorie: 2012 , international , Karate

Deutsche Karateka verpassen Medaille bei der WUC in Bratislava

Am Sonntag, den 16. Juni 2012 ging in Bratislava die 8. WUC Karate zu Ende. Das aufgrund von kurzfristigen Ausfällen stark reduzierte deutsche Team konnte trotz guter Leistungen keine Medaille holen.

Wie erwartet waren die Wettbewerbe hervorragend besetzt. Ein Großteil der klassischen Karate-Nationen ist mit zahlreichen erfolgreichen EM- und WM-Starterinnen und Startern in die Hauptstadt der Slowakei gereist. Neben dem sehr hohen internationalen Niveau beeindruckt auch die Zahl von 460 Teilnehmenden aus 43 Nationen. Mit dem aktuellen Mannschafts-Europameister Heinrich Leistenschneider (Uni Regensburg) und der Vize-Europameisterin 2012 Jana Bitsch (Macromedia Hochschule Köln) hatte auch das deutsche Karate-Team zwei heiße Medaillenanwärter in seinen Reihen. Diese mussten sich jedoch, wie die drei weiteren deutschen Aktiven, jeweils sehr knapp geschlagen geben und verpassten leider die erwartete Medaille.

Aus im Kata schon in der zweiten Runde

Im Kata Einzel hatte Jan Urke (Universität Gießen) einen guten Auftakt und siegte nach sehr starker Leistung in der ersten Runde klar gegen den Österreicher Thomas Kaserer. In der zweiten Runde kam jedoch das Aus gegen den Lokalmatador Urik Matej aus der Slowakei, der sich in der ersten Runde gegen den Neuseeländer durchgesetzt hatte und später die Bronzemedaille gewann.

Jasmin Bleul (Universität Frankfurt) musste sich bereits in der ersten Runde knapp mit 2:3 gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin Mo Lau aus Hongkong geschlagen geben und trauerte ihrer vergebenen Chance auf eine Medaille nach.

Sowohl Jasmin Bleul als auch Jan Urke hoffen nun auf eine erfolgreiche WKF-Weltmeisterschaft, für die sie mit den in Bratislava gewonnen Erfahrungen gut gerüstet sind.

Im Kumite +84 Kg startet Heinrich Leistenschneider (Universität Regensburg) in der ersten Runde mit einem knappen Sieg gegen den Kroaten Bojan Grubic in das Turnier. Auch in der zweiten Runde kontrollierte Leistenschneider seinen Gegner Vijaya Jayaseelan aus Malaysia und siegte mit 2:1 Punkten. Im Viertelfinale hatte der Spanier Iagoba Vizuete-Fernandez in einem sehr ausgeglichenen Kampf das bessere Ende für sich und siegte denkbar knapp mit einer Wertung. Auch der Spanier holte später Bronze, so dass Leistenschneider keine Möglichkeit hatte, über die Relegationsrunde nochmal ins Geschehen einzugreifen.

Im Kumite bleiben die Damen  trotz großem Kämpferherz glücklos

Am zweiten Wettkampftag ruhten die deutschen Hoffnungen im Kumite auf Stella Holczer von der TU Kaiserslautern (-61 Kg) und Jana Bitsch (-55 Kg). Besonders Jana Bitsch startete als amtierende Vize-Europameisterin mit dem Ziel, eine Medaille zu holen.

Die erst 21jährige Stella Holczer, die bisher international noch wenig in Erscheinung getreten ist, war mit dem Ziel nach Bratislava gekommen, weitere Erfahrung zu sammeln. In der ersten Runde bewies sie ein großes Kämpferherz und holte einen 0:3 Rückstand gegen die Algerierin Ibtissam Benferchoul auf, um dann in den letzten Sekunden des Kampfes den entscheidenden Treffer zum 4:3 zu landen. Im Achtelfinale konnte sie sich gegen die erfahrene Türkin und spätere Bronzemedaillengewinnerin Ece Yasar gut behaupten und den Kampf lange ausgeglichen gestalten. Erst eine zweifelhafte Kampfrichterentscheidung verschaffte der Türkin einen hauchdünnen Vorsprung, welchen sie nur mit großer Mühe gegen die engagierte Deutsche ins Ziel retten konnte. Damit war auch für Stella Holczer der Wettbewerb beendet.

Alle Hoffnungen langen nun im letzten Einzelwettbewerb mit deutscher Beteiligung auf Jana Bitsch, die einen überzeugenden Einstand hatte und nach Freilos in der ersten Runde im Achtelfinale deutlich gegen Ju-Ang Wu aus Taipei siegte. Im Viertelfinale traf Bitsch dann auf die Slowakin Jana Vojtikevicova. Noch vor wenigen Wochen hatte sie diese Gegnerin bei den diesjährigen Europameisterschaften besiegt. Die Slowakin nutzte jedoch den „Heimvorteil“ und setzte sich mit Glück und Geschick sowie wohlwollenden Kampfrichterentscheidungen knapp in Führung. Letztlich konnte Jana Bitsch den Vorsprung nicht mehr ausgleichen und verpasste damit den Einzug ins Halbfinale denkbar knapp. Die Slowakin machte es besser und sicherte sich die Bronzemedaille.

Damit waren alle deutschen Starterinnen und Starter in den Einzelwettbewerben gegen die späteren Bronzemedaillengewinner ausgeschieden. Eine derartige Konstellation hatten die deutschen Karateka in der 16jährigen Geschichte der Studierenden-Weltmeisterschaften noch nie erlebt.

 

 Mexiko im Mannschaftswettbewerb nicht zu schlagen

Am dritten und letzten Tag konnte Deutschland aufgrund der zahlreichen Absagen kein Team für den Kumite Mannschaftswettbewerb der Männer stellen. Bei den Frauen, wo für den Kumite-Teamwettbewerb drei Starterinnen erforderlich sind, gaben Stella Holczer, Jana Bitsch und Jasmin Bleul noch einmal alles, um für einen versöhnlichen Abschluss zu sorgen. Das gelang in der ersten Runde gegen das Team aus Algerien hervorragend. Jana Bitsch und Stella Holczer siegten in ihren Kämpfen souverän mit 8:0 und 3:2, sodass Jasmin Bleul nicht eingreifen musste. In der nächsten Runde, war Mexiko dann doch eine Nummer zu groß und nach einem 2:6 von Jana Bitsch und einer 2:5 Niederlage von Stella Holczer war die WUC Karate 2012 für das deutsche Team zu Ende.

Für die deutschen Karateka bleibt nun die Hoffnung auf eine erfolgreichere WM 2012. Der adh bedankt sich bei allen Aktiven und wünscht ihnen viel Erfolg für die anstehenden Aufgaben in Studium und Sport.