Die Unterbringung der mehr als 400 angereisten Turnerinnen und Turnern, Kampfrichterinnen und Kampfrichtern sowie Fans war durch die Nutzung der Gymnastikhalle und der Halle Zwei problemlos möglich. Etwas schwerer hingegen war es, auf der über zwei Tage hinweg stets gut gefüllten Tribüne einen Platz zu finden.
Erster Wettkampftag der Frauen
Am Freitag fand die Deutschen Hochschuleinzel- und Hochschulmannschaftsmeisterschaft statt. Bei diesen Wettkämpfen wird nach den internationalen Wertungsvorschriften, die auch bei Olympischen Spielen zum Einsatz kommen, geturnt. Bei den Frauen gewann wie bereits im letzten Jahr in Stuttgart die Mannschaft von der Uni Leipzig mit 143,35 Punkten. Der zweite Platz ging an die Turnerinnen aus Heidelberg (141,50 Punkte) mit mehr als sechs Punkten Vorsprung vor der Wettkampfgemeinschaft (WG) Köln (135,05). In der Einzelwertung landete Tina Jentsch von der Uni Leipzig mit 51,55 Punkten auf Platz Eins, dicht gefolgt von der Heidelbergerin Alina Rothardt (49,85) und Johanna Deutschmann (47,80) aus Köln. Die Frauenmannschaft der WG Karlsruhe erturnte sich mit 122,50 Punkten einen sehr guten sechsten Rang. Da die Frauen mit einigen Patzern in ihren Übungen und dem verletzungsbedingten Ausfall von Elisabeth Graf zu kämpfen hatten, war die Überraschung über die gute Platzierung umso deutlicher in den Gesichtern von Sabine Kießling, Kristina Teichmann, Wissaf Hassis, Cornelia Wolf und Helen Decker zu sehen. Wobei letztere die einzige Vierkämpferin im Trikot der WG Karlsruhe war und sich mit 39,60 Punkten den 17. Platz der Einzelwertung sichern konnte.
Erster Wettkampftag der Männer
Bei den Männern ging die goldene Siegernadel mit 224,15 Punkten an die WG München. Gefolgt von der WG Karlsruhe (218,40) und der Uni Kiel (216,05). Die Einzelwertung gewann der von Reckweltmeister Fabian Hambüchen und Vater Wolfgang Hambüchen betreute Fabian Lotz (81,30) für die WG Gießen. Zweiter wurde der Chemnitzer Marek Schmidt (78,35) vor Thomas Seitel (76,00) aus Köln. Für die Titelverteidiger und Gastgeber gingen Eugen Polisky, Jens Rudat, Johannes Leveringhaus, Roman Kneller, Roman Janetzko und Mauno Schelb an die Geräte. Da man im Vorfeld etwas Verletzungspech hatte, waren die Könige aus Karlsruhe mit ihrem zweiten Platz mehr als zufrieden. Bester Karlsruher Einzelturner war Mauno Schelb mit einem hervorragenden fünften Platz. Der zweite Sechskämpfer im Team, Roman Janetzko, erturnte sich Rang 13. Bei den am Samstag stattfindenden Gerätefinals, bei denen jeweils die sechs Besten pro Gerät starten dürfen, landeten beide auf dem zweiten Platz am Boden und sicherten sich noch einige weitere Podiumsplätze an den anderen Geräten.
Zweiter Wettkampftag (adh-Cup)
Der Samstagmorgen begann für das Karlsruher Organisationsteam schon recht früh, da ab sechs Uhr das üppige und von den Gästen mehrfach gelobte Frühstück im Foyer des Sportinstitutes bereit zu stehen hatte. Dies war auch nötig, da der erste Durchgang des adh-Cup der Frauen schon um 7:30 Uhr begann. In diesem Wettkampf, bei dem nach etwas erleichterten Wertungsvorschriften geturnt wird, waren insgesamt 25 Teams am Start. Gewonnen hat die Uni Jena mit 147,25 Punkten vor der Uni Tübingen (146,05) und dem Team der WG Würzburg (145,15). Für die Wettkampfgemeinschaft aus der Fächerstadt starteten Alexandra Ludwig, Sandra Hempel, Sabine Jung, Alexandra Drivalos, Marianne Preissler und Constanze Jakowski, die sich in der Einzelwertung einen 23. Platz erturnte. Ein exzellenter achter Platz war das Ergebnis einer homogenen Mannschaftsleistung der Karlsruherinnen. Am Samstagnachmittag gingen dann die Turner des adh-Cup an die Geräte. Hier schlüpften Ansgar Sehlinger, Tsubasa Manabe, Lukas Holzer, Christian Gutenkunst, Mario Ostwald und Christoph Haas in die Trikots der WG Karlsruhe und sicherten sich mit 209,35 Punkten den Sieg vor heimischer Kulisse. Der zweite Platz ging an die Turner der Uni Jena (208,25) vor den Athleten aus Hamburg (207,25).
Nach den Gerätefinals, bei denen hochklassige Leistungen vor voll besetzter Tribüne und bester Stimmung geboten wurden, und den Siegerehrungen zogen alle Teilnehmer um ins „heimspiel. – die Kneipe am KIT“ um sich dort in angenehmen Biergartenambiente und bei glücklicherweise trockenem Wetter Pasta und Salat schmecken zu lassen. Das vom studentischen Organisationsteam, bestehend aus Alexander Hähl, Katharina Henke, Cornelia Wolf, Elisabeth Graf, Christian Gutenkunst und Tobias Kehret, organisierte Rahmenprogramm bestand unter anderem aus zwei Shows. Am Freitag präsentierte das „Duo Nuno“ klassische Tuchakrobatik und den Abschluss des Pastaessens bildete „Aquatica“, eine Choreographie in einer mit Wasser gefüllten durchsichtigen Halbkugel aus Glas. Das Ende dieser Vorführung wurde gleichzeitig zum Aufbruch zur Party im AKK genutzt. Dort feierten die rund 400 Teilnehmer der DHM getreu der sittlich moralischen Maxime von Turnvater Jahn „frisch, fromm, fröhlich, frei“ bis in die Morgendämmerung.
Beim Frühstück am Sonntagmorgen war allen Teilnehmenden die Wehmut über das Ende der DHM anzusehen und man freute sich schon wieder auf die DHM im nächsten Jahr.
Weitere Infos und Bilder unter: www.sport.kit.edu/geraetturnen
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