Brigitte Steinke von der TK © Tobias Hopfgarten

„Bewegt studieren – Studieren bewegt! 2.0“: Auftaktveranstaltung in Potsdam

Am 15. September fand die Auftaktveranstaltung der Initiative „Bewegt studieren – Studieren bewegt! 2.0“ des adh und der Techniker Krankenkasse (TK) im Kongresshotel Potsdam statt – erstmals als hybride Veranstaltung.

Damit fiel der offizielle Startschuss zur Umsetzung der 51 Projekte, die gemeinsam für eine Förderung durch die TK ausgewählt wurden und sich zum Teil seit Anfang Juni in der Planungsphase befinden.

Der adh unterstützt in Kooperation mit der TK über einen Zeitraum von drei Jahren ausgewählte Projekte von adh-Mitgliedshochschulen, die sich mit der Bewegungs- und Gesundheitsförderung von Studierenden befassen, inhaltlich und finanziell. In diesem Zusammenhang sollen Studierende als zukünftige gesellschaftliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sensibilisiert werden und Kompetenzen entwickeln, um gesundheitsfördernde Strukturen später auch in der Arbeitswelt aktiv unterstützen und entfalten zu können. 

Um all jenen eine Teilnahme zu ermöglichen, die aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht physisch anwesend sein konnten, wurde zusätzlich eine virtuelle Umsetzung über eine Online-Live-Event-Plattform realisiert. Somit hatten alle Projekthochschulen die Möglichkeit, sich aktiv am Geschehen zu beteiligen und von den transportierten Inhalten zu profitieren.

Einen ersten inhaltlichen Impuls bot Prof. Dr. Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). In seinem Vortrag zum Thema „Disruption der Hochschullandschaft – Wie verändern sich die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für die Hochschulen im Zuge der COVID-19-Pandemie?“ wagte er einen Blick in die Zukunft und ging hierbei insbesondere auf die zum Teil beschleunigten Trends und deren mögliche Wirkungen für den Hochschulsport ein.

Ziegele begann seinen Vortrag mit einem Rückblick auf die Perspektivtagung 2019 an der Universität Duisburg-Essen, wo er innerhalb seiner Keynote eine Disruption als Möglichkeit vermutet hatte, die jetzt aufgrund der Pandemie unmittelbar eingetreten sei. Der Frage, was das für die Hochschule der Zukunft bedeute, näherte er sich durch die Betrachtung verschiedener Trends, die sich zum Teil enorm beschleunigten oder mit Richtungsänderungen versehen seien.

Als beschleunigten Trend nannte Ziegele die Digitalisierung, die schlagartig in der Breite der Hochschule angekommen ist. Als Herausforderung skizzierte Prof. Ziegele das schädliche Ausspielen zwischen Digital und Analog, als Chance die Einführung der flächendeckenden Online-Lehre als Weg zu hybriden Formaten. Als weiterer positiver Aspekt wurde das gestiegene Vertrauen in die Wissenschaft genannt. Dieses gelte es, für die „Third Mission“ der Hochschulen zu nutzen.

Ziegele verwies abschließend auf die Bedeutung des Hochschulsports für die Hochschulentwicklung. Der Hochschulsport könne und sollte sich aktiv in die strategische Ausrichtung und Entwicklung der Hochschulen einbinden, die vermehrt die Gesundheitsförderung als Profilthema in ihre Leitbildtexte und Profildokumente aufnehmen.

Anschließend lieferten Bianca Dahlke (Fachreferentin Gesundheitsmanagement der TK) und Felicitas Horstmann (adh-Projektleiterin Gesundheitsförderung) einen Überblick zur Initiative, die langfristig das Ziel verfolgt, die Gesundheit der Studierenden durch mehr Bewegung im Studienalltag zu fördern und den Hochschulsport als einen wichtigen Akteur im Studentischen Gesundheitsmanagement (SGM) weiter zu stärken.

Letzteres soll über ein zweites Modul im Rahmen der Initiative, das Qualifizierungs- und Beratungsangebote im Bereich SGM für die adh-Mitgliedshochschulen vorsieht, unterstützt werden.

Abschließend skizzierte Horstmann die Veränderungen, die sich aufgrund der Corona-Krise für die Initiative ergeben. Um unter diesen besonderen Bedingungen eine gute Projektdurchführung gewährleisten zu können, hatte die Steuerungsgruppe Anfang Juni entschieden, einen flexiblen Projektstart zu ermöglichen. So können die Hochschulen ihre Projekte bis spätestens 1. November 2020 beginnen.

Ferner besteht die Möglichkeit, ursprünglich geplante Inhalte zu überdenken und diese flexibel in Abstimmung mit dem/der TK-Gesundheitsexperten/-in an die „neue Realität“ anzupassen. Digitale Lösungen werden von der Steuerungsgruppe als Chance gesehen, sollen aber – sofern sie nicht ohnehin geplant waren – lediglich als Brücke dienen.

Die Auftaktveranstaltung selbst wurde dann durch einen Walk and Write mit der Fragestellung „Welche Auswirkungen hat die neue Realität auf unsere Projekte?“ abgerundet. In der Ergebniszusammenfassung wurde deutlich, dass die Projekthochschulen den aktuellen Herausforderungen mit viel Mut und Kreativität begegnen. Wenngleich die Corona-Krise einige Einschränkungen mit sich bringt und ein hohes Maß an Agilität fordert, birgt sie auch zusätzliches Innovationspotenzial. Insbesondere die Projekte, die den Schwerpunkt auf digitale Bewegungsförderung legen, profitieren vom „Digitalisierungshelfer Corona“.

Weitere Informationen zur Initiative „Bewegt studieren – Studieren bewegt! 2.0“ finden Sie auf der adh-Projektseite: bewegt-studieren.de