12.10.2011 | Kategorie: 2011 , Gremien ,

Bericht des Sportreferate-Ausschusses

Der Sportreferateausschuss (SRA) ist als Interessenvertretung der Studierenden im adh bestrebt, ehrenamtliches Engagement attraktiv zu halten und den Studierenden die inhaltliche Mitgestaltung des Hochschulsports in Deutschland zu ermöglichen.

Außerordentlich wichtig dafür ist die informelle Vernetzung, die nicht nur bei den Sportreferate-Seminaren intensiv verfolgt, sondern auch bei vielen anderen Anlässen praktiziert wird und künftig noch weiter in den Fokus genommen werden soll. Langfristig hat sich der SRA vorgenommen, die verbandspolitischen Strukturen in Bezug auf die studentische Mitbestimmung zu überprüfen und zugleich Vorschläge zu erarbeiten, die die Partizipation der Studierenden auf lange Sicht ermöglichen.

Personalia
Der Sportreferateausschuss kann in den letzten drei Jahren auf eine personelle Kontinuität zurückblicken, bei der erfahrene Studierende auf ihre langjährige Tätigkeit in ihren jeweiligen lokalen Hochschulsporteinrichtungen zurückgreifen können. Gleichzeitig ist während dieser Zeit aber auch deutlich geworden, dass Kontinuität unter Umständen auch Neues verhindern kann oder vermissen lässt. Für die kommende Legislaturperiode stehen die Zeichen auf Umbruch: Mit Daniela Franck, Steffen Wenzel, Niklas Grasser und Lasse Schmitt werden alle SRA-Mitglieder studienbedingt aus dem Amt ausscheiden, sodass die studentischen Vorstände einen komplett neuen Ausschuss begleiten werden.

Sitzungen des Sportreferateausschusses
Im Berichtszeitraum kam der SRA zu zwei Sitzungen zusammen, die jeweils in Göttingen abgehalten wurden. Den Schwerpunkt der ersten Sitzung im März 2011 bildete die Planung des Sportreferate-Seminars im Sommer. Daneben standen auch die Auswertung des vergangenen Jahres und Diskussionen über die aktuellen politischen Themen und Entwicklungen auf der Agenda. Bei der zweiten Sitzung im Juli 2011 ging es insbesondere um das Sportreferate-Seminar im Winter dieses Jahres, das im Vorfeld der Vollversammlung stattfindet. Darüber hinaus standen die gezielte Öffentlichkeitsarbeit des SRA und die Verbandsentwicklung, besonders vor dem Hintergrund der studentischen Partizipation, im Mittelpunkt der Sitzung.

Sportreferate-Seminare 2010/11
Im Berichtszeitraum führte der SRA zwei Seminare für Studierende erfolgreich durch. Im Rahmen der Vollversammlung 2010 in Münster ging es um die „Bildungspotenziale im Hochschulsport“. Die Referenten Dr. Arne Göring, Peter Lynen und Nico Sperle lieferten den rund 40 Teilnehmenden Einblicke in das ECTS-System, stellten bereits bestehende Modelle in Deutschland vor und gaben den Studierenden wertvolle Anregungen zur Einführung und Umsetzung des Systems an der eigenen Hochschule. Die Münsteraner Sportreferentinnen und Sportreferenten Corinna Lenzen, Lena Pechan, Pia Tovar und Christian Hinsch gestalteten ein ansprechendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Ein besonderer Clou war die Bereitstellung von Leihrädern für die Seminarteilnehmenden, was hervorragend zur Ausrichterstadt passte und den Organisatoren großes Lob bescherte. 

„Hochschule 2020 – Studierende als Web 2.0-Experten im Hochschulsport“ war das Thema des zweiten Seminars, welches im Mai 2011 im Vorfeld der Perspektivtagung in Tübingen stattfand. Etwa 20 Interessierte tauchten in die Welt der digitalen Vernetzung ein und erforschten die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Nachteile und Gefahren des Web 2.0. Florian Frank und Maren Asmus von der DOSB New Media GmbH referierten über verschiedene Formen der sozialen Netzwerke, deren Vor- und Nachteile sowie die Nutzungsmöglichkeiten für die einzelnen Hochschulsporteinrichtungen. Die adh-Referentinnen Julia Beranek und Martina Merz übernahmen die Moderation des Seminars und hatten zudem zahlreiche Aufgaben für die Teilnehmenden vorbereitet. Für die Organisation vor Ort war der langjährige und erfahrene Tübinger Sportreferent Justus Wolf verantwortlich, der für hervorragende Rahmenbedingungen und ein gelungenes Rahmenprogramm sorgte.

Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum war der SRA regelmäßig mit Beiträgen im adh-Magazin vertreten und verfasste Newsletter für die Sportreferate. Im Magazin konnte die Interviewreihe mit Sportreferenten verschiedener Hochschulen fortgeführt werden. Im Newsletter, der zu Beginn des Sommer- sowie Wintersemesters sowie bei Bedarf auch zwischendurch erscheint, werden die Sportreferenten über aktuelle Verbandsthemen sowie Entwicklungen informiert.

Besuch bei der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) in Wiesbaden
Die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung hatte sich im Frühjahr 2011 mit dem Anliegen an den Sportreferate-Ausschuss gewandt, Input und Hilfestellung zur Initiierung und Etablierung studentischen Engagements im Hochschulsport am Campus in Wiesbaden zu erhalten. Mischa Lumme folgte der Einladung. Er stellte den etwa 80 interessierten Studierenden und dem Beauftragten für Hochschul- und Spitzensport Hans-Peter Krings Möglichkeiten der studentischen Partizipation im Hochschulsport vor. Ein erster Schritt, studentisches Engagement im Hochschulsport der HfPV zu etablieren, ist die Ausarbeitung geeigneter Rahmenbedingungen, die die Kommunikation und Identifikation mit dem Hochschulsport vor Ort fördern. Der SRA begrüßt die Anstrengungen der HfPV außerordentlich und bedankt sich für die Einladung, da aus dem Treffen auch auf Ausschuss-Seite wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden konnten.

Internationales
Im vergangenen Jahr hat der studentische Vorstand auch auf internationaler Ebene sein Netzwerk gepflegt, an internationalen Hochschulsportveranstaltungen teilgenommen und sportpolitische Themen diskutiert. Zu Jahresbeginn 2011 betreute Jetta Leena Ramcke als stellvertretende Delegationsleiterin das deutsche Team bei der Winter-Universiade in Erzurum (Türkei). Aufgrund der zentralen Unterbringung im Universiade-Dorf war es neben der Arbeit im Büroteam gut möglich, Kontakte zu internationalen Studierenden zu knüpfen und zu pflegen. Vor allem aus den skandinavischen Ländern waren zahlreiche studentische Verbandsvertretungen vor Ort.
Bei der EUSA-Generalversammlung im März 2011 in Eilat (Israel) vertrat Daniela Hoyer die deutschen Studierenden. Interessant war hier vor allem ein Antrag aus Norwegen, der mehr studentische Mitbestimmung auf EUSA-Ebene einforderte. Die Norweger verlangten, dass die beziehungsweise der Vorsitzende der EUSA Student-Commisson ein zusätzliches Mitglied des EUSA Executive Committees mit Stimmrecht ist. Als Ergebnis einer kontroversen Diskussion wurde dem EC zur nächsten Generalversammlung der Auftrag erteilt, einen Vorschlag zur Umsetzung dieser Forderung zu erarbeiten.
Mit der Nominierung von Daniela Hoyer und Jetta Leena Ramcke für das Büroteam der Sommer-Universiade wurde das internationale Netzwerk des SRA auch in Shenzhen (China) weiter gepflegt und ausgebaut. Die beiden studentischen Vorstandsmitglieder konnten bei der Unterstützung der verschiedenen Teamteile und der Organisation vor Ort wertvolle Erfahrungen sammeln. Bei der zeitgleich stattfindenden FISU-Conference wurde die beim FISU Forum 2010 formulierte Forderung nach mehr studentischer Mitbestimmung in den FISU-Gremien von zwei studentischen Vertretern präsentiert. Ähnlich wie bei der EUSA-Generalversammlung fordern die Studierenden die Gründung eines studentischen Komitees in der FISU. Zusätzlich sollen den Studierenden mindestens zwei Plätze im Executive Committee der FISU eingeräumt werden.

Neue Herausforderungen
Die seit einigen Jahren veränderten Studienbedingungen an den Hochschulen stellen für den SRA und den Verband immer noch ein wichtiges Thema dar. Die Befürchtungen, dass aufgrund des straffen Studienverlaufs keine Zeit mehr für ehrenamtliche Tätigkeiten bleibt, sind erfreulicherweise nicht eingetroffen. Vielmehr zeigen sich zahlreiche engagierte Studierende der Hochschulsportlandschaft auch künftig bereit, frei werdende Gremienpositionen im Verband zu besetzen. Dennoch tendieren die Entwicklungen dahin, dass ehrenamtliche Tätigkeiten zunehmend zielorientierter ausgewählt werden und dabei die Berücksichtigung individueller Interessen immer relevanter wird. Infolge dessen war und ist es auch künftig für den Ausschuss und die Studierenden im Verband wichtig, sich mit diesem sensiblen Thema auseinanderzusetzen. Einen Diskussionsanstoß für dieses Thema wird das für November 2011 konzipierte Sportreferateseminar „Ehrenamt: Voll engagiert oder voll verplant?“ im Rahmen der Vollversammlung in Göttingen geben. Die Studierenden sollen durch eine angeleitete Selbstreflexion in die Lage versetzt werden, zahlreiche Fragen rund um das Thema Ehrenamt zu erörtern und diese im Anschluss ausgiebig im Plenum zu diskutieren.
Um das ehrenamtliche Engagement der Studierenden auch weiterhin aufrecht zu erhalten, begrüßt der SRA das Vorhaben, die Gremienstruktur des Verbandes zu überdenken und an die heutigen Gegebenheiten anzupassen. Der SRA sieht sich dazu berufen, sich inhaltlich in diese Diskussion einzubringen, um die Gremienstruktur des Verbandes auch aus studentischer Sicht zu konzipieren und weiterzuentwickeln. So wird er sich unter anderem dafür einsetzen, an der Parität festzuhalten und die Bedingungen der Studierenden für ihr Engagement im Verband zu verbessern.
Anknüpfend an die Förderung des Ehrenamts beschäftigt sich der SRA auch weiterhin mit der studentischen Währung von morgen, den Credit Points. Der SRA plädiert dafür, dass diese Leistungspunkte verstärkt als Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeiten in den Hochschulsporteinrichtungen vergeben werden. Der SRA wünscht sich ein Agieren der Studierenden an ihren Hochschulsportstandorten, um diese Form der Anerkennung weiter voran zu treiben. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Anliegens sind der Ausschuss sowie die Studierenden jedoch weiterhin auf die Unterstützung der Hauptamtlichen angewiesen. In vielen Hochschulsporteinrichtungen wurde im Berichtszeitraum an der Einführung oder Weiterentwicklung des Credit Point-Erwerbs gearbeitet, auch haben viele Hochschulsporteinrichtungen das Potenzial und die Notwendigkeit des ECTS-Systems für den Hochschulsport erkannt, was der SRA äußerst positiv zur Kenntnis nimmt. Dennoch müssen die Anstrengungen noch weiter gehen, damit Studierende weiterer Hochschulsporteinrichtungen von ihrem Engagement für den Hochschulsport im Studium profitieren können.

Der SRA freut sich sehr darauf, den Studierenden auch im kommenden Jahr zahlreiche Plattformen zum Netzwerken und zum Informationsaustausch zu bieten. Zudem erhofft er sich einen regen Diskussionsaustausch mit und zwischen den Sportreferentinnen und -referenten, damit der Ausschuss innerhalb des Verbandes auch weiterhin stellvertretend für die gesamte Studierendenschaft agieren kann.

Die Mitglieder des Ausschusses

  • Daniela Franck (TU Kaiserslautern)
  • Niklas Grasser (Uni Bayreuth)
  • Daniela Hoyer (Uni Hamburg)
  • Mischa Lumme (Uni Göttingen)
  • Jetta Leena Ramcke (Uni Hamburg)
  • Lasse Schmitt (Uni Bayreuth)
  • Steffen Wenzel (TU Berlin)
  • Martina Merz (adh-Büroleiterin)