Arbeitsschwerpunkte
Die Ausschussarbeit im Jahr 2011 wurde maßgeblich vom in den Mitgliedshochschulen anstehenden Generationswechsel bestimmt. Drei zentrale Maßnahmen, die der Ausschuss hinsichtlich der Begleitung des Generationswechsels initiierte, umfassen im Einzelnen eine Seminarreihe für angehende Führungspersonen im Hochschulsport, die Weiterentwicklung einer Arbeitsanweisung zur Erstellung von Stellenausschreibungen und die Weiterentwicklung des Prozessdesigns zur Beratung frei werdender Leitungsstellen. Einen zweiten Schwerpunkt bildete die Begleitung der Gremienstrukturdiskussion. Weiterhin wurde das Projekt „Tandem-Coaching“ evaluiert und der Frauenförderplan fortgeschrieben. Die Vernetzung mit dem Ausschuss für Breitensport, Bildung und Wissenschaftsarbeit (ABBW) ist mittlerweile auf Grund der Themenüberschneidungen obligatorisch. Der ACPE tagte im Berichtszeitraum zwei Mal.
Folgende Aktivitäten wurden realisiert:
Generationswechsel
Seminarreihe für angehende Führungspersonen im Hochschulsport
Eine Reihe von drei Seminaren zur Qualifizierung von Hochschulsportmitarbeiterinnen und -mitarbeitern im Hinblick auf die Übernahme von Leitungsaufgaben im Hochschulsport wurde unter den Themenschwerpunkten „Personalführung“, „Souverän im Führungsalltag kommunizieren“ und „Qualitätsmanagement im Hochschulsport“ konzipiert und mit hoher Auslastung erfolgreich durchgeführt. Diese Seminare waren für Frauen und Männer offen.
Die Analyse der Besetzung von Leitungspositionen im Hochschulsport zeigt, dass immer noch eine hohe Unterrepräsentanz von weiblichen Leitungskräften verzeichnet werden muss
. Um den Generationswechsel für eine Veränderung dieser Situation zu nutzen, wurden zusätzlich zwei Veranstaltungen, welche die oben genannte Seminarreihe flankierten, ausschließlich für Frauen ins adh-Bildungsprogramm aufgenommen. Das Seminar „Verhandlungs- und Netzwerktraining für Frauen“ fand mit sehr hoher und positiver Resonanz statt. An der „Reflexion 2011 – Frauen in Führungspositionen“, die im November stattfindet, haben schon zahlreiche Frauen ihr Interesse bekundet. Eine Fortsetzung der Seminarreihe im nächsten Jahr ist vorgesehen, eine endgültige Entscheidung soll jedoch erst nach einer entsprechenden Auswertungsrunde getroffen werden.
Ratgeber zur Erstellung von Stellenausschreibungen
Die Vorlage, die schon 2010 im Rahmen der Arbeitsgruppe „Frauen in Führung“ unter Mitarbeit von Doris Schmidt (TU Berlin) und Nora Wieneke (Uni Lüneburg) auf den Weg gebracht worden war, wurde angepasst und weiter modifiziert. Der Ratgeber zur Erstellung von Stellenausschreibungen stellt einen zusätzlichen adh-Service im Rahmen der Begleitung des Generationswechsels für Mitgliedshochschulen dar und kann in der adh-Geschäftsstelle angefordert werden. Der Ratgeber nimmt insbesondere die veränderten und weit ausdifferenzierten Anforderungen an Leitungskräfte auf und kann bei der Kommunikation mit den Entscheidungsträgern der Hochschulen hilfreich sein.
Prozessdesign zur Beratung frei werdender Leitungsstellen
Das Prozessdesign zur Beratung frei werdender Leitungsstellen, das auf Grundlage eines Entwurfs von der Arbeitsgruppe und dem ACPE entwickelt wurde, wird derzeit vom Generalsekretär in Abstimmung mit dem ACPE weiterentwickelt. Zielsetzung ist, Hochschulsportleitungen und -einrichtungen bei einem anstehenden Leitungswechsel und damit möglichen verbundenen Herausforderungen – wie der Sicherung der Stelle(n) oder der Einberufung eines Auswahlgremiums – auf Wunsch strukturiert und professionell Unterstützung anzubieten.
Strukturdiskussion
Chancengleichheit bei der Aufstellung von Personen für Wahlämter zu fördern und dabei die Parität von Frauen und Männern, Studierenden und Hauptamtlichen sowie „kleinen“ und „großen“ Hochschulen gleichermaßen einzubeziehen, ist ein Kernthema der Arbeit des ACPE. Der ACPE hat satzungsgemäß den Auftrag, den Vorstand und gegebenenfalls weitere Organe bei ihrer Arbeit hinsichtlich der Themen Chancengleichheit und Personalentwicklung zu beraten. In der Auseinandersetzung mit den ACPE-Arbeitsschwerpunkten wurden immer wieder auch die Strukturen des Verbandes und die Frage, in welchem Umfang diese Strukturen Chancengleichheit zulassen, diskutiert. Um der daraus entstandenen Strukturdiskussion und ihrer Komplexität gerecht zu werden, hat der Vorstand den Ausschuss Ende September 2011 zu einer Sondersitzung zur Beratung dieser Thematik eingeladen, bei der unter anderem eine vom ACPE entwickelte Vorlage diskutiert wird. Über die Ergebnisse wird an geeigneter Stelle berichtet.
Tandem-Coaching
Tandem-Coaching hat zum Ziel, neuen Mitgliedern in adh-Gremien den Einstieg in diese Arbeit zu erleichtern. Dazu werden ihnen in der adh-Gremienarbeit erfahrene Menschen zur Seite gestellt, die bei Bedarf beratend unterstützen. Zielgruppe für Tandem-Coaching sind die ständigen Ausschüsse im adh. Neue Mitglieder im Verbandsrat sollen vornehmlich durch die entsendende Region betreut werden. Hier vermittelt und berät der ACPE im Bedarfsfall.
Die bisherige Evaluation von Tandem-Coaching hat gezeigt, dass diejenigen neuen Gremienmitglieder, die die angebotene Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen, davon ihrer eigenen Einschätzung nach in hohem Maße profitieren. In einigen Fällen ist allerdings entgegen anfänglicher Absichtsbekundungen keine inhaltliche Zusammenarbeit erfolgt. Darum ist ein Ziel der weiteren Entwicklung von Tandem-Coaching, eine bessere Begleitung der Tandems anzubieten. Wichtig bleibt dabei die Prämisse von vergleichsweise geringem Aufwand für die Coaches und die Forderung, dass Motivation und Impuls für die Beratungsgespräche von den neugewählten Gremienmitgliedern ausgehen sollen. Sehr positiv bewerteten die Coachees den mit einer Einführung in die Strukturen des Verbandes verbundenen Besuch der adh-Geschäftsstelle in Dieburg. Dieser soll in jedem Fall beibehalten und perspektivisch auch für neue Mitglieder des Verbandsrats geöffnet werden.
Frauenförderplan
Die turnusmäßige Fortschreibung des Frauenförderplans ist zentraler Bestandteil der Ausschussarbeit und nach wie vor essentiell zur Ableitung von Handlungsaufträgen. Die Erhebung, Analyse und Auswertung wird zur Vollversammlung 2011 in Göttingen vorgelegt.
Netzwerktreffen Tandem-Mentoring 2012
Das vierte Mentoringprojekt Tandem hatte im Oktober 2010 die Zielgerade erreicht. Zugunsten der Seminarreihe für angehende Führungspersonen im Hochschulsport wurde das Erfolgsprojekt für einen Turnus ausgesetzt. In Planung befindet sich derzeit das dritte große Netzwerktreffen, das im Mai 2012 stattfinden soll. Vorbehaltlich der Finanzierbarkeit soll im Herbst des nächsten Jahres die Ausschreibung für die fünfte Tandem-Runde erfolgen.
Öffentlichkeitsarbeit
Umfangreicher Bericht zu Tandem
In Vorbereitung auf das Tandem-Netzwerktreffen und die nächste Ausschreibung wird im dritten adh-Magazin ein umfassender Bericht zu den vergangenen vier Tandem-Projekten und den Erfolgsgeschichten der Mentees veröffentlicht.
Magazin-Reihe zum Generationswechsel
Im adh-Magazin wurden Persönlichkeiten des Hochschulsports gebeten, immer unter dem Blickwinkel „Generationenwechsel“, aber zu verschiedenen Leitgedanken, die Chancen und Herausforderungen, die sich dem adh und dem Hochschulsport stellen, aus ihrer Sicht zu beleuchten. Für diese Reihe konnten bislang Jan-Phillip Müller (TU Dortmund), Ulrike Reinhardt (TU Ilmenau), Thomas Beyer (ehem. Uni Hamburg), Manfred Utz (TU München), Ines Lenze (Uni Bochum) und Roland Joachim (HS Darmstadt) gewonnen werden.
Interviewreihe
Unter dem Motto „Was macht eigentlich …“ wurden ehemalige adh’ler und ihre derzeitige Arbeit vorgestellt. Dr. Britta Ufer (Ressort Leistungssport, DOSB) stand im adh Magazin 01/11 im Blickpunkt und beschloss diese Reihe.
Der Ausschuss berichtet zudem über aktuelle Themen und Veranstaltungen auf der adh-Website und versendet an das Frauennetzwerk regelmäßige Info-Mailings.
Nationale und internationale Kontaktpflege und Netzwerkaufbau
Michaela Röhrbein hat wie bereits im Vorjahr auch in 2011 für die Verbände mit besonderen Aufgaben als Delegierte bei der Arbeitsgemeinschaft Gender und Diversity des DOSB mitgewirkt. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, ein Impulspapier zu den Strategien Gender und Diversity und darauf basierend eine Handreichung zu erarbeiten.
Ebba Koglin ist als Vertreterin der Verbände mit besonderen Aufgaben Mitglied der dsj-Arbeitsgruppe zum Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport“. In dieser Arbeitsgruppe soll erarbeitet werden, wie eine strukturelle Vereinsebene für diese Thematik geschaffen werden kann. Zudem sollen Anforderungen für Übungsleitende definiert werden.
Daniela Hoyer wurde im Berichtszeitraum zu verschiedenen nationalen sowie internationalen Veranstaltungen entsandt. So nahm das studentische Vorstandsmitglied auf nationaler Ebene unter anderem an der DOSB-Mitgliederversammlung sowie der DOSB-Frauenvollversammlung teil. Auf internationaler Ebene war sie Delegierte bei der EUSA-Generalversammlung in Eilat und unterstützte zudem das Büroteam bei der Sommer-Universiade in Shenzhen.
Des Weiteren nahmen Daniela Hoyer und Ebba Koglin auf Einladung des LSB NRW an einem Werkstattgespräch zum Thema Mentoring im Sport teil. Das Werkstattgespräch diente in erster Linie dem Austausch von Erfahrungen und der Vernetzung von Sportorganisationen, die Mentoringprogramme anbieten.
Die Mitglieder des Ausschusses
- Daniela Hoyer (Uni Hamburg)
- Ines Lenze (Uni Bochum)
- Carina Matthaei (Uni Kassel)
- Juri Ramke (Uni Oldenburg)
- Michaela Röhrbein (Uni Hannover)
- Ebba Koglin (adh-Jugend- und Bildungsreferentin)
