12.10.2011 | Kategorie: 2011 , Gremien ,

Bericht des Ausschusses für Breitensport, Bildung und Wissenschaft

Der Umstrukturierungsprozess im Bildungsbereich stellt hohe Ansprüche an die inhaltliche Arbeit des ABBW. Ziel ist es, die Bildungsarbeit an den veränderten Rahmenbedingungen von Hochschule und Gesellschaft auszurichten und in ihrer Wirkung sichtbarer zu sein.

Obwohl für den Berichtszeitraum eine rasante Entwicklung in der adh-Netzwerkarbeit und den Bildungsangeboten zu verzeichnen ist, stecken einige Konzepte natürlich durch die Kürze der Zeit und die Fülle der Themen noch in den Anfängen.

Sachstand der verbandlichen Netzwerkarbeit
Ein wichtiges Thema war und ist die Entwicklung der adh-Netzwerkarbeit. Intensiv hat sich der Ausschuss mit der Aufgaben- und Rollenverteilung innerhalb der Netzwerke befasst. Die Hauptaufgabe des Verbandes wird dabei in der Bereitstellung von optimalen Rahmenbedingungen gesehen. Dazu gehören die Organisation von Initialveranstaltungen mit der Unterstützung und aktiven Teilnahme von ABBW-Mitgliedern in den verschiedenen Netzwerken sowie die Erstellung von Handlungsempfehlungen und die technische Unterstützung, unter anderem durch eine Online-Plattform, die jedoch erst einmal Pilotcharakter haben wird.
Um die Kolleginnen und Kollegen im Hochschulsport auf die Netzwerkarbeit und den Umgang mit Kommunikationsplattformen zur Unterstützung der Netzwerke vorzubereiten, ist im Wintersemester 2011/2012 ein Seminar mit dem Titel „Networking im Hochschulsport“ geplant.
Eine weitere Rolle, die es im Rahmen der Netzwerkarbeit zu besetzen gilt, ist die der Moderatorin beziehungsweise des Moderators. Um an dieser Tätigkeit interessierte Personen zu unterstützen, wurde am 20. und 21. Januar 2011 in Göttingen ein erstes Seminar zu Methoden und Techniken der Moderation durchgeführt. Die meisten Teilnehmenden des adh-Moderationsseminars konnten sich vorstellen, zumindest zu zweit im Hochschulsport, aber auch in den entstehenden adh-Netzwerken zu moderieren, wünschten sich aber noch mehr Praxiserfahrung.
Problematisch gestaltet sich derzeit noch die personelle Besetzung der dritten Netzwerkrolle, namentlich die der Koordinatorin beziehungsweise des Koordinators. Gesucht werden Personen, die sich ehrenamtlich sowohl organisatorisch als auch inhaltlich für die Aufrechterhaltung eines Netzwerks einsetzen.
Konkret in der Umsetzungs- beziehungsweise Initiierungsphase befinden sich derzeit die Netzwerke „Hochschulsporteinrichtungen mit Fitnesszentren“ und „Gesundheitsförderung (Pausenexpress)“. Bereits zum zweiten Netzwerktreffen „Hochschulsporteinrichtungen mit Fitnesszentren“ lud die TU Kaiserslautern am 1. und 2. Juli 2011 ein. Ein Auftakttreffen und ein Nachfolgetreffen für das Netzwerk „Gesundheitsförderung“ sind für Dezember 2011 respektive für Januar 2012 in Wuppertal geplant.

Projekt Pausenexpress
Das Projekt zur bundesweiten Einführung des Konzepts „Pausenexpress“ wird vom ABBW als insgesamt überaus erfolgreich eingestuft. Über 30 Vertreterinnen und Vertreter des Hochschulsports von 29 Hochschulen nahmen am 18. und 19. Mai 2011 an der Arbeitstagung „Pausenexpress“ in Stuttgart teil. Auf dieser Tagung wurde das Konzept des Pausenexpress vorgestellt, auf Potenziale und Besonderheiten hingewiesen sowie Standards und Handlungsempfehlungen gegeben. Der adh-Vorstandsvorsitzende und Hochschulsportleiter der RWTH Aachen, Nico Sperle, wies darauf hin, dass diese Veranstaltung ein hervorragendes Beispiel für funktionierende Netzwerkarbeit ist, bei der Hochschulsporteinrichtungen am Erfahrungswissen anderer partizipieren können.
Eine weitere Veranstaltung im Rahmen dieses Projekts fand am 23. und 24. August 2011 in Wuppertal statt. Bei einer Multiplikatorenschulung wurden verbandsseitig sieben Personen mit entsprechenden Grundqualifikationen ausgebildet, um bei regionalen Schulungsmaßnahmen für angehende Pausenexpresstrainerinnen und -trainer als Referierende zur Verfügung zu stehen.
Aktuell haben bereits 13 Hochschulen für ihr lokales Pausenexpress-Konzept die Marke und das entsprechende adh-Logo erhalten. Aufgrund der erfolgreichen Bewerbung erhielt der ABBW für die bundesweite Einführung des Pausenexpress eine finanzielle Bezuschussung aus dem DOSB Innovationsfonds 2010.

Sachstand Bildungspartnerschaften
Die Mitglieder des ABBW engagieren sich weiterhin für die sportfachliche Ausbildung und Weiterentwicklung. Zur Entlastung der verbandseigenen Kapazitäten im Bildungsbereich hat sich der Ausschuss jedoch von eigenen zentralen Seminarangeboten in diesem Bereich getrennt (Ausnahme: ein sportpraktisches Seminar pro Semester im Bereich Kraftsport) und bemüht sich um Zusammenarbeit mit Fachverbänden und anderen Bildungsträgern. Die adh-Bildungsreferentin befragte die Landeskonferenzen und Regionalbünde zu Bildungspartnerschaften. Der Sachstand erfordert weiteren Dialog. Über die Umsetzung der Kooperation mit dem Deutschen Turnerbund, mit dem eine offizielle Vereinbarung besteht, wird gegenwärtig beraten. Die generelle Verlagerung der sportpraktischen Angebote in die regionale Bildungsarbeit muss über den ABBW künftig noch deutlicher kommuniziert werden, da die Umgestaltung der Bildungsarbeit noch nicht für alle Hochschulsporteinrichtungen transparent ist. In Zusammenhang damit müssen die regionalen Bildungsangebote ausgebaut werden.

Sportentwicklung und neue Herausforderungen an den Sportstättenbau
Vielerorts sind Angebote des Hochschulsports überlastet, die Hochschulen brauchen neue Sportstätten. An dieser Stelle sind möglichst kreative Lösungen gefragt und Netzwerkarbeit ist unerlässlich. Vor diesem Hintergrund hat sich die diesjährige adh-Perspektivtagung am 17. und 18. Mai 2011 in Tübingen dem Kernthema „Sportentwicklung und neue Herausforderungen an den Sportstättenbau“ gewidmet. Der große Teilnahmezuspruch und die positive Resonanz deuten darauf hin, dass weitere Bildungsangebote zu diesem Thema erwünscht sind.

Anforderungen an die Bildungsarbeit aus Sicht der kleinen Hochschulen
Der adh beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie er den Interessen der kleinen Hochschulen besser gerecht werden kann. Häufig sind die Aufgaben an der eigenen Einrichtung zu zeitintensiv, als dass den Kolleginnen und Kollegen kleinerer Hochschulsporteinrichtungen eine ehrenamtliche Mitarbeit im Verband möglich wäre, um dort die Sichtweise und Bedürfnisse der kleinen Hochschulen einzubringen. Entsprechend sind die „großen“ Hochschulen in den Gremien oft überproportional vertreten. Erste Überlegungen gehen dahin, die kleinen Hochschulen stärker untereinander zu vernetzen, um aus dieser Netzwerkarbeit heraus den Bedarf und die Schwerpunkte an Unterstützungsleistung durch den Verband besser formulieren zu können. Diese Idee wurde bei der Arbeitstagung der kleinen Hochschulen im April 2011 vorgestellt und fand trotz einiger organisatorischer Bedenken großen Anklang. Geplant ist, die Treffen der kleinen Hochschulen im Vorfeld der Vollversammlung künftig zeitlich auszuweiten und diese stärker als Netzwerktreffen zu nutzen.

Vernetzung ACPE und ABBW
Die Notwendigkeit einer Vernetzung mit dem Ausschuss für Chancengleichheit und Personalentwicklung (ACPE) ist aufgrund der inhaltlichen Überschneidungspunkte der Aufgabenbereiche schon seit längerem bekannt. Deshalb finden Sitzungen nahezu immer unter Beteiligung einer Person des jeweils anderen Ausschusses statt. Synergien können auf diese Weise besser genutzt werden. Durch die Ausweitung der Aufgabenbereiche beider Ausschüsse ergeben sich jedoch immer wieder Abgrenzungsschwierigkeiten. Auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Gremienwahlen, bei denen personelle Veränderungen insbesondere im ACPE zu erwarten sind, wird ein Treffen der beiden kompletten Ausschüsse für sinnvoll befunden, das zur Klärung und Abgrenzung der Aufgabenbereiche der beiden Ausschüsse beitragen soll.

Die Arbeitsinhalte des ABBW sind äußerst umfangreich. Viele interessante Themen wurden im Berichtszeitraum erfolgreich bearbeitet. Der ABBW hat sich themenmäßig dem modernen Hochschulsport angepasst. Um weitere wichtige Bildungsprozesse für die Hochschulen anzustoßen, ist die derzeitige personelle Kapazität zu gering und Änderungen werden seitens der ABBW-Mitglieder gewünscht.

Die Mitglieder des Ausschusses

  • Dr. Petra Bischoff-Krenzien (Uni Potsdam)
  • Stefanie Fiebig (TU Berlin/Uni Hannover)
  • Dr. Arne Göring (Uni Göttingen)
  • Corinna Lenzen (Uni Münster)
  • Lena Pechan (Uni Münster)
  • Ebba Koglin (adh-Jugend- und Bildungsreferentin)