12.07.2015 | Kategorie: 2015 , TopNews , Universiade

Basketball: Universiade-Gold in Reichweite

26 Jahre wurde auf eine deutsche Universiade-Medaille im Basketball gewartet. Einer der letzten Medaillensieger ist Henrik Rödl, der nach seiner Bronzemedaille 1989 in Duisburg diesmal als Trainer erneutes Edelmetall gewann. Der heutige 59:49-Halbfinalsieg gegen Brasilien verschaffte der Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft den ersten Podestplatz nach einem Vierteljahrhundert.

Es war ein Sonntagskrimi mit Happy-End. In einem eng umkämpften Match setzte sich das deutsche Basketballteam durch eine bärenstarke Defense-Leistung durch. "Das war wieder eine sehr gute Teamleistung. Der Wille im Team ist sehr groß und wir freuen uns riesig auf das morgige Finale”, resümierte ein überglücklicher Henrik Rödl nach dem Spiel.

Center Bogdan Radosavljevic wurde dabei mit elf Punkten Topscorer. Nach einem sehr nervösen Beginn auf beiden Seiten sorgte Mathis Mönninghoff mit einem erfolgreichen Dreier für die ersten Punkte des Spiels. Beide Mannschaften hielten den Druck auf den Gegner hoch und ermöglichten so kaum Lücke. So stand es nach sechs gespielten Minuten erst 4:2.

Die nächsten Minuten gehörten nun ganz klar Johannes Thiemann. Nach seiner Einwechselung erzielte er innerhalb kürzester Zeit sieben Punkte und legte somit den Grundstein für eine zwischenzeitliche 12:6-Führung. Doch nach zwei verwandelten Dreiern konnte Brasilien bis zur Viertelpause ausgleichen (12:12). Henrik Rödls Team erwischte den besseren Start in das zweite Viertel, konnte durch Dreier von Haukohl und Bright auf 18:13 davonziehen und zwang den brasilianischen Coach zu einer frühen Auszeit (12. Min). Die folgenden Minuten gestalteten sich sehr ausgeglichen. Ein Dunking von Radosavljevic stellte den alten Vorsprung von fünf Punkten wieder her (24:19). Allerdings verlor das DBB-Team in den Minuten vor der Halbzeit vor allem offensiv den Rhythmus und leistete sich einige Turnover, sodass der Vorsprung zur Pause nur noch einen Punkt betrug (24:23).

Die deutschen Herren kamen sehr konzentriert aus der Kabine. Auf einen zwischenzeitlichen Rückstand (25:26) antwortete das DBB-Team mit einem 9:2-Lauf und übernahm wieder die Spielkontrolle (34:28). Radosavljevic zeigte in diesen Minuten sowohl in der Verteidigung, als auch im Angriff mit einigen erfolgreichen Abschlüssen einen sehr guten Auftritt. Allgemein nahm das Spielniveau in diesen Minuten deutlich zu. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften um jeden Ball. Die Brasilianer ließen sich nicht abschütteln und zeigten, dass sie zurecht im Halbfinale dieser Universiade stehen. Durch einen Dreier in der Schlusssekunde des dritten Viertels konnte das brasilianische Team auf 38:40 verkürzen.

Die letzten zehn Minuten begannen für die deutschen Korbjäger sehr vielversprechend. Ein Dreier von Haukohl und fünf Punkte durch Hans Brase beruhigten das deutsche Fan-Herz in dieser Phase (49:41). Einen brasilianischen Dreier konterte einmal mehr Hans Brase mit einem ebenfalls verwandelten Distanzwurf (52:44). Doch Brasilien steckte nicht auf und kämpfte sich wieder zurück in das Spiel. Zwei Minuten vor dem Ende schrumpfte der deutsche Vorsprung auf drei Punkte zusammen (52:49). Vier verwandelte Freiwürfe von Mönninghoff, Lo und Klein stellten die Weichen gut 50 Sekunden vor dem Ende klar auf Sieg. Und auch in der restlichen Zeit ließ das DBB-Team nichts mehr anbrennen. Schlussendlich gewann die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft mit 59:49 und zieht vollkommen verdient in das Finale der Universiade 2015 ein.

 

„Gestern das Spiel im Viertelfinale gegen Kanada war schon eine tolle kämpferische Leistung unserer Mannschaft. Heute gegen Brasilien, knapp 24 Stunden später, solch ein Spiel zu zeigen, davor ziehe ich meinen Hut “, ist auch Ingo Weiss, der Präsident des Deutschen Basketball-Bundes, nach dem Spiel sichtlich begeistert. Besonders die starke Defense im heutigen Spiel macht Mut für das morgige Endspiel um 14:00 Uhr. Der Gegner der deutschen Mannschaft wird im zweiten Halbfinale zwischen Russland und den USA ermittelt.

Für Deutschland spielten:
Konstantin Klein (2 Punkte), Niklas Geske (4), Mathis Mönninghoff (6), Maurice Pluskota, Kevin Bright (3), Stephan Haukohl (9), Bogdan Radosavljevic (11), Hans Brase (10), Johannes Thiemann (7), Maodo Lo (7).

Taekwondo

In der Runde der besten 16 endete heute der Wettbewerb für die beiden deutschen Taekwondoin Carolin Stahl (TH Mittelhessen) und Yanna Schneider (HS Bonn-Rhein-Sieg). Die Gießenerin setzte sich in der ersten Runde noch gegen die Britin Harriet Sargison-Akeroyd mit 13:7 durch, scheiterte dann aber in der nächsten Runde an der Serbin Dragana Gladovic deutlich mit 1:14. Ähnlich verlief auch der Tag für die zweite Deutsche. Yanna Schneider startete gleich in der 1/16-Finale, musste sich dort aber der türkischen Lehramtsstudentin Furkan Aydin geschlagen geben.

Tischtennis

Über sechs Sätze ging die Partie zwischen Alexander Flemming (Uni Leipzig) und dem Belgier Florent Lambiet – dann stand fest, für den Deutschen ist im 1/32-Finale Schluss. Der Betriebswirtschaftsstudent kam schlecht in die Partie und verlor folgerichtig die ersten beiden Sätze (5:11 und 6:11) deutlich. Flemming ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und konterte mit zwei gewonnenen Sätzen (11:8 und 11:7). Der positive Trend hielt allerdings nicht lange. In der Folge schaffte der Student aus dem Nachbarland zwei weitere Satzerfolge und damit den Sprung in die Top16.