Insgesamt gehen sieben Aktive, die im vergangenen Jahr bei den Torino 2025 FISU World University Games auch die Premiere von Para-Wettbewerben feierten, nun auch bei den XIV. Paralympischen Winterspielen auf Medaillenjagd. Leon Gensert (Uni Innsbruck), Alexander Rauen (Uni Innsbruck, Guide Jeremias Wilke) und Christoph Glötzner (MU Innsbruck) gehen im Para Ski Alpin an den Start, während Johanna Recktenwald (PH Freiburg, Guide Emily Weiß), Leonie Walter (EHiP HS, Guide Christian Krasmann), Lennart Volkert (Uni Freiburg, Guide Nils Kolb) und Marco Maier (ehemals IU Internationale Hochschule) Team D im Para Ski Nordisch vertreten.
Darüber hinaus weisen viele weitere der insgesamt 40 Athletinnen und Athleten sowie acht Guides des deutschen Teams einen studentischen Hintergrund – Studium oder Abschluss – auf. Sie alle stehen exemplarisch für die erfolgreiche Verbindung von Spitzensport und Studium.
Von Paralympics-Premieren bis zu Goldhoffnungen
Mit besonders viel Selbstvertrauen nach Italien reisen kann Johanna Recktenwald, die in dieser Saison bereits den Gesamt-Weltcup im Para Biathlon gewann. „Dass die Saison bisher so gut lief, gibt mir auf jeden Fall viel Selbstvertrauen, womit ich vorher oft gehadert hatte“, so die 24-jährige Studentin der Gesundheitspädagogik, die bei den FISU Games zweimal Silber holte. „Natürlich erhöht es den Druck, als eine der Favoritinnen gesehen zu werden, aber ich weiß, Emily und ich können im Team damit gut umgehen.“ Nachdem Recktenwald bei ihren ersten Paralympischen Spielen in Peking 2022 zweimal knapp am Podium vorbeigelaufen ist, hat sie das Ziel für Milano-Cortina klar vor Augen: „Es ist der große Traum, eine Medaille mit nach Hause zu nehmen.“
Auch Para Skilangläufer Lennart Volkert, der ebenfalls zwei Silbermedaillen aus Turin in der Vitrine hat, erlebt seine bislang beste Saison und konnte mit ersten Weltcup-Siegen glänzen. Vorfreude und Ambitionen für die Paralympischen Spiele sind dementsprechend groß: „Über die Nominierung bin ich sehr stolz. Ich habe richtig Bock, in Italien Gas zu geben“, so der Freiburger Psychologie-Student. „Mein Ziel ist es, an meine Saisonleistungen anzuknüpfen und mein Bestes zu zeigen – am Ende würde ich schon gerne eine Medaille mit nach Hause nehmen.“
Die wohl größten Goldhoffnungen hat jedoch der 26-jährige Marco Maier, der bei den FISU Games die stehende Klasse der Para Skilangläufer dominierte. Der ehemalige Wirtschaftsrechts-Student ist mittlerweile Teil des Zoll-Skiteams und blickt voller Vorfreude nach Milano-Cortina: „Es ist schön, dass die Spiele wieder in Europa sind – die ganze Familie und viele Freunde können vor Ort sein. Das wird ein einzigartiges Erlebnis“, so der Oberstdorfer. Nach zwei Silbermedaillen 2022 in Peking hat Maier großen Ehrgeiz: „Eine Goldmedaille wäre sehr schön, aber die Konkurrenz schläft natürlich nicht.“
Auf seine Premiere auf der größten Bühne des Sports freut sich indes Para Ski Alpinist Alexander Rauen, der in Turin 2025 zweimal Silber in der sehbehinderten Klasse gewann. Für den Student (Betriebswirtschaftslehre und Mathematik) stellt die Nominierung einen Meilenstein dar: „Es war das große Ziel der letzten Jahre, hier zu starten. Ich bin einfach froh, dass es geklappt hat“, so der 25-Jährige.
FISU Games als Sprungbrett auf die paralympische Bühne
Dass gleich sieben ehemalige adh-Aktive nun Teil von Team Deutschland bei den Paralympics sind, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung internationaler studentischer Wettbewerbe als Entwicklungsschritt zur Weltspitze.
„Die Premiere der Para-Wettbewerbe bei den FISU Games 2025 hat studentischen Para-Athletinnen und Athleten die wichtige Möglichkeit geboten, internationale Erfahrung zu sammeln und sich sportlich wie persönlich weiterzuentwickeln – mit dem klaren Ziel, Studium und Spitzensport erfolgreich zu verbinden. Der adh drückt allen Athletinnen und Athleten die Daumen und wünscht Team Deutschland erfolgreiche und inspirierende Paralympische Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo – ganz besonders natürlich denjenigen, die einen Teil ihres Weges mit Team Studi gegangen sind“, so adh-Generalsekretär Benjamin Schenk.
