Steuerliche Einordnung im Hochschulsport
Der Hochschulsport sieht sich komplexen steuerrechtlichen Anforderungen gegenüber. Entsprechend widmete sich der erste Tag schwerpunktmäßig der Umsatzsteuer. Diskutiert wurden die Abgrenzung zwischen hoheitlicher, vermögensverwaltender und wirtschaftlicher Tätigkeit sowie die Einordnung nicht steuerbarer, steuerbarer und steuerpflichtiger Angebote. Auch Dienstleistungen und Vermietungen wurden betrachtet.
Ein Praxisbeispiel aus Stuttgart, vorgestellt von Dr. Melanie Haag, verdeutlichte anschaulich die Herausforderungen vor Ort. Ihre zentrale Botschaft an die Teilnehmenden: Eigeninitiative zeigen und frühzeitig die enge Abstimmung mit dem Dezernat Finanzen suchen. Der kontinuierliche Dialog mit den zuständigen Stellen sei entscheidend für tragfähige Lösungen.
Ein weiteres Best-Practice-Beispiel brachte Birger Hense aus Wuppertal ein. Dort wird der Hochschulsport als Einrichtung eines Zweckbetriebs innerhalb eines gBgA geführt. Mit dem in der Satzung definierten Zweck – der Förderung von Sport, Kultur und Gesundheitswesen – wird die Erfüllung gemeinnütziger Ziele klar verankert.
Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die strukturellen Lösungen sein können und wie wertvoll der standortübergreifende Austausch ist.
Unterschiedliche Beschäftigungsformen
Am zweiten Tag rückte der Status von Übungsleitenden in den Fokus. Unterschiedliche Anstellungsverhältnisse – von ehrenamtlicher Mitarbeit bis zu studentischen Beschäftigungen – wurden in Kleingruppen analysiert und im Plenum diskutiert.
Gerade die unterschiedlichen rechtlichen Einordnungen und deren steuerliche Konsequenzen führen vielerorts zu Unsicherheiten. Das Treffen bot Raum, konkrete Fälle einzubringen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Ziel war es, mehr Handlungssicherheit für die Praxis zu gewinnen.
Perspektivwechsel mit Legosteinen
Einen kreativen Abschluss fand das Netzwerktreffen in einer Gruppenarbeit mit der Methode „Lego Serious Play®“. Unter dem Motto „Denken mit den Händen“ setzten sich die Teilnehmenden metaphorisch mit ihren Beiträgen und Erwartungen auseinander:
Was bringe ich ein? Was wünsche ich mir für die Zukunft des Netzwerks?
„Das Treffen hat gezeigt, wie komplex steuerrechtliche Fragen im Hochschulsport sind – und wie wertvoll der kollegiale Austausch ist. Die Teilnehmenden nehmen nicht nur fachliche Impulse, sondern auch mehr Handlungssicherheit und ein gestärktes Netzwerk mit. Ein großer Dank geht an Melanie Haag, dass sie und ihr Team das Netzwerktreffen so erfolgreich ausgerichtet haben“, bilanzierte Katharina Neumann, adh-Jugend- und Bildungsreferentin zum Abschluss der Veranstaltung.
