Nachgefragt bei Niklas Brähler-Dieling - Gesundheitsförderung, ein Thema für den Hochschulsport

Gesundheitsförderung ist das Thema der diesjährigen adh-Perspektivtagung, die am 11. und 12. Mai an der Uni Konstanz stattfindet. Im Zuge dessen werden bis zur Veranstaltung und darüber hinaus einige Akteurinnen und Akteure dieses Themenfelds ihre Erfahrungen zu diesem Thema teilen. Den Anfang macht Niklas Brähler-Dieling vom Koordinationsteam des Netzwerks Gesunde Hochschulen – Nord.

Herr Brähler-Dieling, welche Maßnahmen bietet Ihr Netzwerk im Bereich Gesundheitsförderung - insbesondere für den Hochschulsport und welche Ziele werden damit verfolgt?

Als Netzwerk bieten wir den Akteurinnen und Akteuren des BGM und SGM eine Austauschplattform zu aktuellen Themen der hochschulischen Gesundheitsförderung. Der Hochschulsport ist für uns ein zentraler Stakeholder im Studentischen Gesundheitsmanagement, das dort oft verankert ist und viele wertvolle Synergieeffekte auch über die Bewegungsförderung hinaus identifiziert nutzt. In Zukunft möchten wir diese Chance der Verbindung von Hochschulsport und SGM nutzen, um die einzelnen Akteurinnen und Akteuren in den Hochschulen der nördlichen Bundesländer noch stärker zu vernetzen und zielführende Veranstaltungen und Maßnahmen als Netzwerk abzuleiten.

Was ist Ihre Rolle im Netzwerk? 

Meine Rolle ist die des Wissenschaftlichen Mitarbeiters im Projekt Netzwerk Gesunde Hochschulen - Nord. Ich bin gemeinsam mit der Projektleitung (Prof. Dr. Bonse-Rohmann), meinen Kolleginnen und Kellegen im Kooridnationsteam und dem Steuerungsgremium (bestehend aus drei Mitgliedshochschulen) für die Planung, Durchführung und Evaluation der Veranstaltungen zuständig und kümmere mich im Hintergrund um Vernetzungsstrukturen (Website, Verteiler, Öffentlichkeitsarbeit) sowie die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks.

Weshalb haben Sie sich zur Teilnahme an der Perspektivtagung entschieden und was erwarten Sie von der PT?

Die Perspektivtagung stellt für uns als Netzwerk eine tolle Plattform dar, gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren des Hochschulsports in den Dialog zu kommen und neue Gesichter und spannende Projekte kennenzulernen. Den adh kenne ich seit meinem Vortrag zum Thema "Gesundheitsförderliche Netzwerkarbeit an deutschen Hochschulen" beim Meet Up "Bewegt studieren - Studieren bewegt! 2.0" in Deggendorf 2022. Bei diesem Treffen wurde in den Vorträgen und Diskussionsrunden schnell klar, dass die Akteurinnen und Akteure des Hochschulsports neben den tollen bewegungsorientierten Projekten auch einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit der Studierenden an Hochschulen haben können. Meine Erwartung an die Perspektivtagung ist: Mit den Menschen, die den Hochschulsport repräsentieren ins Gespräch zu kommen und das Thema Gesundheit und Gesundheitsförderung als bedeutsames Querschnittsthema an Hochschulen zielführend zu diskutieren und Herausforderungen und Chancen herauszuarbeiten.

Welche aktuellen Entwicklungen und Trends sind im Themenbereich Gesundheitsförderung seit Corona erkennbar?

Als Netzwerk sind wir am Puls der Zeit und orientieren uns an den Bedarfen der Mitglieder: Gesunde Führung, New Work, Mental Health, Gesundheitskompetenzen sowie Gesundheit und Nachhaltigkeit. All diese Themen stehen bei uns im Fokus und man erkennt, wie wichtig die Vernetzung bei der Bandbreite der unterschiedlichen interdisziplinären Themen im Netzwerk erscheint. Darüber hinaus sind wir natürlich immer an der Weiterentwicklung von Vorgehensweisen, Prozessen und Strukturen im SGM und BGM interessiert, wofür wir als Koordinationsteam der Hochschule Hannover in wissenschaftlichen Veröffentlichungen unser Wissen teilen: 

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für die Gesundheitsförderung im Hochschulsport?

Eine klare Chance ist die Rolle des Hochschulsports als zentraler Akteur der Bewegungsförderung. Darüber hinaus sollte aber auch die soziale Gesundheit auf dem Campus fokussiert werden. Nach Corona müssen sich die zentralen Akteurinnen und Akteure wieder zusammenfinden und zielführend betrachten, wie man gemeinsam einen gesunden Lehr-, Lern- und Lebensort für die Studierenden schafft. Für den Hochschulsport besteht bei der Gestaltung von Angeboten zur Gesundheitsförderung die Chance, schnell eine große Zahl an Studierenden zu erreichen und bestehende Programme zu ergänzen. Hier endet die Verantwortung aber nicht, sondern hier beginnt diese erst. Das SGM benötigt bei den Strukturen und Prozessen, die es aufbaut den Hochschulsport als zentralen Akteur, um Synergieeffekte zu nutzen und bedarfsorientierte verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen umzusetzen.

Welchen Mehrwert ziehen Sie aus nationalen Partnerschaften und Projekten?

Nationale Partnerschaften sind für uns von besonderer Bedeutung, wenn es um das Voranbringen von innovativen Ideen und den Ausbau der strategischen Arbeit des Netzwerks geht. Besonders das Kompetenzzentrum und der Arbeitskreis Gesundheitsfördernder Hochschulen (AGH und KGH) sowie der adh bieten uns als Netzwerk eine Plattform der Öffentlichkeitsarbeit, der Arbeit zu übergeordneten Schwerpunkten und sind Partner der gemeinsamen Ausrichtung von Treffen. Über diese Aspekte sind nationale Projekte wie "Bewegt studieren - Studieren Bewegt!" (adh) aus unserer Sicht eine Verbindungsmöglichkeit zwischen dem Studentischen Gesundheitsmanagement und dem Hochschulsport. Letztlich sind wir als Netzwerk gemeinsam stärker als die einzelnen Akteurinnen und Akteure an den Hochschulen, wenn es um das Voranbringen von Entwicklungen im Gesundheitsmanagement geht.

Wo sehen Sie sich und den deutschen Hochschulsport in Bezug auf Gesundheitsförderung in fünf bis zehn Jahren?

Als Netzwerk möchten wir in zehn Jahren an offiziellen Mitgliedern soweit gewachsen sein, dass wir sehr vielen Akteurinnen und Akteure aus den Bundesländern die Möglichkeit geben können, das Gesundheitsmanagement an Hochschulen perspektivisch zu stärken. Den Hochschulsport sehen wir als Netzwerk in zehn Jahren besonders im SGM als zentralen Akteur, um die Gesundheitsförderung an Hochschulen voranzutreiben und als Motor das SGM strategisch zu unterstützen.

Sie haben drei Wünsche frei, um den Bereich Gesundheitsförderung in Deutschland optimal aufzustellen. Was wünschen Sie sich für die nächsten fünf Jahre (auch mit Blick auf die Hochschulsportlandschaft)?

  1. Der erste Wunsch wäre, dass Gesundheitsförderung im Sinne der Präventionsketten in jedem Setting verankert ist und wir gemeinsam auf den jeweiligen Prozessen, Strukturen und der Förderung der Gesundheitskompetenz über die einzelnen Lebensphasen aufbauen können und auf eine gesündere Gesellschaft hinarbeiten.
  2. Der zweite Wunsch ist, dass Netzwerkarbeit ein immanenter Bestandteil der Gesundheitsförderung des Settings ist. Durch den Austausch unter den Akteurinnen und Akteure der Hochschulen über die Themen SGM und BGM sollten sinnvolle Synergieeffekte entstehen und typische Fehler vermieden werden. 
  3. Der dritte Wunsch ist, dass Gesundheit in allen Hochschulen ein Querschnittsthema darstellt, das in der Organisation nicht mehr wegzudenken ist und gemeinsam für die soziale, physische und psychische Gesundheit von Studierenden und Mitarbeitenden eingestanden wird.

Weshalb empfehlen Sie die Verknüpfung mit Ihrem Netzwerk? Wo finden Interessierte weitere Infos?

Das Netzwerk NORD ist ein schnell wachsendes, innovatives und vor allem partizipatives Netzwerk, das mit den Akteurinnen und Akteure gemeinsam gestalten und die Handlungsfähigkeit der Hochschulen stärken möchte. Bei uns möchten wir die Interdisziplinarität zur Gesundheitsförderung an Hochschulen als Ressource nutzen, um das hochschulische Gesundheitsmanagement gemeinsam voranzubringen.

Melden Sie sich bei Interesse gerne per Mail (f5-NetzwerkNord@hs-hannover.de) oder schauen Sie auf unserer Website vorbei.