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Die Zeit der Weltrekorde

Heide Rosendahl sprang 1970 in Turin Weltrekord, der als bundesdeutscher Rekord 20 Jahre Bestand hatte
Harald Schmid siegte 1979 über 400m

Neue sportpolitische Differenzen gab es 1967 in Tokio (Japan). Die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Polen und Kuba boykottierten die Spiele, weil die Aktiven Nordkoreas nicht unter der Bezeichnung "Demokratische Volksrepublik von Korea" starten durften. Dennoch gab es überragende sportliche Leistungen. Die US-Schwimmer, bei denen Champions wie Michael Burton und Douglas Russel starteten, gewannen neun Rennen in Weltrekordzeit. Neben Bodo Tümmler über 1.500 m gewann auch Liesel Westermann im Kugelstoßen und im Diskuswerfen Gold, Brigitte Berendonk folgte ihr in beiden Disziplinen mit Bronze und Silber. Hans-Joachim Walde gewann den Zehnkampf-Wettbewerb.

1970 in Turin (Portugal hatte 1969 kurzfristig verzichtet) überragten die Leichtathleten. Heide Rosendahl erzielte Weltrekord im Weitsprung. Ihre Weite von 6,84 m bedeutete für rund 20 Jahre nationalen Rekord. Zusammen mit den Laufkolleginnen Groh, Schüller und Roggenkamp gewann sie auch Bronze in der 4 x 100 m Staffel. Franz-Josef Kemper sicherte sich Gold im 800 m Lauf. Zum ersten Mal starteten auch DDR-Athletinnen und Athleten, nachdem eine gesamtdeutsche Mannschaft im Hochschulsport stets gescheitert war. Stabhochspringer Wolfgang Nordwig (DDR), der wie Heide Rosendahl zwei Jahre später bei den Olympischen Spielen in München Gold gewann, übersprang mit 5,46 m die damalige Weltrekordhöhe.

Die Universiaden wurden immer erfolgreicher. 1973 in Moskau (Sowjetunion) inszenierten die Sowjets eine erste Generalprobe für ihre Olympischen Spiele 1980. Es kamen fast 70 Länder aus allen Kontinenten. Eberhard Gienger erturnte sich hier die Goldmedaille am Barren, bevor er später mit seinem Gienger-Salto am Reck Sportgeschichte schrieb. Die Schwimmer Steinbach, Lampe, Konnecker und Meier holten über 4 x 100 m Freistil Bronze. Der positive Trend war auch durch die Panne zwei Jahre danach nicht zu stoppen, als Jugoslawien die Spiele kurzfristig zurückgab und 1975 in Rom (Italien) nur Leichtathletik veranstaltet werden konnte. Dort lief Thomas Wessinghage acht Jahre nach Bodo Tümmler auf dessen goldener Wegstrecke über 1.500 m ebenfalls zum Sieg. Über dieselbe Strecke siegte bei den Damen wie auch schon 1973 Ellen Wellmann (BRD). Ebenso am Start: Pietro Mennea (Italien), der dann bei seinem dritten Universiadestart 1979 in Mexiko Sportgeschichte schreiben sollte. Als weitere Größen des Sports waren 1975 David Moorcroft (Großbritannien) und Yuri Sedych (Sowjetunion) dabei.

1977 in Sofia nahmen bereits über 80 Länder mit über 3.000 Aktiven teil. Sportlich überragend waren die "kubanischen" Weltrekorde des Doppel-Olympiasiegers Alberto Juantorena über 800 m und von Alejandro Casanas über 110 m Hürden. Der amerikanische Dreispringer Willi Banks übte noch für seine spätere Weitenjagd. Im US-Basketballteam ging die spätere NBA-Basketball-Legende Larry Bird auf Korbjagd. Noch auf dem Weg in die absolute Weltspitze waren die Tennisspieler Brian Gottfried (USA), Pavel Slozil und Thomas Smid (Tschechoslowakei). Auf der Planche kreuzten bereits der Franzose Phillippe Riboud und die deutsche Olympiasiegerin Cornelia Hanisch erfolgreich die Klingen im Fechten.

Einen speziellen Höhepunkt erlebte Mexiko City (Mexiko) 1979. Diese Universiade brachte nicht nur sportliche Spitzenleistungen wie den noch 17 Jahre gültigen 200 m-Weltrekord des Italieners Pietro Mennea (19,72 sec.), sondern auch ein besonders umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm. Ausstellungen und Folklore-Veranstaltungen vermittelten den Aktiven aus aller Welt anschaulich die mexikanische Lebenskultur.

Harald Schmid siegte vor seinem deutschen Sportkameraden, Franz-Peter Hofmeister, über 400 m. Gerd Nagel gewann im Hochsprung. Klaus Ploghaus erzielte im Hammerwurf Gold, 1981 wiederholte er diesen Erfolg in Bukarest. Helmut Schreiber, der in den letzten Jahren mehrmals das adh-Universiadeteam als Mannschaftsarzt betreute, holte sich im Speerwurf ebenfalls eine Goldmedaille. Die Kölner Sportstudentin Ulrike Meyfarth (Silber) war in Mexiko durch ihren Hochsprung-Olympiasieg 1972 als 16-jährige Teenagerin bereits ein etablierter Sportstar. Der deutsche Zehnkämpfer Jürgen Hingsen (Silber) erprobte sich damals noch auf internationaler Bühne. Für das ADH-Team in Mexiko als Langstreckenläufer mit am Start: der ehemalige ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann. Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit klangvollen Namen in der Leichtathletik: Valerie Brisco, Mel Lattany und Harvey Glance (alle USA) sowie die ostdeutschen Sportstars Udo Beyer, Marlies Göhr und Marita Koch.

Die "Turnkünstlerinnen" Nadia Comaneci, Emilia Eberle (beide Rumänien) und Elena Filatova (Sowjetunion) demonstrierten ihr Können auf der Universiade '81 in Bukarest (Rumänien). Dass die Universiaden zu Recht im Ruf stehen, neben bereits etablierten Athleten auch die Sportstars von morgen zu präsentieren, zeigt ein weiterer Blick in die Meldelisten von 1981: Am Start die späteren Weltrekordler Calvin Smith (USA, Sprint), Thierry Vigneron (Frankreich, Stabhochsprung) Tamara Bykova (Bulgarien, Hochsprung) und ein junger, noch unbekannter marokkanischer 1.500 m Sieger namens Said Aouita.

Ansprechpartner

Thorsten Hütsch

Tel.: 06071-208622

Fax: 06071-207578

huetsch(at)adh.de

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