WUC Sportschießen: Drei Medaillen am Schlusstag

Zum Abschluss der 3. Studierenden-Weltmeisterschaft in Wroclaw/Polen konnte das deutsche Team am letzten Wettkampftag zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille erringen.

In 88 Sekunden Schießzeit zum Titel
Christian Reitz (VFH Wiesbaden) konnte in seiner Spezialdisziplin Schnellfeuerpistole (rapid fire) letztendlich souverän den Titel eines Studenten-Weltmeisters feiern. Nach zwei Durchgängen lag er mit 588 Ringen schon in Führung. Die sechs besten Studenten bestritten dann das Finale. In diesem Finale gegen Riccardo Mazzetti (Italien) konnte Christian Reitz seinen Vorsprung noch ausweiten und gewann mit insgesamt 786,1 Ringen. Er hatte somit auch das Finale als bester Wettkämpfer abgeschlossen und war mit zwei Medaillen der erfolgreichste adh`ler.

Überraschung und Silber durch Amelie Kleinmanns (Uni Bochum)
Amelie Kleinmanns lag nach der Qualifikation im 50m-Dreistellungskampf (liegend-stehend-knieend) an zweiter Position mit 582 Ringen. Bei ihrer ersten Studierenden-WM schaffte sie sofort die Finalteilnahme. In diesem Finale der acht Besten Studentinnen wurde stehend geschossen. Kleinmann konnte nach spannendem Wettkampf die Silbermedaille (679,4 Ringe) gewinnen. Gold ging an China und Bronze an die Tschechoslowakei. Pech hatte Manuela Felix, die im Shoot Off gegen eine Iranerin knapp unterlegen war und so mit 575 Ringen den 9. Platz belegte. Dies war das zweite Shoot Off für das deutsche Team während dieser WUC – leider unterlagen die Mitglieder des adh-Teams beide Male.

Goldmedaille an Tino Mohaupt (DHBW Stuttgart)
Nach der Qualifikation führte der Universiade-Gewinner von 2007 das Feld im 10m Luftgewehr-Wettkampf  mit 594 Ringen an. Im Finale konnte er diesen ersten Rang behaupten. Mit 697,8 Ringen gelang Mohaupt souverän der Titelgewinn. Zweiter wurde Karolus Girulis aus Litauen mit 696,1 Ringen, gefolgt vom Franzosen Jeremy Monnier mit 694,7 Ringen. Auch Mohaupt hatte die beste Serie im Finale und wurde verdient Studenten-Weltmeister 2010.

FAZIT
Sechs Medaillen für Deutschland (drei Mal Gold  und drei Mal Silber), Platz Fünf für das Frauenteam, Platz Achte im Skeet und zwei Mal Platz Neun (nach Shoot Off): „Die Erwartungen wurden übertroffen“, resümierte Hendrik Pusch (Disziplinchef Sportschießen im adh) und äußerte sich sehr zufrieden über das Gesamtergebnis des jungen deutschen Teams. Hoch erfreut war er darüber, dass alle Medaillen in Einzelwettbewerben erzielt wurden. Dies bedeutet eine Steigerung zum Ergebnis der WUC in Peking 2010.  In einer Analyse aus Trainersicht, stellte Enrico Friedemann fest, dass das Teilnehmerinnenfeld bei den Frauen in qualitativer und quantitativer Hinsicht besser als bei den Männern besetzt war. Allerdings zeigen alle Ergebnisse bei Männer und Frauen, dass für eine Medaille sehr gute Leistungen erzielt werden müssen. Eine Vielzahl an Junioren-Weltmeistern, Weltcup-Teilnehmenden und Studierenden, die bei Olympischen Spielen gestartet sind, zeigt, dass das Niveau der Studierenden-Weltmeisterschafts-Wettkämpfe immer besser wird und die Medaillen sehr hoch hängen. Insbesondere die Teilnehmenden aus dem Iran beleben die Schießszene. Andere Nationen entsenden mehr Athleten, damit insbesondere in den Team-Wettbewerben Erfolge vorgezeigt werden können. Die Organisation (sportlich, Unterkunft, Verpflegung) des polnischen Ausrichters bezeichneten sowohl der Disziplinchef als auch die Trainer Eicke Beckmann (Skeet-Trap) und Enrico Friedemann (Gewehr und Pistole) als sehr gut. Im Hinblick auf die Sommer-Universiade in China 2010 konnten sich die Schützen eine gute Ausgangsposition verschaffen. Es ist aber damit zu rechnen, dass in China noch weitere Nationen teilnehmen werden und das Niveau weiterhin steigen wird.

Zum Schluss darf nur noch „Danke Polen“ und „Danke Wroclaw“ gesagt werden. Die Ausrichter haben hier mit ihrer Organisation und den vielen Volunteers ein positives Kapitel in der Geschichte der Studierenden-Weltmeisterschaften geschrieben.