Foto: Sven Lundbäck

02.08.2010 | Kategorie: Orientierungslauf , 2010 , WUC

WUC OL: Durchwachsene Mitteldistanz und erfolgreiche Staffel

Nach der eher enttäuschenden Mitteldistanz überzeugten die deutschen Männer zum Abschluss der WUC Orientierungslauf mit Platz Neun in der Staffel.

In der Mitteldistanz erwartete die Läuferinnen und Läufer ein schnelles, offenes Gelände, in dem die Bahnleger es schafften, den Aktiven eine technisch anspruchsvolle und selektive Strecke aufzutischen.

Wie schon in der Langdistanz kam der Schweizer Mattias Merz am Besten mit dem Gelände südöstlich von Borlänge zurecht. Vor allem sein hohes Tempo im letzten Teil der Bahn sicherte ihm den zweiten Titel der WUOC. Bei den Damen gab es wieder ein komplett neues Podium. Radka Brozkova aus Tschechien konnte die Goldmedaille durch einen sicheren Lauf erringen. Auf dem zweiten Platz kam überraschend die Finnin Sofia Haajanen und den dritten Platz erlief die Schweizerin Ines Brodmann.

Bei den deutschen Damen konnte Jenny Seib Platz 32 erlaufen und zeigte sich im Ziel sichtlich zufrieden. „Heute hat es richtig Spaß gemacht. Ich fühlte mich läuferisch stark und technisch lief ich kontrolliert.“ Für Esther Doetsch und Jitka Kraemer sowie vielen anderen Eliteläufern geriet der dritte Posten zum Verhängnis.

Auch bei den Herren trennte der lange Übergang vom zweiten zum dritten Posten die Spreu vom Weizen. Leif Bader vergab hier durch einen 2-Minuten-Fehler ein besseres Resultat. Robert Krüger und Philipp Müller hatten ebenfalls große Probleme zum dritten Posten und fanden danach nicht mehr zurück ins Rennen. Christoph Brandt hatte einen schwarzen Tag im Wald und sparte die Beine für die Staffelentscheidung.

Erfolgreiche Staffel zum Abschluss

Am letzten Wettkampf der WUC in Schweden lieferte das deutsche Herrenteam eine sehr gute Leistung ab. Obwohl der Wettkampf auf der gleichen Karte wie die Mitteldistanz am Vortag veranstaltet wurde, war das Gelände komplett verschieden. Da der steinige Untergrund und die steilen Hänge mit großen Steinen fehlten, erinnerte der Wald eher an den Ostsee-OL oder die Region um Berlin. Mit dem gut belaufbaren Kiefernwald und dem durch viele Senken und Hügel geprägten Höhenbild kamen die deutschen Männer besser zurecht als mit der anderen Kartenhälfte bei der eher enttäuschenden Mitteldistanz.

Christoph Brandt kam als 19. von 46 Startläufern aus dem Wald. Er hätte gern noch ein bisschen mehr Gas gegeben, war aber im Großen und Ganzen zufrieden. Torben Wendler ging ein sehr hohes Tempo an und konnte zu einer guten Tram aufschließen. Als Nummer Elf übergab er nach einer starken Leistung auf den zweiten in Skandinavien wohnenden Deutschen, Leif Bader. Auch er erwischte einen super Lauf und konnte sich zwischen den sehr guten Schlussläufern mit der neuntbesten Zeit behaupten. Dies bedeutete Platz Neun für die adh-Staffel in der offiziellen Wertung. Es gewann in einem spannenden Duell Schweden vor Tschechien und den beeindruckenden Franzosen.

Bei den Damen lief es nicht optimal. Sie kamen nach einigen Fehlern und der schlauchenden Woche auf den 19. Platz. Am Start waren 38 Staffeln. Die schweizerische Staffel war hier das Maß der Dinge, gefolgt von den finnischen Damen, die die Tschechinnen knapp auf den Bronzerang verwiesen.

In einem Mix-Team kamen Philipp Müller und Robert Krüger unter. Philipp Müller konnte sich besser konzentrieren als am Vortag und kam als 17. von der ersten Strecke wieder. Robert Krüger hatte ein paar Probleme, die eine bessere Zeit verhinderten.

„Trotz der durchwachsenen Ergebnisse war die WUC eine tolle Veranstaltung für alle Beteiligten. Besonders Orientierungslauf ist eine Sportart, bei der das Drumherum einzigartig ist. Die Veranstalter haben es wieder geschafft, ein sehr familiäres Ambiente zu schaffen und haben damit ihren Nationalsport auf höchstem Niveau präsentiert.  In den skandinavischen Ländern hat der Orientierungslauf  einen Stellenwert, den man sich in Deutschland nur wünschen kann. Durch sein Anforderungsprofil ist Orientierungslauf eigentlich der ideale Sport für die Schule. Die Freude an Sport in der Natur, das Orientieren mit Karte und Kompass und die Interpretation der Umgebung sind sehr wertvoll für die Heranwachsenden. Daher sehe ich es als notwendig an, diesen Sport mit seinen vielfältigen Potenzialen verstärkt an den Hochschulen zu unterstützen, damit die Multiplikatoren vom Morgen diese erkennen und anbieten können“ zieht der Delegationsleiter Mischa Lumme sein Fazit.

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